Wahlbarometer: Mit der SVP gehts bergab

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WahlbarometerMit der SVP gehts bergab

Die SVP ist bei den Parteistärken in der Wählergunst gefallen. Sie verliert satte vier Prozent gegenüber den letzten Wahlen. Ausserdem komme es laut dem SRG-Wahlbarometer für die Stimmbürger bei der anstehenden Bundesratswahl
auf die Persönlichkeit des Kandidaten an und nicht auf die Parteizugehörigkeit.

Wäre im August ein neuer Nationalrat gewählt worden, hätten 24,8 Prozent der Befragten die derzeit stärkste Partei, die SVP gewählt. Bei den Nationalratswahlen 2007 hatte sie 28,9 Prozent erzielt.

Die SP hätte sich leicht auf 20,4 Prozent erholt (2007: 19,5%). Die vor einem Jahr fusionierten FDP/Liberalen kämen neu auf 16,7 Prozent. 2007 hatten sie 15,8 respektive 1,9 Prozent geholt. Dahinter folgen die CVP mit 15,3 Prozent (2007: 14,5%) und die Grünen mit 10,1 Prozent (9,6%).

Die eigentlichen Gewinner wären die BDP und die Grünliberalen GLP. Die von der SVP abgespaltene BDP käme auf Anhieb auf 3,4 Prozent, die GLP würde sich mehr als verdoppeln auf 3,2 Prozent (2007: 1,4%). Praktisch stabil blieben die EVP mit 2,2 und die EDU mit 1,5 Prozent.

SVP hat Mobilisierungsprobleme

Die Verluste bei der SVP sind laut gfs.bern nicht auf abgesprungene Wechselwähler zurückzuführen. Vielmehr gelingt es der SVP nicht mehr so gut wie früher, ihre Wählerschaft zu mobilisieren. Ein guter Teil jener, die 2007 SVP gewählt haben, würde derzeit gar nicht wählen.

Die Gewinne der BDP stammen laut der gfs-Analyse vor allem von Wechselwählenden der FDP. Die GLP kann vor allem Neuwählende mobilisieren, zudem profitiert sie von Wechselwählern der SP.

Persönlichkeitswahl

36 Prozent der Befragten sind laut Wahlbarometer der SRG SSR idée Suisse der Meinung, bei der Wahl des Nachfolgers von Bundesrat Pascal Couchepin sollte die Persönlichkeit des Kandidaten den Ausschlag geben und nicht die Parteizugehörigkeit. 19 Prozent finden, der Sitz solle wiederum an die FDP gehen.

11 Prozent wünschen sich einen Wechsel zur CVP. Je 9 Prozent wünschen sich einen SVP- oder grünen Bundesrat, der Rest konnte sich nicht entscheiden.

Vier von fünf der Befragten gaben an, die Bereitschaft einer Partei, mit anderen im Bundesrat zusammenzuarbeiten, sei entscheidend. Drei von fünf fanden die Zustimmung zu zentralen Werten und Institutionen der Schweiz wichtig.

Keine Mehrheit für Volkswahl des Bundesrates

Umstritten ist dagegen die Frage, ob Fraktions- oder Parteistärken entscheidend für die Zusammensetzung des Bundesrates sein sollen. Eine «inhaltliche» Konkordanz ist also bei den Wahlberechtigten mehrheitsfähig, eine rein arithmetische dagegen nicht, folgern die Politikwissenschafter des Forschungsinstituts gfs.bern, das die Befragung in der Mitte der Legislatur durchführte.

59 Prozent der Befragten sprachen sich für den Reformvorschlag aus, dass die Mitglieder der Landesregierung weiterhin durch das Parlament gewählt werden, die Dauer des Bundespräsidiums aber von einem auf zwei Jahre verlängert wird. 28 Prozent lehnten dies ab. Eine Volkswahl des Bundesrates, wie es die SVP wünscht, befürworten nur 39 Prozent, 53 Prozent lehnen diese Idee ab.

Das Wahlbarometer 09 basiert auf einer repräsentativen Befragung von 2035 wahlberechtigten Personen in den drei hauptsächlichen Sprachregionen. Sie wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern - im Auftrag der SRG SSR idée suisse - vom 17. bis 29. August 2009 durchgeführt. Der statistische Fehlerbereich bei der gesamten Stichprobe beträgt +/- 2,2%.

(sda)

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