11.01.2019 20:23

Seltenes Phänomen

Mit der Spenderlunge kam die Erdnuss-Allergie

Die Lungentransplantation überstand die Amerikanerin gut, doch ein Sandwich mit Erdnussbutter kostete sie danach fast das Leben.

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Die Aussicht auf eine neue Lunge dürfte bei einer 53-jährigen Amerikanerin Hoffnungen auf ein Leben ohne Atemnot geweckt haben.

Die Aussicht auf eine neue Lunge dürfte bei einer 53-jährigen Amerikanerin Hoffnungen auf ein Leben ohne Atemnot geweckt haben.

Keystone/AP/Soeren Stache
Doch obwohl die Transplantation erfolgreich war, wurden ihre Erwartungen enttäuscht.

Doch obwohl die Transplantation erfolgreich war, wurden ihre Erwartungen enttäuscht.

iStock/Photovs
Denn nachdem sie ein Sandwich mit Erdnussbutter gegessen hatte, bekam sie eine schwere allergische Reaktion und drohte zu ersticken.

Denn nachdem sie ein Sandwich mit Erdnussbutter gegessen hatte, bekam sie eine schwere allergische Reaktion und drohte zu ersticken.

iStock

Die Transplantation einer Spenderlunge rettete einer 53-jährigen Amerikanerin das Leben. Aber das neue Organ brachte neue Probleme, von denen zunächst niemand etwas ahnte. Erst als sich die gesundete Patientin ein Erdnussbutter-Sandwich genehmigte, wurde klar: Nicht nur die Lunge ist neu.

Hatte die Frau früher Erdnüsse mühelos vertragen, wie es im Fachjournal «Transplantation Proceedings» heisst, bekam sie nach dem ersten Erdnuss-Snack nach der Operation eine schwere allergische Reaktion und drohte zu ersticken. Was war passiert?

«Äusserst seltenes Phänomen»

Die Antwort auf diese Frage fand das Team um den Mediziner Mazen Odish von der University of California in San Diego, das sich des mysteriösen Falls angenommen hatte. Der 22-jährige Organspender hatte der Empfängerin nicht nur seine Lunge, sondern auch seine Erdnuss-Allergie vermacht.

Dabei handelt es sich gemäss Odish um ein «äusserst seltenes Phänomen». Ihm seien nur fünf weitere Fälle bekannt, ihnen denen sich Organempfänger mit ähnlichen Beschwerden konfrontiert sahen, sagte er gegenüber Livescience.com.

Übertragungsweg ist unklar

Wie genau die Übertragung der Überempfindlichkeit abgelaufen ist, ist nach wie vor offen. Möglich ist etwa, dass mit dem Spenderorgan Antikörper oder Immunabwehrzellen übertragen wurden, die beim Organempfänger zu allergischen Reaktionen führen können.

Vorstellbar ist aber auch, dass Medikamente, die verhindern sollen, dass das neue Organ vom Körper des Empfängers wieder abgestossen wird, eine Rolle spielten. Gleich mehrere Studien deuten darauf hin, dass Patienten nach der Einnahme des Präparats Tacrolimus häufig Allergien entwickeln. Auch die Amerikanerin hatte es erhalten.

Um weitere Überreaktionen zu verhindern, rieten die Ärzte ihr, fortan auf Erdnüsse und weitere Schalenfrüchte zu verzichten. Zudem soll sie sich regelmässig testen lassen. Es sei möglich, dass die Allergie so schnell wieder verschwinde, wie sie aufgetaucht sei.

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