Aktualisiert 29.08.2017 16:18

Mysteriöse Postkarte

«Mit dem Islam kommt endlich Frieden ins Dorf»

In mehreren Schweizer Gemeinden sind Fake-Postkarten im Namen des Islamischen Zentralrats aufgetaucht. Darin werden Frauen unter anderem aufgerufen, sich zu verschleiern.

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Diese Postkarte hatte Leser-Reporter Klaus Kalms am Dienstag im Briefkasten. In einem Bild des Seeufers der Gemeinde Lachen wurden Minarette und Burkaträgerinnen eingefügt.

Diese Postkarte hatte Leser-Reporter Klaus Kalms am Dienstag im Briefkasten. In einem Bild des Seeufers der Gemeinde Lachen wurden Minarette und Burkaträgerinnen eingefügt.

Leser-Reporter
«Höflich weisen wir darauf hin, dass wir nun bald in der Überzahl sind, auch bei Ihnen in dem wunderbaren Dörfchen Lachen!», steht geschrieben. Vermeintlicher Absender ist der Islamische Zentralrat Lachen.

«Höflich weisen wir darauf hin, dass wir nun bald in der Überzahl sind, auch bei Ihnen in dem wunderbaren Dörfchen Lachen!», steht geschrieben. Vermeintlicher Absender ist der Islamische Zentralrat Lachen.

Leser-Reporter/Klaus kalms
Auch in der Gemeinde Schwyz und in Eschenbach im Kanton St. Gallen sind die Postkarten aufgetaucht. «Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft, denn unter dem Islam kommt der Friede auch endlich nach Lachen! Wir möchten darum bitten, dass sich die Frauen wenn möglich doch verschleiern würden, nicht nur um Allahs Willen, sondern um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen!», heisst es darauf.

Auch in der Gemeinde Schwyz und in Eschenbach im Kanton St. Gallen sind die Postkarten aufgetaucht. «Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft, denn unter dem Islam kommt der Friede auch endlich nach Lachen! Wir möchten darum bitten, dass sich die Frauen wenn möglich doch verschleiern würden, nicht nur um Allahs Willen, sondern um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen!», heisst es darauf.

Leser-Reporter

«Ich finde das jenseits von Gut und Böse», sagt Leser-Reporter Klaus K*. Gemeint ist eine Postkarte, die vermeintlich vom Islamischen Zentralrat Lachen versendet worden war. «Ich glaube, ich spinne», dachte der Leser-Reporter, als er die Karte am Dienstag in seinem Briefkasten vorfand.

Adressiert ist die Karte unter anderem an die Bewohner der Gemeinde Lachen: «Höflich weisen wir darauf hin, dass wir nun bald in der Überzahl sind, auch bei Ihnen in dem wunderbaren Dörfchen Lachen!», steht geschrieben. Auf der Postkarte sei zu sehen, wie die Zukunft des Dorfes aussehen wird: In ein Bild der Gemeinde Lachen wurden Minarette und Burkaträgerinnen eingefügt. Auffallend auch: Auf der Briefmarke ist eine Burkaträgerin zu sehen, zudem das Matterhorn und ein Schweizerkreuz, das von einem muslimischen Emblem überdeckt wird: der Mondsichel.

Postkarten in diversen Gemeinden

«Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zukunft, denn unter dem Islam kommt der Friede auch endlich nach Lachen! Wir möchten darum bitten, dass sich die Frauen wenn möglich doch verschleiern würden, nicht nur um Allahs Willen, sondern um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen!», heisst es weiter.

Auch in Schwyz, in Eschenbach SG und in Herrliberg ZH sind solche Postkarten, versehen mit den jeweiligen Gemeindewappen, bisher aufgetaucht. Lokale Untersektionen des IZRS gibt es jedoch gar nicht. Wie in Lachen wurden auch hier in Bilder der Gemeinden Minarette und Burkaträgerinnen eingefügt. Das ganze Dorf habe diese Postkarte im Briefkasten gehabt, schreibt eine Leser-Reporterin aus Eschenbach. «Eigentlich traurig, dass es solche Idioten gibt, die glauben, dass man sowas ernst nehmen würde», sagt ein weiterer Leser-Reporter. Er vermutet, dass Rechtsextreme dahinter stecken. «Das würde doch sonst keinen Sinn ergeben, das anzukünden und an die grosse Glocke zu hängen», sagt er.

Postkarten sind Polizeikorps bekannt

Bei der Kantonspolizei Schwyz ist man über die Postkarten informiert: «Wir haben Kenntnis davon und haben Ermittlungen aufgenommen», sagt Sprecher Florian Grossmann. Auch die Kapo St. Gallen hat Kenntnis von den Karten: «Wir tätigen derzeit Abklärungen dazu», sagt Sprecher Gian Andrea Rezzoli. Auch im Kanton Zürich sind die Postkarten aufgetaucht. Die Kantonspolizei Zürich gehe der Sache nach.

IZRS nicht hinter der Aktion

Der Islamische Zentralrat der Schweiz sei nicht für die Postkarten verantwortlich, wie Generalsekretärin Ferah Ulucay zur «Zürichsee-Zeitung» sagt: «Da steckt wahrscheinlich ein übereifriger Patriot dahinter, der seine Landsleute vor einer nicht existenten Gefahr warnen wollte.» Man nehme an, dass der Absender dem IZRS damit schaden wolle. Zudem sei das Szenario auf den Karten so fern von der Realität, dass man das Ganze mit Humor nehmen müsse.

Mit einer ähnlichen Aktion in Altdorf hatte auch die Pnos vor kurzem auf die drohende Islamisierung aufmerksam gemacht: Dort wurde die Tell-Statue mit einer Burka verhüllt. Auf Anfrage verneint Pnos-Präsident Dominic Lüthard, dass die Pnos für die Aktion verantwortlich ist: «Die Karten sind nicht von uns», sagt er. Es sei schwierig zu sagen, woher die Karten stammen. Für Lüthard klingt dies jedoch nach dem Islamischen Zentralrat selbst: «Das ist ziemlich intelligente Werbung. So bringt man sich schnell ins Gespräch», findet er.

Wer die Postkarten verteilt hat, ist noch unklar. Auch eine Anfrage an die auf der Postkarte aufgeführte E-Mail-Adresse blieb bisher unbeantwortet.

*Name der Redaktion bekannt

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