Juckende Stiche : Mit den hitzigen Temperaturen melden sich die Entenflöhe zurück

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Juckende Stiche Mit den hitzigen Temperaturen melden sich die Entenflöhe zurück

Wenn man nach dem Baden im See juckende und rot verfärbte Einstiche in der Haut bemerkt, handelt es sich vermutlich um Entenflöhe, die zugebissen haben. Wenn das Wasser warm ist, kommen sie im Uferbereich vor. Ihre Stiche sind zwar harmlos, aber sehr unangenehm.

von
Yann Bartal
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Nach dem Baden in warmen Gewässern können momentan Stiche von Entenflöhen auf der Haut auftreten.

Nach dem Baden in warmen Gewässern können momentan Stiche von Entenflöhen auf der Haut auftreten.

Dermacenter Küssnacht
Dabei verursachen sie eine sogenannte Badedermatitis, die sich als geröteter Hautausschlag mit einem starken Juckreiz, Nesselfieber, Brennen, Prickeln sowie zahlreichen Pusteln und kleinen Blasen äussert.

Dabei verursachen sie eine sogenannte Badedermatitis, die sich als geröteter Hautausschlag mit einem starken Juckreiz, Nesselfieber, Brennen, Prickeln sowie zahlreichen Pusteln und kleinen Blasen äussert.

Dermacenter Küssnacht
Entenflöhe sind eigentlich keine Flöhe, sondern mikroskopisch kleine, wurmähnliche Larven – Zerkarien genannt.

Entenflöhe sind eigentlich keine Flöhe, sondern mikroskopisch kleine, wurmähnliche Larven – Zerkarien genannt.

Wikimedia/CDC Minnesota Department of Health

Darum gehts

  • Nach dem Baden treten zurzeit bei vielen Leuten stark juckende Stiche am ganzen Körper auf.

  • Die Stiche werden verursacht durch Entenflöhe, die eigentlich keine Flöhe sind, sondern kleine wurmähnliche Larven.

  • In den Badis spricht man von Einzelfällen, man müsse sich aber keine Sorgen machen, meinen die Verantwortlichen.

  • Dermatologen und Dermatologinnen kennen das Problem, da viele Leute mit Entenfloh-Stichen zu ihnen kommen.

  • Ärzte raten, sich besonders nach dem Baden im See gut abzuduschen und mit einem Tuch trocken zu rubbeln.

Nicht nur Menschen mögen das warme Wasser, auch Entenflöhe gedeihen bei hohen Temperaturen bestens. Das musste auch eine Frau nach einem Besuch in der Badi Merlischachen schmerzlichst erfahren. Sie schreibt auf Facebook: «Ich habe ca. 62 Stiche, die ziemlich jucken.» Damit ist sie nicht allein. Entenflöhe stechen gerade wieder sehr viele Menschen und können den Badespass ganz schön verderben.

Anders, als der Name es vermuten lässt, sind auch Menschen bevorzugte Opfer, die von Entenflöhen gebissen werden. Auch handelt es sich eigentlich nicht um Flöhe, sondern um sogenannte Zerkarien – mikroskopisch kleine, wurmähnliche Larven. Sie fühlen sich besonders in flachen und warmen Gewässern wohl. Die Larven dringen versehentlich in die Menschenhaut ein und können einen Hautausschlag mit heftigem Juckreiz auslösen, aber auch Hunde können beim Baden von den Parasiten befallen werden.

Badis wollen nichts von dem Problem wissen

Wie es auf Anfrage von 20 Minuten heisst, habe sich in der Badi Merlischachen am Sonntag eine Frau wegen eines Ausschlags gemeldet, der vermutlich durch Entenflöhe verursacht wurde. «Es gibt Einzelfälle, es ist aber nichts, wovor man sich in der Badi Merlischachen fürchten muss», sagt ein Mitarbeiter auf Anfrage. Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee hält fest, dass die Badewasserqualität bei der Badi Merlischachen am Vierwaldstättersee sehr gut sei, aber dass das Vorkommen von Entenflöhen nicht getestet werde und dies in der Verantwortung der Betreiber liege.

Auch in anderen Badis will man nichts von einem Problem mit Entenflöhen wissen. Im Strandbad Buochs-Ennetbürgen, im Kanton Nidwalden, gebe es keine Entenflöhe im See, wie es auf Anfrage heisst. Sowohl das Lido wie auch das Seebad Luzern waren zu keiner Auskunft bereit. Dass aber Stiche von Entenflöhen bei Badenden keine Einzelfälle seien, bestätigen die zuständigen Gesundheitsbehörden und -einrichtungen.

Die sehr stark juckenden Stiche halten 10 bis 20 Tage lang an 

Ins Dermacenter Küssnacht kommen immer wieder Patientinnen und Patienten, die mit Stichen übersät sind – selbst einzelne Mitarbeitende waren trotz Vorsichtsmassnahmen schon betroffen. Dabei tritt wenige Stunden und besonders am Tag nach dem Baden ein mückenstichähnlicher Juckreiz an allen Stellen am Körper auf, die nicht von einem Badeanzug verdeckt waren. Das Gesicht kann ebenfalls anschwellen und mit sehr stark juckenden Stichen übersät sein, die zehn bis 20 Tage anhalten.

«Total harmlos in unseren Breitengraden.»

Dr. Maassen, Dermacenter Küssnacht

Co-Leiterin und Mitinhaberin des Dermacenters Küssnacht, Caroline Maassen, kennt das Problem und gibt Ratschläge: «Zu den wichtigsten Massnahmen gehören, Enten in der Nähe nicht noch extra zu füttern, weil dies weitere Tiere anzieht. Wenn es viele Enten hat, sollte man besser einen anderen Badeplatz suchen. Auch kühlere oder fliessende Gewässer sind vorzuziehen. Nach dem Baden sollte man sich, wenn möglich, immer sofort abduschen. Falls es keine Dusche gibt, dann sollte man sich mit dem Handtuch gründlich abrubbeln, damit die Flöhe entfernt werden.» Zu empfehlen sei auch, dass die Kleidung nach dem Schwimmen gewechselt werden solle. 

Hattest du auch schon Entenflöhe? 

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