18.09.2018 19:03

Vision iNextMit diesem Sonderling rollt BMW in die Zukunft

Der iNext wird das erste vollautonome Fahrzeug von BMW – mit E-Motor, einer schrägen Front und viel Hightech für die Freude am Sich-fahren-Lassen.

von
Thomas Geiger
18.9.2018
Das neuste Konzeptfahrzeug von BMW – die Vision iNext – soll zum Flaggschiff künftiger SUV werden. Das iNext-Konzept soll im Jahr 2021 als Serienfahrzeug auf den Markt kommen und revolutionäre Ideen, einschliesslich einer interaktiven Sitzlandschaft, bieten.

Das neuste Konzeptfahrzeug von BMW – die Vision iNext – soll zum Flaggschiff künftiger SUV werden. Das iNext-Konzept soll im Jahr 2021 als Serienfahrzeug auf den Markt kommen und revolutionäre Ideen, einschliesslich einer interaktiven Sitzlandschaft, bieten.

BMW
Oft kritisiert wurde der extravagante Frontgrill. Ob die Nörgler dies 2021 immer noch so sehen werden?

Oft kritisiert wurde der extravagante Frontgrill. Ob die Nörgler dies 2021 immer noch so sehen werden?

BMW
«Das ist unser Trailblazer, der BMW den Weg in die Zukunft ebnen wird», hebt Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich die Studie auf ein ganz hohes Podest. «Hier zeigen wir, was wir unter der Mobilität von morgen verstehen», sagt er.

«Das ist unser Trailblazer, der BMW den Weg in die Zukunft ebnen wird», hebt Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich die Studie auf ein ganz hohes Podest. «Hier zeigen wir, was wir unter der Mobilität von morgen verstehen», sagt er.

BMW

BMW kämpft um die Pole-Position bei der Erneuerung der Automobilindustrie. Denn während die Hauptkonkurrenten Audi und Mercedes gerade ihre ersten Serien-Stromer ins Rampenlicht rücken, denken die Bayern schon wieder weiter. Schliesslich haben sie mit i3 und i8 schon zwei Akkuautos am Start – selbst wenn sie der Zeit damit so weit voraus waren, dass der zähe Verkauf den hohen Erwartungen hinterherhinkt. Und weil sie mit den vergleichsweise normalen Elektroautos wie dem Mini E für 2019 und dem iX3 für 2020 gemessen an e-Tron und EQC ein bisschen spät dran sind, lenken sie den Blick lieber auf ein Auto, das über den elektrischen Antrieb hinaus gedacht ist – den iNext.

Trailblazer in die Zukunft

«Das ist unser Trailblazer, der BMW den Weg in die Zukunft ebnen wird», hebt Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich die Studie auf ein ganz hohes Podest. «Hier zeigen wir, was wir unter der Mobilität von morgen verstehen», sagt er. Und anders als die vielen anderen Studien, die man in letzter Zeit zu diesem Thema gesehen hat, ist der iNext nicht nur eine ferne Vision. «Diese Studie ist ein sehr konkreter Hinweis auf die nächste Generation von iModellen und kommt 2021 in Serie», sagt Fröhlich. Der elektrische Antrieb ist für BMW dabei so selbstverständlich und nebensächlich, dass sich Fröhlich erst auf Nachfrage bequemt, ein paar Details wie die Reichweite von über 600 Kilometern und den Sprintwert von weniger als vier Sekunden zu verraten. «Mit bald 500'000 elektrifizierten BMW bis zum Ende der Dekade ist das für uns schon normal», sagt Fröhlich und nennt deshalb andere Herausforderungen: Die Konnektivität und das autonome Fahren. «Und mit Lösungen wie im iNext wollen wir auch da in Führung gehen.»

Mit diesem Sonderling rollt BMW in die Zukunf

Der iNext wird das erste vollautonome Fahrzeug von BMW – mit E-Motor, einer schrägen Front und viel Hightech für die Freude am «sich fahren lassen».

Hasenzähne statt Niere

Als erster BMW, der konsequent fürs autonome Fahren entwickelt wird, ist der iNext deshalb von innen nach aussen gestaltet worden. Während die Karbon-Karosse wie eine Mischung aus X5 und i3 wirkt und eigentlich nur wegen des eiförmigen Hecks und des Kühlers überrascht, der eher an Hasenzähne als eine Niere erinnert, betritt man durch die gegenläufig angeschlagenen Türen ohne B-Säule eine völlig neue Welt. Die Sitze erinnern eher an Sessel und Sofas, wo früher mal Konsolen waren, stehen jetzt Beistelltische, und die Materialauswahl ist warm und wohnlich.

Nach dem Motto «Shy Tech statt High Tech» gibt es ausser den beiden grossen, irgendwie fast schon antiquierten Touchscreens vor der Frontscheibe kaum mehr sichtbare Bedienelemente – selbst die Pedale verschwinden im Boden und das Lenkrad macht sich dünn, wenn man vom Boost-Modus in den Ease-Modus wechselt und die Führungsaufgabe an den Wagen delegiert. Alles, was es zu steuern und bedienen gibt, bespricht man mit dem digitalen Assistenten über das Kommando «Hey BMW» oder macht entsprechende Gesten. Und wer partout irgendwo dran herumfingern möchte, der findet überall in den Sitzbezügen und Konsolen Sensorfelder, die auf jeden Fingerzeig reagieren und die Kommandos sogar mit Lichtleitern quittieren. Selbst Bildschirme sucht man rund um das Sofa im Fond vergebens. Stattdessen hat BMW im Dach einen Beamer installiert, der sich automatisch eine Projektionsfläche sucht und so zum Beispiel ein weisses Blatt zum Display macht.

Doch obwohl sich Lenkrad und Pedale beim autonomen Fahren zurückziehen, ist der iNext keine Lounge, sondern ähnelt noch immer einem normalen Auto. Denn Autonomie hin, Assistenz her – die Freude am Fahren wird bei BMW auch im nächsten Jahrzehnt erhalten bleiben.

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