Mit den Energieetiketten haperts

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Mit den Energieetiketten haperts

Der Schweizer Handel mit Lampen und Haushaltgeräten legt nur für zwei Fünftel der Lampen und gut zwei Drittel der Haushaltgeräte korrekte Energieetiketten vor.

Bei den Neuwagen klappts mit den Etiketten - nur scherts die Konsumenten wenig.

Die Energieetikette für Neuwagen sei eine Geschichte erfolgreicher Partnerschaft zwischen dem Importverband auto- schweiz, dem Autogewerbeverband (AGVS), dem TCS und dem Aktionsprogramm des Bundes, EnergieSchweiz, hiess es in einer Medienmitteilung dieser Organisationen vom Dienstag.

Gemeinsam sei den Autofahrern und Autohändlern die Energieetikette mit ihren sieben Kategorien von «A» bis «G» innert kurzer Zeit nahe gebracht worden. Für die Schweiz sei dies ein wichtiger Schritt hin zum Ziel von einem Treibstoffverbrauch von 6,4 Litern auf 100 Kilometer für Neuwagen bis 2008.

Käufer schauen weg

Diese angepeilte Reduktion des Treibstoffverbrauchs kommt allerdings nur harzig voran. Das zwischen Bund und auto-schweiz vereinbarte Reduktionsziel um drei Prozent im Jahr wurde 2003 verfehlt. Statt 7,65 Liter «soffen» die Neuwagen 7,99 Liter, wie das Bundesamt für Energie (BFE) im Juni bekannt gegeben hatte.

Der Strich durch die Rechnung kam von den Konsumenten: Sie kauften zunehmend schwere und stark motorisierte Wagen. Das Durchschnittsgewicht der Neuwagen stieg so 2003 um zwei Prozent, wie energieSchweiz-Programmleiter Michael Kaufmann am Dienstag laut Redetext sagte.

Händler im Schneckentempo

Während es bei den Autos beim Konsumenten hapert, macht bei den Energieetiketten für elektrische Haushaltgeräte und Lampen der Handel nur im Schneckentempo vorwärts. Zweieinhalb Jahre nach Einführung biete sich ein ernüchterndes Bild, konstatierte Alec, die Allianz Energie-Konsum von Umwelt- und Konsumentenverbänden, am Dienstag in ihrem dritten Marktcheck.

Von 4071 untersuchten Haushaltgeräten in 111 Verkaufsstellen waren dem Check zufolge 69 Prozent richtig etikettiert. 2002 waren 56 und 2003 58 Prozent richtig etikettiert. Auf den 241 untersuchten Lampenpackungen aus Geschäften klebte nur in 39 Prozent der Fälle die korrekte Etikette. Im Vorjahr waren es 29 Prozent gewesen.

Diese Zahlen seien viel zu schlecht, moniert Alec. Die Konsumenteninformation über die Energieeffizienz eines Gerätes sei keine Gnade dem Kunden gegenüber, sondern gesetzliche Pflicht.

Darum fordert Alec vom Bundesamt für Energie den strikten Vollzug des Gesetzes. Verstärkte Kontrollen sollen die Sünder ans Licht bringen und auch Bussen bis zu 40 000 Franken sollen dem Handel Beine machen.

(sda)

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