Aktualisiert 12.02.2019 18:52

Abenteuerliche ReiseMit dem Velo von Bern bis zur Chinesischen Mauer

Das Berner Brüderpaar David und Raphael Clemencio hat Abenteuerliches vor. Von Bern aus wollen die beiden mit dem Velo bis zur Chinesischen Mauer fahren.

von
R. Casablanca
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Die Clemencio-Brüder David (links) und Raphael (rechts) werden ihre Reise im Herbst antreten.

Die Clemencio-Brüder David (links) und Raphael (rechts) werden ihre Reise im Herbst antreten.

zvg
Bei beiden steht der Sport im Mittelpunkt. David arbeitet neben seinem Studium als Velokurier und Raphael als Personal Trainer.

Bei beiden steht der Sport im Mittelpunkt. David arbeitet neben seinem Studium als Velokurier und Raphael als Personal Trainer.

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«Wir haben Lust, etwas zu erleben und dabei die Welt zu sehen. Und was gibt es Besseres als mit dem Velo die Welt zu erkunden?»

«Wir haben Lust, etwas zu erleben und dabei die Welt zu sehen. Und was gibt es Besseres als mit dem Velo die Welt zu erkunden?»

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Die beiden jungen Brüder wohnen beide in der Stadt Bern und sind schon seit klein auf sportbegeistert. Während David Clemencio (24) neben seinem Psychologiestudium als Velokurier Essen ausliefert, studiert Raphael (25) in Magglingen Sport und arbeitet nebenbei als Personal Trainer. Beide schliessen im Sommer ihr Bachelor-Studium ab. «Wir haben Lust, etwas zu erleben und dabei die Welt zu sehen. Und was gibt es Besseres als mit dem Velo die Welt zu erkunden?», so Raphael Clemencio. Die beiden rechnen damit, dass sie für die gewaltige Strecke von 10'000 Kilometern rund sieben Monate benötigen werden. Losgehen soll es im Herbst.

Die Route der Brüder führt über 15 Länder bis zum westlichsten Teil der Chinesischen Mauer und beträgt ungefähr 10'000 Kilometer. Von Bern aus führt der Weg über Italien und den Balkan bis nach Istanbul. Von dort aus geht es dem Schwarzen Meer entlang durch die Türkei bis nach Baku in Aserbaidschan. Dort werden die Brüder dann mit der Fähre das Kaspische Meer überqueren und das anliegende Turkmenistan erkunden. Im Anschluss werden Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan befahren. «Dann sind wir ungefähr in der Hälfte unserer Reise», erzählt David Clemencio. «Wir Schweizer können uns kaum vorstellen, wie gross China eigentlich ist», ergänzt Bruder Raphael. Denn von Kirgisistan sind es noch über 2500 Kilometer bis zur Chinesischen Mauer.

«Eine derartige Reise benötigt eine aufwendige Vorbereitung», sagt David Clemencio. Mindestens fünf Visa müssen die Brüder noch beantragen. «Die Länder im Schengen-Raum sollten einfacher zu bereisen sein als beispielsweise Kirgisistan oder China», schildert sein Bruder Raphael. Dort ist ein Visa Pflicht. Trotzdem muss man neben all den Bewilligungen noch an viel anderes denken: «Wir werden unser Gepäck auf ein Minimum beschränken müssen. Jedes Gramm zählt», so Raphael Clemencio.

Trotzdem müssen die beiden auch genügend warm eingepackt sein. Denn während es am Anfang ihrer Reise eher kalt wird, wird es den Sommer über in Turkmenistan ziemlich heiss. «Wir werden uns in Schichten einkleiden. Ein T-Shirt, dass man im Sommer trägt, kann man so im Winter als unterste Schicht tragen.» Die beiden Brüder rechnen damit, dass sie ungefähr 100 Kilometer pro Tag schaffen werden: «Wir sind beide sehr sportlich und fit.» Übernachten werden die Brüder jeweils in Zelten, die sie mit sich führen.

Dass die Route der Clemencio-Brüder Gefahren birgt, zeigt ein Vorfall vom vergangenen Sommer. Damals wurde in Tadschikistan eine Gruppe von Velo-Touristen von Terroristen angegriffen. Dabei wurden vier Menschen getötet. Darunter auch ein Schweizer. Seine Frau überlebte den Angriff nur knapp. «Wir werden häufig auf dieses Thema angesprochen. Es ist sicherlich gut, Respekt zu haben, aber Angst haben wir keine», so Raphael Clemencio. Speziell für Velo-Touristen würden in Tadschikistan seit neustem auch Polizei-Eskorten angeboten. «Wir werden uns sicherlich bei der Botschaft melden und uns beraten lassen», sagt David Clemencio.

Auch Veloschläuche und Pannen an den falschen Stellen könnten schnell zum Problem werden: «Wir können sicherlich nicht so viele Schläuche mitnehmen, wie wir tatsächlich benötigen», erklärt David. Die Brüder können zwar beide ein Fahrrad reparieren, haben aber keine Garantie, dass sie überall Ersatzteile finden. «Wir sind davon überzeugt, dass es immer eine Lösung geben wird, und bleiben stets positiv», ergänzt Raphael.

Wer die Reise verfolgen will, kann dies auf der Website der Brüder oder auf ihrem Instagram-Profil. Momentan sind die Berner auf der Suche nach Sponsoren: «Wir freuen uns über jede Unterstützung, sei sie noch so klein.»

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