Aktualisiert 21.10.2016 18:13

135'000 UnterschriftenMit dem Rasenteppich gegen die Zersiedelung

Die Jungen Grünen wollen Neueinzonungen von Bauland strenger regeln. 135'000 Stimmbürger unterstützen das Anliegen.

von
ij
Setzen sich für eine «grüne Oase» ein: Die Initianten rollten vor dem Bundeshaus in Bern einen grünen Teppich aus.

Setzen sich für eine «grüne Oase» ein: Die Initianten rollten vor dem Bundeshaus in Bern einen grünen Teppich aus.

Keystone/Peter Klaunzer

Die Jungen Grünen haben bei der Bundeskanzlei in Bern 135'000 Unterschriften für ihre Zersiedelungs-Initiative eingereicht. Davon sind 112'000 beglaubigt, sagt Co-Präsident Luzian Franzini.

Die im April 2015 lancierte Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» wird von den Grünen, den Juso, der Alpeninitiative, Umverkehr und weiteren Jungparteien und Organisationen unterstützt.

Neueinzonungen kompensieren

Um die Zersiedelung zu stoppen, müssen laut Initianten Neueinzonungen von Bauland zukünftig kompensiert werden. Dies schaffe einen wichtigen Anreiz, das vorhandene Bauland auch effizient zu nutzen, anstatt immer mehr Grünland zu verbauen.

Die innere Verdichtung will die Initiative fördern, indem sie eine «moderate Aufstockung» von Gebäuden ermöglichen würde. So werde trotzdem genügend Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung geschaffen. In den vergangenen vierzig Jahren stieg der Wohnflächenbedarf gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zweieinhalbmal so stark wie die Gesamtbevölkerung.

Auch administrative Hürden sollen abgebaut und Rahmenbedingungen verbessert werden. So soll etwa das Bauen nachhaltiger Quartiere auch ohne Sondernutzungszonen möglich sein.

«Grüne Oase»

Um ihre Forderungen zu untermauern, rollten die Jungen Grünen am Freitag auf dem Bundesplatz 250 Quadratmeter Rasenteppich aus. Büsche und Jungbäume machten die «grüne Oase» perfekt. Die Aktion sollte den Entscheidungsträgern die Natur näherbringen, wie Co-Präsidentin Judith Schmutz sagte. «Unbebauter Boden ist sowohl wertvolles Kulturland als auch Erholungsgebiet für den Menschen.»

In der Schweiz geht laut einem Bericht des BFS jede Sekunde über ein Quadratmeter Landwirtschaftsland verloren. Die Initianten machen geltend, das aktuelle Raumplanungsgesetz schütze das Kulturland nicht genug. Da zudem die zweite Revisionsetappe auf 2020 vertagt wurde, bringe die Zersiedelungsinitiative das Thema zurück auf das politische Parkett. (ij/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.