Mit dem RX-7 Turbo II Cabriolet schaffte es Mazda in die Porsche-Liga
Das Mazda RX-7 Turbo II Cabriolet schafft es von 0 auf 100 km/h in 6,9 Sekunden.

Das Mazda RX-7 Turbo II Cabriolet schafft es von 0 auf 100 km/h in 6,9 Sekunden.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
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Mazda RX-7 Turbo II Cabriolet Mit diesem Auto schaffte es Mazda in die Porsche-Liga

Die 200 PS starke Cabrio-Version des Mazda RX-7 sagte 1988 Porsche den Kampf an.

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Bruno von Rotz

Etwas kann und konnte man Mazda sicherlich nie vorwerfen, nämlich fehlende Stringenz. Von Anfang an waren die Japaner beim Wankelmotor dabei, und sie hielten ihm deutlich länger die Treue als jeder andere Autohersteller. Nach den ersten Modellen wie R-100, Cosmo oder RX-3 waren 1977 bereits 930’000 mit Wankelmotoren ausgerüstete Fahrzeuge verkauft, und dann erschien im März 1978 der RX-7, der insbesondere in den USA zum echten Verkaufsschlager wurde.

Und weil das Auto in den Vereinigten Staaten, wohin der Grossteil der 471’018 RX-7 der ersten Generationen ging, so erfolgreich war, wurde die zweite Generation gleich konsequent auf den amerikanischen Autokäufer ausgerichtet. Er musste damit etwas grösser und vor allem komfortabler werden, durfte aber auch schneller sein als sein Vorgänger.

Neuauflage im Jahr 1985

Erste Erlkönige waren schon im Frühjahr 1985 gesichtet, die finale Version wurde dann im Oktober 1985 vorgestellt. Die Karosserie war komplett neu, bezüglich Grössenwachstum hatten sich die japanischen Ingenieure rund um Chefdesigner Akio Uchiyama in Bescheidenheit geübt.

Mit und ohne Turbo

Dem Zweischeiben-Wankelmotor verpassten die Konstrukteure einen zweistufigen Turbolader mit Ladeluftkühler, der 185 PS bei 6500 Umdrehungen und ein maximales Drehmoment von 245 Nm bei 3500 produzierte. Ob soviel «Bumms» musste dann auch gleich noch das Fünfgang-Getriebe verstärkt werden. Für einige Märkte, darunter Deutschland und die Schweiz, wurde aber zunächst ausschliesslich eine Sauger-Version mit 150 japanischen PS angeboten.

Der Wankelmotor ist immer gut hörbar.

Der Wankelmotor ist immer gut hörbar.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Im Vergleich zum Vorgänger wirkt der zweite Aufguss deutlich eigenständiger.

Im Vergleich zum Vorgänger wirkt der zweite Aufguss deutlich eigenständiger.

Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
Das Dach lässt sich fast komplett herunterklappen.

Das Dach lässt sich fast komplett herunterklappen.

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Mit Charme und Klamauk

Mit DM 41’800 oder CHF 36’500 stand diese 150-PS-Version hierzulande auf der Preisliste, das waren über 20 Prozent mehr, als man für den Vorgänger bezahlt hatte. Da war natürlich etwas Anschubhilfe gefragt, und die Werber von Mazda gaben denn auch Vollgas.

In den USA bemühten sie James Garner (u.a. bekannt aus dem Film «Grand Prix», aber auch aus der TV-Serie «Rockford, Anruf genügt»), der die Individualität und Sportlichkeit neben der Preiswürdigkeit in den Vordergrund stellte.

Mehr Leistung und ein Cabriolet

Im Jahr 1988 ergänzte Mazda die Baureihe mit einer Cabriolet-Version und dem leistungsfähigeren Turbo-II-Motor, die Leistung stieg dank Feinoptimierung am Turbolader und dessen Umfeld auf 200 PS bei 6500 Umdrehungen.
Trotz höheren Gewichts (1390 kg) spurtete die Cabriolet-Version beim Test der Automobil Revue im September 1989 in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als Spitze wurden 239 km/h notiert, als Verbrauch 14,2 Liter pro 100 km registriert. Damit katapultierte sich der Mazda mitten in die Porsche-Liga, ein erheblich teureres Porsche 944 S2 Cabriolet jedenfalls konnte all dies nicht viel besser.

Ein richtiger Sportwagen sei der Mazda in der neuen Ausführung, befand die Automobil Revue und äusserte sich durchaus positiv über den verbesserten RX-7 in ihrem Testbericht.

Sonnige Fahrfreuden

Mit 4,335 Metern Länge und 1,69 Metern Breite wirkt ein Mazda RX-7 heute kompakt und auch die fast 1,4 Tonnen Gewicht wirken nicht überladen. Ist das Dach nach einer vorgegebenen Prozedur aus manuellen Eingriffen und elektrohydraulisch unterstützten Öffnungsschritten einmal versenkt, kommt Freude beim sonnenhungrigen Cabrioletfahrer auf.

Die Rundumsicht ist tadellos, die Sitzposition in den stark konturierten Sitzen passt. Gestartet wird natürlich mit Zündschlüssel und sofort lässt der Wankelmotor sein charakteristisches Lied erklingen. Unmusikalisch ist es nicht, zusammen mit dem Auspuffgeräusch kann es sogar gefallen, zumal es nie richtig laut wird.

Das Getriebe lässt sich sehr exakt und knackig schalten, die Bedienungskräfte sind insgesamt eher niedrig. Die Fahrleistungen im Zweisitzer, die hinteren Sitze des Coupés wurden der Dachkonstruktion geopfert, genügen auch hohen Ansprüchen.

Die in zeitgenössischen Testberichten als hart und straff beschriebene Fahrwerksabstimmung empfindet der moderne, durch extreme Niederquerschnittsreifen abgestumpfte Autofahrer, als durchaus komfortabel. Und schliesslich wollte der RX-7 ja doch ein bisschen ein Sportwagen sein.

Nur sechs Jahre gebaut

Die zweite Generation des Mazda RX-7 wurde von 1985 bis 1991/1992 produziert. Insgesamt verliessen 272’027 Wankel-Sportwagen die Fabrik, mehr als zwei Drittel davon gingen in die USA. Etwa 20’000 offene Varianten entstanden, sie zählen also, insbesondere mit Turbo-Bestückung, zu den Raritäten. So gesehen sind die Preise eigentlich mehr als moderat geblieben.

Mehr Informationen und viele Fotos von heute und damals gibt es auf www.zwischengas.com.

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