Das Ende der «Moskwa»: Mit dem russischen Raketenkreuzer versanken 40 Jahre Geschichte

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Das Ende der «Moskwa»Mit dem russischen Raketenkreuzer versanken 40 Jahre Geschichte

Im Jahr 2003 bezeichnete Wladimir Putin das russische Flaggschiff der Schwarzmeerflotte «Moskwa» noch als Symbol des wachsenden Vertrauens zwischen Russland und den Nato-Staaten.

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Nur wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer war die «Slawa» als Treffpunkt zwischen dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dem damaligen US-Präsidenten George H.W. Bush vor Malta vorgesehen, doch wegen starker Windböen musste umdisponiert werden.

Nur wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer war die «Slawa» als Treffpunkt zwischen dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dem damaligen US-Präsidenten George H.W. Bush vor Malta vorgesehen, doch wegen starker Windböen musste umdisponiert werden.

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Wladimir Putin an Deck der «Moskwa». (Archivbild, 2014)

Wladimir Putin an Deck der «Moskwa». (Archivbild, 2014)

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Unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskrieges war das Schiff, das 16 Langstrecken-Raketen befördern kann, an der Attacke auf die Schlangeninsel vor der ukrainischen Küste beteiligt. (Archivbild) 

Unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskrieges war das Schiff, das 16 Langstrecken-Raketen befördern kann, an der Attacke auf die Schlangeninsel vor der ukrainischen Küste beteiligt. (Archivbild) 

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Darum gehts

  • Das (ehemalige) Flaggschiff der Schwarzmeerflotte ist nach einem Raketenangriff gesunken, die Besatzung wurde zuvor evakuiert. 

  • Mit dem Raketenkreuzer sanken aber auch 40 Jahre Geschichte: Das Schiff, das einst «Slawa» (Ruhm) hiess, wurde 1979 zu Wasser gelassen. 

  • So bezeichnete der russische Staatschef Wladimir Putin das Schiff einst als Zeichen des Vertrauens zwischen Russland und den Nato-Staaten. 

Schon im Kalten Krieg diente die «Moskwa» – damals noch unter ihrem ursprünglichen Namen «Slawa» (Ruhm) – als Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte. Mit einer Länge von 186 Metern und mit einer Besatzung von 476 Matrosen und 62 Offizieren war sie der Stolz der sowjetischen Marine, als sie im Juli 1979 an der Werft von Mykolaiw in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine zu Wasser gelassen wurden. Ende Dezember 1982 wurde sie in den Dienst gestellt, wie aus Daten des auf Geheimdienst- und Militärinformationen spezialisierten Unternehmens Janes hervorgeht.

Die «Slawa» war sowohl mit Boden-Boden- als auch Boden-Luft-Raketen bewaffnet, mit Artilleriegeschützen und mit Torpedos. Auch Atomsprengköpfe waren an Bord der «Slawa». 1989 absolvierten amerikanische und sowjetische Wissenschaftler gemeinsam einen Test an Bord des Schiffes, bei dem sie massen, wie viel Strahlung von einem Atomsprengkopf auf einen Marschflugkörper ausgeht.

Schiff war als Treffpunkt zwischen Gorbatschow und Bush vorgesehen

Nur wenige Wochen nach dem Fall der Berliner Mauer war die «Slawa» als Treffpunkt zwischen dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und dem damaligen US-Präsidenten George H.W. Bush vor Malta vorgesehen, doch wegen starker Windböen musste umdisponiert werden. Stattdessen trafen sie sich auf dem Kreuzer Maxim Gorky, der in einem maltesischen Hafen vor Anker lag.

Von 1990 bis 1999 war die «Slawa» nicht im Einsatz. Während die Sowjetunion auseinanderbrach, der unabhängige Staat Ukraine entstand und die russische Wirtschaft in schwere Schieflage geriet, wurden an dem Schiff Reparaturen vorgenommen. Unter dem Namen «Moskwa» wurde es schliesslich wieder in den Dienst gestellt. 2003 trafen sich Präsident Wladimir Putin und der damalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi an Bord der «Moskwa» vor Sardinien.

«Moskwa» als Zeichen des Vertrauens zwischen Russland und Nato-Staaten

Damals sagte Putin, die Tatsache, dass das Schiff dort vor Anker liege, zeige, dass das Vertrauen zwischen Russland und den Nato-Staaten zunehme. 2008 war die «Moskwa» im Georgien-Krieg im Einsatz. Nach Angaben der Regierung in Tiflis war sie auch an einem Angriff auf georgisches Gebiet beteiligt. 2014 bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim hinderte die «Moskwa» ukrainische Schiffe daran, den See Donuslaw zu verlassen. Von 2015 bis 2016 unterstützte der Kreuzer das russische Militär in Syrien. Die Besatzung wurde für ihren Einsatz dort und im Georgien-Krieg ausgezeichnet.

Von 2018 bis Juli 2020 musste die «Moskwa» nach Angaben der Firma Janes wieder für Reparaturen in die Werft. Unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskrieges war das Schiff, das 16 Langstrecken-Raketen befördern kann, an der Attacke auf die Schlangeninsel vor der ukrainischen Küste beteiligt. Ein ukrainischer Soldat prägte damals den heute weltweit weiter verbreiteten Funkspruch: «Russisches Kriegsschiff, verpiss dich!»

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(DPA/sys)

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