Colin Muller: Mit der Nati zurück im Scheinwerferlicht

Aktualisiert

Colin MullerMit der Nati zurück im Scheinwerferlicht

Die Trainerkarriere von Colin Muller ist in den letzten Jahren ins Stocken geraten. Mit der Nati meldet er sich im Scheinwerferlicht zurück.

von
Marcel Allemann
Stockholm

Sean Simpson als Chef und Colin Muller als Assistent, das passt zusammen. Gemeinsam waren sie erfolgreich in Zug tätig. Gemeinsam gewannen Sie mit den ZSC Lions 2009 sensationell die Champions Hockey League. Gemeinsam führten sie die Schweiz 2010 in die WM-Viertelfinals und nun gar in die WM-Halbfinals.

Zwischendurch legten Simpson und Muller in Bezug auf ihre gemeinsame Tätigkeit jedoch eine schöpferische Pause ein. Bei der missglückten WM vor einem Jahr in Helsinki war Lance Nethery und nicht mehr Muller Simpsons Assistent. Es war eine Fehlbesetzung. Muller machte seinerseits ebenfalls einige negativen Erfahrungen. Als Nachfolger von Simpson scheiterte im Herbst 2010 als Cheftrainer der ZSC Lions ebenso, wie 2011 beim NLB-Klub EHC Olten. Innert Jahresfrist wurde der Kanada-Schweizer zwei Mal gefeuert. «Man gab mir beide Male sehr wenig Zeit», bedauert der 49-Jährige, «unter meinen Nachfolgern lief es danach auch nicht besser.»

Unzählige Stunden Videostudium

Umso schöner ist es für ihn, nun zurück zu sein. «Was wir hier gerade erleben, ist sehr speziell. Es ist ein grossartiges Gefühl, Teil dieser Gruppe zu sein», sagt Muller. Auch als Coaching-Team würden sie ideal zusammen passen und sich optimal ergänzen. Neben Simpson und Muller sorgt als dritte Kraft Patrick Fischer für frischen Wind. Vor dem Halbfinal gegen die USA ist Muller besonders gefordert. Er ist unter anderem für das Scouting des Gegners zuständig und verbringt viele Stunden mit Videostudium – zumal der Gegner sein WM-Turnier zuvor in Helsinki bestritten hat und in Stockholm nicht wirklich greifbar war. «Unser Plan für das Spiel nimmt Formen an», sagte Muller am Freitag nach dem Training, «wir wissen, was wir vorhaben».

Ungewiss ist jedoch Mullers Zukunft nach der WM. Sein Engagement mit dem Verband, das neben der A-Nati auch die U20 umfasste, läuft aus. «Ich habe noch keine Ahnung, wie es danach weiter geht», sagt der frühere Stürmer schulterzuckend, «ich bin offen für alles». Umso besser für ihn, dass er nun eine Bühne bekommt, um sich zeigen zu können. Und zwar eine ganz grosse.

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