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Neues Tattoo-Opfer«Mit der Zeit wurde es immer hässlicher»

Mit einem Tattoo wie eine Kinderzeichnung machte das Waikiki-Tattoo-Studio in Amriswil TG kürzlich Schlagzeilen. Nun meldet sich ein weiteres Opfer.

von
taw
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Lea Jendrysik liess sich vor rund einem Monat im Waikiki-Tattoo-Studio von Othmar Bissegger in Amriswil tatöwieren. Zufrieden ist sie nicht.

Lea Jendrysik liess sich vor rund einem Monat im Waikiki-Tattoo-Studio von Othmar Bissegger in Amriswil tatöwieren. Zufrieden ist sie nicht.

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So hätte ihr Tattoo aussehen sollen.

So hätte ihr Tattoo aussehen sollen.

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Und so sah das Resultat schliesslich aus.

Und so sah das Resultat schliesslich aus.

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«Es ist überhaupt nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Es sieht aus wie eine Kinderzeichnung», äusserte sich Kristina Mihajlovic vor rund einer Woche gegenüber 20 Minuten. Die 20-Jährige liess sich im

Waikiki-Tattoo-Studio von Othmar Bissegger in Amriswil tatöwieren, für das Resultat schäme sie sich einfach nur.

Sie ist kein Einzelfall. Eine 32-Jährige aus Steckborn liess sich dort eine kleine Eule stechen und auch sie sieht zwischen Vorlage und Endresultat wenig Ähnlichkeiten. Als sie Tätowierer Bissegger darauf angesprochen habe, meinte er, dass sich das Tattoo vielleicht durch eine Gewichtszunahme verändert habe. Auch im Fall von Mihajlovic sieht Bissegger die Schuld nicht allein bei sich. Die 20-Jährige habe eben den Heilungsprozess nicht unterstützt.

Neuer Fall

Bei den «Wiler Nachrichten» hat sich nun ein weiteres Opfer gemeldet. Die 18-jährige Lea Jendrysik aus Bichelsee TG liess sich vor rund einem Monat in Bisseggers Studio auf den Unterarm ihr erstes Tattoo stechen. Das Studio hatte ihr ein Freund empfohlen. «Am Anfang fand ich das Tattoo noch nicht so schlimm, aber mit der Zeit wurde es immer hässlicher», so Jendrysik zur Zeitung. Auch ihre Freunde fänden es scheusslich. Kostenpunkt: 290 Franken.

Dank dem 20-Minuten-Artikel traue sie sich nun auch an die Öffentlichkeit: «Ich wollte es gar nicht glauben, dass mein Tattoo wirklich so schlecht ist. Erst als ich in 20 Minuten gesehen habe, dass ich nicht die Einzige bin, ist mir klargeworden, dass es wirklich schlimm ist.» Der Tätowierer selbst sei mit dem Werk zufrieden gewesen.

Noch Keine Anzeigen

Genau wie Mihajlovic will auch Jendrysik ihr Tattoo nun covern lassen. Sie wisse aber noch nicht genau wo und habe auch Angst, dass wieder etwas schiefgeht. Sie überlegt sich auch rechtliche Schritte gegen den Tätowierer. Er soll die Kosten für ein Cover-up übernehmen. Wie die Kantonspolizei Thurgau am Donnerstag gegenüber 20 Minuten sagt, sind bisher allerdings noch keine Anzeigen erstattet worden.

Die Website des Tattoo-Studios indes ist seit letzter Woche inaktiv, wie es in den «Wiler Nachrichten» heisst. «Sorry. Unsere Website wird für kurze Zeit offline sein. Danke für deine Geduld», heisst es dort.

Rechtliche Lage

Wäre es überhaupt möglich, hier auf Schadensersatz zu klagen? Rechtsanwalt Joseph Koch von Grämiger & Koch Anwälte in Wil sagt gegenüber der Zeitung: «Ein Tattoo wird im Rahmen eines Werkvertrages hergestellt. Eine Abweichung vom vereinbarten Vertragsinhalt, Muster, Zeichnung, Vorlage, stellt rechtlich gesehen einen Mangel dar.» Er ergänzt: «Wer Schadenersatz verlangen will, muss einen Schaden nachweisen und diesen genau beziffern können. Der Schaden dürfte in den meisten Fällen auf die Kosten der Entfernung des Tattoos beschränkt sein.»

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