Aktualisiert 23.01.2020 13:03

Eisbären BerlinClub schickt Gegner mit Todesgruss auf Strafbank

Eine Werbung des deutschen Eishockey-Vereins polarisiert. Viele stören sich daran, die Liga kann sie aber nicht verbieten.

von
heg
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Bei Heimspielen der Eisbären Berlin erscheint eine Werbung eines Bestattungsunternehmens, wenn ein gegnerischer Spieler auf die Strafbank muss.

Bei Heimspielen der Eisbären Berlin erscheint eine Werbung eines Bestattungsunternehmens, wenn ein gegnerischer Spieler auf die Strafbank muss.

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Hier muss Mike Moore in die Kühlbox. Die Werbung wird er kaum wahrnehmen.

Hier muss Mike Moore in die Kühlbox. Die Werbung wird er kaum wahrnehmen.

Keystone/Andreas Gora
Gegnerische Spieler der Eisbären finden die Werbung «grenzwertig» und «makaber».

Gegnerische Spieler der Eisbären finden die Werbung «grenzwertig» und «makaber».

Keystone/Andreas Gora

In der deutschen Eishockeymeisterschaft muss jedes Team einmal zu den Eisbären Berlin. Empfangen werden sie im Normalfall freundlich. Während der Partie ist aber Schluss mit lustig. Vor allem dann, wenn ein gegnerischer Spieler auf die Strafbank muss.

Dann erscheint auf dem Videowürfel eine Werbung eines Bestattungsunternehmens. Aus den Lautsprechern ertönt die Liedzeile «Einmal muss jeder gehen» aus dem Song der Toten Hosen «Zehn kleine Jägermeister».

«Grenzwertig» und «makaber»

Bei gegnerischen Spielern kommt die Werbung nicht gut an. «Man stelle sich vor, da sitzt eine Frau mit ihren Kindern auf der Tribüne, die gerade den Mann verloren hat. Und muss sich das anhören. Etwas makaber», wird Felix Schütz von den Straubing Tigers in der «Bild» zitiert. Der Krefelder Daniel Pietta meint: «Mir ist das noch nicht aufgefallen, aber ich finde es ziemlich grenzwertig.»

Bei den Eisbären sieht man das nicht so eng. «Wir stehen voll zu dieser Partnerschaft», sagt Geschäftsführer Peter-John Lee, der in der Schweizer Nationalmannschaft unter Trainer Ralph Krueger Assistent war. Die Liedzeile wird aber nicht bei jeder Partie gespielt. «Bei sensibleren Spielen setzen wir den Song nicht ein.»

Trotz Kritik, der Liga sind die Hände gebunden. «Wir können diese Art der Werbung einem Club nicht verbieten. Letztlich muss jeder für sich den Stil seiner Werbung festlegen», sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

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