Aktualisiert 16.02.2010 20:17

StudenteneckeMit der ETH auf die höchsten Gipfel

Ich hatte mir schon oft den Kopf darüber zerbrochen, wie ich meine zwei Welten, die Passion für die Berge und meinen Technikberuf, einmal zusammenführen könnte. Eine richtig gute Idee ist mir nie eingefallen.

von
Jan Beutel

Ich habe an der ETH Zürich Elektrotechnik studiert, war dann für meine Diplomarbeit in Kalifornien und habe anschliessend an der ETH meine Doktorarbeit geschrieben – über miniaturisierte, funk- und batteriebetriebene Sensoren. Eigentlich ein sehr technisches, abstraktes und auch trockenes Gebiet. Privat verbringe ich jede freie Minute draussen mit Sport in den Bergen.

Eines Tages komme ich mit Stephan Gruber von der Uni Zürich ins Gespräch. Er ist Geograph und erforscht Permafrost im Hochgebirge, d.h. die Felsen und das Erdreich hoch oben, die immer gefroren sind. Stephan hat ein technisches Problem mit seinen Sensoren am Matterhorn. Wir lernen einander besser kennen und fangen an zusammenzuarbeiten. Er mit seinem Problem, eine Art «Fieberthermometer» für die höchsten Gipfel der Alpen zu entwickeln, und ich mit meinem bis dahin sehr theoretischen Wissen über das Zusammenspiel von modernster Hightech-Elektronik mit Eis, Schnee und Kälte. Wir haben lange hart gearbeitet und ein grosses Team aufgebaut. Dass ich eines Tages einmal unsere eigenen Computerprogramme in einem Tiefkühlschrank auf Fehler testen würde, hätte ich mir nicht gedacht. Eigentlich klingt die ganze Geschichte ein bisschen wie ein Kindheitstraum. Heute arbeiten wir regelmässig vor Ort im Wallis, fliegen mit dem Helikopter auf den Berg und seilen uns in steile Felswände ab. Das ist ein völlig anderer Arbeitsalltag als der, den ich mir bei meiner Berufswahl zum Ingenieur vorgestellt hatte.

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