Erste Testfahrt: Mit diesem Elektro-SUV schockt Smart die Konkurrenz

Schluss mit lustig: In der Topversion Brabus zersägt der neue Smart #1 beim Ampelstart auch hochpreisige Supersportwagen. 

Schluss mit lustig: In der Topversion Brabus zersägt der neue Smart #1 beim Ampelstart auch hochpreisige Supersportwagen. 

Foto: Smart
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Erste TestfahrtMit diesem Elektro-SUV schockt Smart die Konkurrenz

Smart ist zurück – und setzt mit dem #1 punkto Preis-Leistungs-Verhältnis gleich mal eine neue Messlatte.

von
Dave Schneider

Wie bitte? Null auf hundert in 3,9 Sekunden – und das in einem kleinen SUV? LED-Matrix-Licht, eine Beats-Soundanlage und nette Features wie ein 360-Grad-Kamerasystem samt Einparkassistenten, eine intelligente Sprachbedienung oder eine elektrische Heckklappe gibt es noch obendrauf – und das zu einem Preis von 44’900 Franken? Da kann doch was nicht stimmen.

Doch, stimmt alles. Der Grund für dieses Hammer-Angebot: Der neue Smart namens #1 wird in China gebaut und basiert auf Technik des chinesischen Herstellers Geely. Dieser besitzt 50 Prozent an Smart – die andere Hälfte aber gehört weiterhin Mercedes, und die waren nicht nur für das Design, sondern auch für die Abstimmung des neuen Modells verantwortlich. Der Kunde bekommt also das Beste aus zwei Welten und das kann sich im Gesamtpaket echt sehen lassen.

Reichlich Platz für fünf

Der Smart #1 ist kein Winzling mehr wie früher, sondern ein stattlicher SUV, der wegen seiner Höhe von über 1,63 Metern von aussen deutlich grösser wirkt, als er mit seinen 4,27 Metern Länge tatsächlich ist. Im Innenraum kann man schon mal ins Staunen kommen: Das Cockpit ist topmodern mit kleinem Info-Bildschirm hinter dem Lenkrad, einem grossem Head-up-Display dahinter und einem freistehenden Touchscreen auf der Mittelkonsole. Die Materialien wirken verblüffend hochwertig und gut verarbeitet, und auch die Platzverhältnisse sind erstaunlich gut – der #1 spielt da die Vorteile einer reinen Elektro-Plattform voll aus.

Also hinein in das gute Teil und los gehts auf eine ausgiebige Probefahrt. Beim Testwagen handelte es sich noch um Vorserienmodelle, das noch nicht in allen Details perfekt war – das Infotainmentsystem samt Sprachführung war noch nicht in Deutsch erhältlich, die Verkehrszeichenerkennung spielte etwas verrückt. Doch das Fahrgefühl, das der neue Smart vermittelt, ist grundsolide. Straffe Lenkung, ordentliches Abrollverhalten, gute Schallisolierung – auch hier verfliegen die Vorurteile gegenüber chinesischen Autos rasch. Die Brabus-Variante zeigt leichte Schwächen auf feuchtem Untergrund, besonders in Kurven war die Fahrwerksabstimmung mit der immensen Power schnell überfordert. Kein Grund zur Sorge, in all diesen Punkten kann der Hersteller bis zum Verkaufsstart noch locker nachbessern.

In der Rückansicht ist erkennbar, dass das Design von Mercedes stammt – vom gleichen Team, die schon die aktuellen Smart-Modelle gestaltet hat. 

In der Rückansicht ist erkennbar, dass das Design von Mercedes stammt – vom gleichen Team, die schon die aktuellen Smart-Modelle gestaltet hat. 

Foto: Smart
Der Innenraum wirkt hochwertig, das Cockpit und das Infotainmentsystem sind topmodern. 

Der Innenraum wirkt hochwertig, das Cockpit und das Infotainmentsystem sind topmodern. 

Foto: Smart
Luftiger, als gedacht: Fünf Personen finden locker Platz auf 4,27 Metern Länge. Das ist nur einer der Vorteile einer reinen Elektro-Plattform. 

Luftiger, als gedacht: Fünf Personen finden locker Platz auf 4,27 Metern Länge. Das ist nur einer der Vorteile einer reinen Elektro-Plattform. 

Foto: Smart

Bereits das heckgetriebene Basismodell ist mit einer Leistung von 200 kW/272 PS und einem Sprintwert von 6,7 Sekunden gut motorisiert. Die Batterie mit 66 kWh gewährleistet eine WLTP-Reichweite von 440 Kilometern, geladen wird mit bis zu 150 kW (DC) an der Schnellladesäule respektive mit bis zu 22 kW (AC) an der heimischen Wallbox – auch da gibt sich der kleine China-Deutsche also keine Blösse. Das Topmodell namens Smart #1 Brabus wird von zwei E-Motoren mit gemeinsam 315 kW/428 PS über alle vier Räder angetrieben und schafft damit die eingangs erwähnte Wahnsinns-Sprintzeit von 3,9 Sekunden. Das sind Supercar-Zahlen – in einem Smart!

Auf den Markt kommt der #1 im April zu Preisen ab 37’490 Franken, der beinahe voll ausgestattete Brabus kostet ab 44’900 Franken. Bestellt werden kann der Elektro-SUV bereits ab Oktober – die ersten 44 können sich dort die exklusive Launch-Edition sichern, von denen nur 1000 nach Europa kommen. Aktuell profitieren die Kunden in der Schweiz vom tiefen Euro-Kurs und von den Vorteilen bei der Mehrwertsteuer – in Deutschland etwa kostet der #1 gut 4000 Franken mehr.

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