Gelbe Karte als Bestrafung: Mit dem Spucken auf dem Fussballfeld ists bald vorbei
Aktualisiert

Gelbe Karte als BestrafungMit dem Spucken auf dem Fussballfeld ists bald vorbei

Wenn in den Topligen weitergekickt werden sollte, wird diese Praktik wohl der Vergangenheit angehören. Bei Spuck-Missachtungen stehen gar Verwarnungen im Raum.

von
Laura Inderbitzin
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Cristiano Ronaldo, hier noch im Tenue von Real Madrid, spuckt auf dem Fussballfeld.

Cristiano Ronaldo, hier noch im Tenue von Real Madrid, spuckt auf dem Fussballfeld.

Getty Images
Wegen des Coronavirus soll diese Praktik bald verboten werden.

Wegen des Coronavirus soll diese Praktik bald verboten werden.

Getty
Denn mit der Spucke verbreitet sich auch das Virus auf dem Feld.

Denn mit der Spucke verbreitet sich auch das Virus auf dem Feld.

Marc Schumacher/freshfocus

Darum geht’s

  • Das Spucken auf Fussballplätzen soll nach der Corona-Zwangspause verboten werden.
  • Mit dem Speichel könnte sich das Virus mühelos verbreiten.
  • Spuck-Übeltäter könnten neu mit gelben Karten bestraft werden.

Die Topligen in Europa strengen sich derzeit gehörig an: Serie A, Premier League, Bundesliga, La Liga – während die Corona-Kurven abflachen, wollen sie alle endlich wieder mit dem Fussballspielen beginnen. In Deutschland steht mit dem 9. Mai bereits ein Startdatum im Raum, in England mit dem 8. Juni ebenfalls.

Doch bevor das passieren kann, müssen die Verbände ausgewachsene Corona-Konzepte vorlegen. Da Geisterspiele inzwischen quasi unausweichlich sind, geht es dabei vor allem um Hygienemassnahmen.

Ein Punkt auf diesen Konzepten wird sich auch um diese mehr oder weniger appetitliche Tätigkeit drehen: das Spucken. Auf dem Fussballfeld ist diese Praktik immer wieder zu beobachten, die Spieler verteilen ihren Speichel bisweilen auf dem ganzen Feld.

Speichel bleibt stundenlang auf dem Platz

Corona wird dem Spucken wohl aber ein Ende bereiten. Laut Michel D'Hooghe, Vorsitzender des Medizinischen Ausschusses der Fifa, müsse es verboten werden. «Dies ist eine im Fussball übliche Praktik, aber nicht sehr hygienisch», sagte er gegenüber der britischen Zeitung «The Telegraph». «Das sollten wir deshalb vermeiden. Die Frage ist natürlich, inwieweit das überhaupt möglich ist. Vielleicht kann man gelbe Karten dagegen austeilen.»

Der Speichel, der das Virus in sich trägt, könnte stundenlang auf dem Feld bleiben und so weitere Personen anstecken, bestätigen Wissenschaftler. «Es besteht auch die Gefahr, dass es aerosoliert wird. Das heisst, die kleinsten Teilchen des Speichels könnten dann als eine Art Dunst herumschweben und so mit vielen Spielern in Kontakt kommen», erklärte Ian Brierley, Virologe an der Cambridge Universität, gegenüber der britischen Zeitung.

Und in der Super League?

Sollte das Spuck-Verbot in den Topligen tatsächlich kommen, wird man wohl auch in der Schweiz nachziehen müssen. Bislang hat sich die Swiss Football League noch nicht dazu geäussert.

Das macht Corona mit dem Fussball

Wegen der Coronavirus-Krise sind praktisch alle Fussballligen auf der ganzen Welt unterbrochen. In der Schweiz und in den Topligen Europas steht der Profibetrieb seit bald zwei Monaten still. Derzeit arbeiten die verschiedenen Verbände hart daran, um die Meisterschaften weiterführen zu können. Geisterspiele sind inzwischen selbstverständlich, gefragt sind allerdings noch ausgewachsene Corona-Konzepte, insbesondere was die Hygiene betrifft.

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