15.01.2019 05:58

Bodybuilding-SchweizermeisterMit diesem Polizisten legt sich niemand an

Marco Schweizer ist Schweizermeister im Bodybuilding. Sein austrainierter Körper verschafft ihm auch im Beruf Respekt. Als Polizist ist der Basler oft dort, wo es brenzlig wird.

von
lha

«Als ich das Lied zum ersten Mal hörte, bekam ich Gänsehaut.» Marco Schweizer wählte den Soundtrack seiner Kür an der Bodybuilding-Schweizermeisterschaft bewusst aus.

Marco Schweizer ist ein Hüne. Wenn sich der 1,97-Meter-Mann vor einem aufbaut, vergeht auch schweren Jungs das Lachen. Der 29-jährige Fricktaler ist amtierender Classic-Bodybuilding-Schweizermeister und Gefreiter bei der Basler Kantonspolizei. «Draussen im Frontdienst erreichst du mit Körpersprache viel», sagt er. Als Mitarbeiter des Einsatzelements Brennpunkte ist er mit seinen Kollegen immer dort, wo es rasch Manpower braucht. An Demonstrationen, Fussballspielen oder auch wenn eine Schlägerei geschlichtet werden muss.

Zwar ist körperliche Fitness Voraussetzung für den Polizeiberuf, Schweizers Muskelberge stehen aber nicht in dienstlichem Zusammenhang. Schuld daran ist die Gärtnerlehre, die er als Teenager absolvierte. Damals war er ein «Spargeltarzan» und bekam von der Arbeit Rückenschmerzen, weil er mit seiner Grösse zu kämpfen hatte. Seine Eltern rieten zu Krafttraining und so fand er mit 19 zu einer neuen Leidenschaft.

Zehn Jahre später hat er beeindruckende 34 Kilogramm Muskelmasse zugenommen. 100 Kilogramm Wettkampfgewicht bringt er bei 8 Prozent Körperfett auf die Waage. Für Wettkämpfe reduziert er den Fettanteil auf gerade mal noch die Hälfte. Wobei die IFBB-Schweizermeisterschaft, die der 29-Jährige letztes Jahr gewonnen hat, sein erster Wettkampf war. Dabei ist er angesichts seiner Grösse ein untypischer Bodybuilder. «Die meisten sind kleiner und kompakter», erklärt er.

«Bodybuilding ist eine 24-Stunden-Aufgabe»

In der aktuellen Ausgabe des Mitarbeitermagazins der Kantonspolizei hat Schweizer seinen Kollegen im Korps seine «Goldene Formel» verraten. Es geht dabei um die ideale Ernährung für die Körperausbildung. Zehn Jahre lang habe er daran getüftelt. Ernährung ist sehr individuell und viele wollen einem einfach etwas verkaufen», sagt er. «Seit dem Bericht löchern mich diverse Polizisten mit Fragen», erzählt er.

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Marco Schweizer ist amtierender Schweizermeister im Classic Bodybuilding.

Marco Schweizer ist amtierender Schweizermeister im Classic Bodybuilding.

pd
Der Hüne misst beinahe 2 Meter. Für einen Bodybuilder ist der Fricktaler überdurchschnittlich gross. Kaum zu glauben: Vor zehn Jahren war er noch ein Spargeltarzan. Seither hat er 34 Kilo Muskelmasse zugenommen.

Der Hüne misst beinahe 2 Meter. Für einen Bodybuilder ist der Fricktaler überdurchschnittlich gross. Kaum zu glauben: Vor zehn Jahren war er noch ein Spargeltarzan. Seither hat er 34 Kilo Muskelmasse zugenommen.

pd
Mit seinem Körperbau macht er auch im Beruf eine gute Falle. Schweizer arbeitet nämlich bei der Basler Kantonspolizei und ist im Einsatz oft an Brennpunkten anzutreffen. «Im Frontdienst erreichst du mit Körpersprache viel», sagt er.

Mit seinem Körperbau macht er auch im Beruf eine gute Falle. Schweizer arbeitet nämlich bei der Basler Kantonspolizei und ist im Einsatz oft an Brennpunkten anzutreffen. «Im Frontdienst erreichst du mit Körpersprache viel», sagt er.

pd

«Ich trainiere nicht aussergewöhnlich viel», sagt Schweizer. Trotzdem sei Bodybuilding eine 24-Stunden-Aufgabe. Schlaf und Ernährung seien genauso wichtig. Deshalb hat er auch im Dienst immer eine Box mit Reis und einen Eiweiss-Shake dabei. Sein Energiebedarf ist enorm. Wenn er sich auf Wettkampfdiät setzt, spachtelt er noch immer bis zu 5000 Kalorien täglich, in der Aufbauphase kann es auch mal das Doppelte sein. Zum Vergleich: Der Tagesbedarf für einen normalgewichtigen Mann durchschnittlicher Grösse seines Alters liegt knapp über 2000 Kalorien.

Auf Schwarzeneggers Spuren

Sein Beruf kommt ihm da zugute. Die Polizei hat ein eigenes Sportzentrum mit Kraftgeräten, die er nutzen kann. «Dort hat es für mich aber zu wenig Gewicht. Fürs Aufwärmen ist das gut», sagt er mit einem Schmunzeln.

Im Frühling nimmt Schweizer sein nächstes sportliches Ziel in Angriff. Den europäischen Arnold Classic, der im Herbst in Barcelona ausgetragen wird. Der Name des Events kommt nicht von ungefähr: Bodybuilding-Legende Arnold Schwarzenegger hat den Wettbewerb 1989 aus der Taufe gehoben, der europäische Ableger wird seit 2011 in Spanien ausgetragen. Die Schweizermeisterschaft hat der junge Athlet beim ersten Anlauf gewonnen. Das sind also vielversprechende Vorzeichen.

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