Aktualisiert 11.05.2017 19:04

Belinda RickliMit der beliebtesten Pöstlerin auf Päcklitour

Einen Tag nach dem Danke-Plakat der Wettswiler Dorfbewohner sind wir mit Pöstlerin Belinda Rickli in ihrem Revier unterwegs. Fazit: Abholzettel im Briefkasten sind verboten.

von
wed

Es ist 6 Uhr am Donnerstagmorgen im Verteilzentrum der Post in Urdorf ZH. Pöstlerin Belinda Rickli bereitet ihren Wagen für die tägliche Päcklitour vor. Einen Tag zuvor haben Dorfbewohner der Gemeinde Wettswil am Albis ZH ein Werbeplakat aufhängen lassen mit den Worten «Danke Belinda! Du bisch die bescht Pöschtlerin» – als Wertschätzung für ihre Arbeit.

«Ich habe nicht so gut geschlafen, ich war ein bisschen nervös», sagt Rickli, die seit 35 Jahren als Pöstlerin unterwegs ist. Sie habe sehr emotional auf das Plakat reagiert. Zeit, sich weiter darüber zu freuen, hat sie aber nicht wirklich: «Heute stehen zwischen 300 und 320 Pakete bereit, um ausgeliefert zu werden.» Bevor es losgeht mit der Tour, nimmt sie noch ein paar Gratulationen und Umarmungen von den Kollegen im Verteilzentrum entgegen, die das Plakat oder den 20-Minuten-Artikel gesehen haben.

«Eigentlich wollte ich nicht zur Post – bis heute bereue ich diese Entscheidung aber keine Minute»

Rund zehn Fahrtminuten später treffen wir in Wettswil am Albis ein – Ricklis Revier. Schon ihre Lehre hatte sie in der Post in Wettswil gemacht. «Meine Eltern haben schon bei der Post gearbeitet, daher wollte ich eigentlich nicht auch noch zur Post», sagt die 52-jährige Mutter. Sie habe sich dann aber doch dazu entschieden und bereue dies bis heute keine Minute.

Einer der ersten Kunden am Donnerstagmorgen ist Martin Hitz. «Belinda!», ruft er euphorisch, als Rickli das Gebäude betritt. «Sie lebt ihren Job und hat immer ein fröhliches Lächeln», so Hitz als Begründung, wieso sie dermassen beliebt ist im Dorf.

Kein Bargeld für zusätzliche Spesen? Kein Problem

Es ist aber nicht nur die gute Laune, die Rickli auszeichnet: Jeden Kunden, den wir besuchen, kennt sie beim Vornamen – nicht selten gibt es eine Umarmung oder drei Küsschen auf die Wangen. Zudem versucht sie alles, damit sie keinen Abholzettel im Briefkasten der Kunden deponieren muss. «Wenn jemand nicht im Büro ist, weiss ich in der Regel, wo in Wettswil sie wohnen, dann bringe ich es eben kurz zu Hause vorbei», sagt Rickli.

Und wenn ein Kunde zusätzliche Spesen zahlen muss und kein Geld zu Hause hat, sei das auch nie ein Problem: «Dann zahle ich die Spesen eben aus meinem Sack und hole sie am nächsten Tag beim Kunden wieder ab – oder einfach dann, wenn ich den Kunden das nächste Mal sehe.»

Die ganze Zusammenfassung der Paket-Tour und wieso Rickli auch noch Cupcakes erhalten hat, sehen Sie im Video.

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