Conference League: So will der FC Basel gegen Kairat Almaty siegen
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5200 Kilometer nach KasachstanMit diesem Trick will der FCB die Extrem-Reise zum Fussball-Exoten überstehen

Die Basler müssen in der Conference League gegen Kairat Almaty ran. Kein Club im europäischen Geschäft ist weiter östlich gelegen, der FCB hat einen 7,5 Stunden Flug hinter sich. Doch die Basler sind gewitzt.

von
Nils Hänggi
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Almaty liegt fast an der chinesischen Grenze. Die Luftlinie zwischen Basel und Almaty in Kasachstan beträgt mehr als 5200 Kilometer.

Almaty liegt fast an der chinesischen Grenze. Die Luftlinie zwischen Basel und Almaty in Kasachstan beträgt mehr als 5200 Kilometer.

FC Basel
Am Dienstagmittag flog der FCB per Charterflug los, gegen 2 Uhr Ortszeit (21 Uhr CH-Zeit) kam er in Kasachstan an.

Am Dienstagmittag flog der FCB per Charterflug los, gegen 2 Uhr Ortszeit (21 Uhr CH-Zeit) kam er in Kasachstan an.

FC Basel
Valentin Stocker will gegen Almaty gewinnen. 

Valentin Stocker will gegen Almaty gewinnen.

Martin Meienberger/freshfocus

Darum gehts

  • Am Donnerstagnachmittag spielt der FC Basel gegen Kairat Almaty.

  • Die Basler haben eine extrem lange Reise hinter sich.

  • Wie der FCB dennoch gewinnen will, verraten Valentin Stocker und Coach Patrick Rahmen.

Die Luftlinie zwischen Basel und Almaty in Kasachstan beträgt mehr als 5200 Kilometer. Ein Direktflug dauert rund 7,5 Stunden. Der Routenplaner von Google Maps sagt, dass man mit dem Auto 75 Stunden – also mehr als drei Tage – unterwegs wäre. Und das ohne jegliche Pause! Dazu kommen noch fünf Stunden Zeitverschiebung. Das ist noch nicht alles: Rund 200 Kilometer östlich von Almaty ist bereits die chinesische Grenze. Kein Club im europäischen Geschäft ist weiter östlich daheim als der kasachische Meister Kairat Almaty!

Es sind absolut verrückte Zahlen über den Gegner des FC Basel in der Conference League. Am Donnerstagnachmittag um 16.30 Uhr (CH-Zeit) findet das Spiel statt. Nie zuvor ist der FCB für ein Auswärtsspiel im Europacup so weit gereist. Nicht verwunderlich, haben die Basler eine irre Reise hinter sich. Am Dienstagmittag flogen sie per Charterflug los, gegen 2 Uhr Ortszeit (21 Uhr CH-Zeit) kamen sie in Kasachstan an. Direkt nach dem Spiel fliegen sie um drei Uhr Ortszeit in der Nacht los und landen etwa um sechs Uhr Schweizer Zeit wieder in Basel. 15 Stunden insgesamt im Flieger!

«Wir lamentieren nicht»

FCB-Captain Valentin Stocker kann das Ganze auch noch nicht so richtig fassen. Vor der Partie sagt er: «So eine Reise habe ich noch nie erlebt. Aber alles ging wunderbar. Jeder hatte ein bis zwei Plätze im Flugzeug zur Verfügung.» Er habe Filme geschaut und mit Mitspielern gejasst. Coach Patrick Rahmen meint: «Es war schon speziell. Vor allem, weil wir am Sonntag ja schon wieder eine Partie gegen Luzern haben.»

Doch die Basler haben vorgesorgt. Damit sie dann nicht müde und ausgelaugt sind, behelfen sie sich eines Tricks! «Wir versuchen, die Schweizer Zeit beizubehalten und uns gar nicht an den Rhythmus hier zu gewöhnen», erklärt Stocker. Sein Trainer ergänzt: «Ich habe mit vielen Leuten geredet, die sich mit Zeitumstellungen und langen Reisen auskennen. Die haben mir das geraten.» Heisst: Beim FC Basel gibt es erst gegen Mitternacht Abendessen und Schlafenszeit ist irgendwann am frühen Morgen kasachischer Zeit. «Wir lamentieren nicht rum», so Rahmen nüchtern.

Und das ist sicherlich gut so. Denn die Basler brauchen einen Sieg gegen Almaty. In der Gruppe H liegt der FCB mit acht Punkten auf Platz zwei hinter Karabach (10). Wenn die Basler Ende der Gruppenphase weiter Zweite sind, müssen sie den Umweg über den Sechzehntelfinal nehmen. Nur die Gruppenersten sind direkt im Achtelfinal. Für Stocker und Rahmen ist also klar, dass sie gegen die Kasachen gewinnen müssen. «Wir wollen den Final gegen Karabach in Basel haben», so der 32-jährige Captain. «Es gibt keine Diskussionen, der Sieg muss her.»

So weit weg liegt Almaty von Basel.

So weit weg liegt Almaty von Basel.

Google Maps

Basel wollte Luzern-Partie verschieben

Und die Basler haben sogar Glück, Für das Spiel werden Temperaturen knapp über dem Nullpunkt erwartet. Anfangs November, als Karabach mit 2:1 gegen Almaty gewann, war es in Almaty minus 13 Grad. Bei minus 18 Grad hätte das Spiel abgesagt werden müssen, erzählt Rahmen mit einem Lachen. Generell meint es der Wettergott gut mit den Baslern. So kommen die Basler wohl noch direkt vor einem gemeldeten Schneesturm in die Schweiz zurück.

In dieser haben sie dann rund zwei Tage Zeit für die Vorbereitung auf das Luzern-Spiel. Ein Spiel, das der FCB gerne verschoben hätte. Der Club reichte einen entsprechenden Antrag ein. Weil die Luzerner aber auf die Ansetzung der Partie bestanden, müssen die Basler in den sauren Apfel beissen. Darauf angesprochen sagt der 52-Jährige: «Luzern hat sich so entschieden, wir akzeptieren das. Wir werden alles dran setzen, um ihnen die Antwort auf dem Platz zu geben.»

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