Lernen in der Corona-Krise: Mit diesen Alternativen ersetzt du den Sprachaufenthalt im Ausland
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Lernen in der Corona-KriseMit diesen Alternativen ersetzt du den Sprachaufenthalt im Ausland

Wegen Corona fällt dein Sprachaufenthalt ins Wasser? 20 Minuten zeigt dir, was du stattdessen tun kannst, um eine Sprache zu lernen, und was dir die alternative Lernmethode tatsächlich bringt.

von
Fabian Pöschl
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In der Corona-Krise fällt der Sprachaufenthalt im Ausland für viele ins Wasser.

In der Corona-Krise fällt der Sprachaufenthalt im Ausland für viele ins Wasser.

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Zwar bieten die entsprechenden Firmen noch Sprachaufenthalte an, die Bedingungen änderten sich aber fast täglich.

Zwar bieten die entsprechenden Firmen noch Sprachaufenthalte an, die Bedingungen änderten sich aber fast täglich.

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Viele sind deshalb verunsichert, ob oder wohin sie noch reisen dürfen.

Viele sind deshalb verunsichert, ob oder wohin sie noch reisen dürfen.

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Darum gehts

  • Wegen der Corona-Krise fallen viele Sprachaufenthalte ins Wasser.

  • Die Firma EF lancierte deshalb erstmals englische Sprachcamps in der Schweiz.

  • 20 Minuten zeigt dir weitere Alternativen zum Auslandaufenthalt.

Eine fremde Sprache lernen, gleichzeitig neue Menschen kennen lernen und den kulturellen Horizont erweitern – viele Menschen wünschen sich einen Sprachaufenthalt im Ausland. In der Corona-Krise ist das aber oftmals nicht möglich.

«Wir spüren, dass manche Kunden verunsichert sind, ob oder wohin sie noch reisen dürfen, um eine Sprache zu lernen», sagt eine Sprecherin des Unternehmens Boa Lingua, das auch in der Krise noch Sprachaufenthalte anbietet. Die Bedingungen änderten sich fast täglich. «Wer jetzt eine Sprachreise plant, sollte sich unbedingt beraten lassen. So können wir mit dem Kunden gemeinsam die beste Lösung finden», so die Sprecherin.

Auch die Konkurrenzfirma Education First (EF) bietet weiterhin Sprachaufenthalte an. Aktuell möglich sind laut einer Sprecherin etwa alle Destinationen in Europa (siehe Box). Allerdings lancierte EF auch eine Alternative zum Auslandaufenthalt. So testete die Firma letzten Sommer zum ersten Mal englische Sprachcamps in Laax und will sie voraussichtlich auch in den nächsten Oster- und Sommerferien durchführen.

In diesen Ländern sind Sprachaufenthalte möglich

Sprachaufenthalte im Ausland sind in manchen Ländern weiterhin erlaubt. Aktuell möglich sind laut einer Firmensprecherin von Education First alle Destinationen innerhalb von Europa, den USA, Kanada und Singapur. Ab Januar kämen zudem Südafrika und Costa Rica dazu.

Was taugen die Sprach-Camps von EF als Alternative zum Sprachaufenthalt im Ausland? 20 Minuten zeigt dir diese und weitere Alternativen auf, um eine Sprache zu lernen. Was die Lernmethode bringt, beurteilt der Didaktiker Jochen Plikat vom Institut für Romanistik an der Technischen Universität Dresden.

  • Sprach-Camp in der Schweiz

Ein Sprach-Camp im Inland, wie von EF angeboten, bietet zwar nicht den Reiz der Auslandsreise, aber dennoch Vorteile. Sprachexperte Plikat sieht «keine Bedenken», die Sprache im Camp zu lernen, wenn die Lehrpersonen versiert seien. «Ein Auslandaufenthalt führt nicht automatisch zu grossen Fortschritten. Beim Sprachenlernen spielen Fleiss und die individuelle Motivation eine wichtige Rolle», so Plikat.

  • Online-Sprachkurs und Sprachlern-Apps

Online-Sprachkurse und Sprachlern-Apps gibt es zuhauf. Doch sie könnten keine echte Interaktion mit einem Muttersprachler ersetzen, so Plikat. Er befürworte zwar jede Art des Lernens, doch sei die Motivation im Ausland viel höher als mit einer App. «Die App kann man ignorieren, mit Menschen geht das nicht», so Plikat. Ausserdem seien viele Programme auf das Lernen von einzelnen Vokabeln ausgerichtet, wie man es aus der Schule kennt. Viel sinnvoller sei es aber, ganze Wortverbindungen zu lernen, die oftmals erst in Kombination einen Sinn ergeben würden.

  • Whatsapp-Brieffreundschaft

Die klassische Brieffreundschaft mit einer Person im Ausland klappt auch mit sozialen Medien. Plikat hält den direkten Austausch mit einer anderen Person für die ideale Alternative zum Sprachaufenthalt. «Mit dem Gegenüber kommuniziert man authentisch und bekommt reichlich Feedback», so Plikat. Plikat hat selbst Erfahrung damit, denn seine Universität empfiehlt derzeit sogenannte Sprachtandems, bei denen sich zwei fremde Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen für ein bis zwei Stunden virtuell treffen, um die Sprache des Gegenübers zu lernen.

  • Filme und Serien in der Fremdsprache schauen

Filme und Serien in den Bibliotheken der Streaminganbieter bieten meist Untertitel in verschiedenen Sprachen. «Damit lässt sich gut lernen, weil man die Sprache nicht nur hört, sondern auch eine grafische Unterstützung bekommt», sagt Plikat. Er unterstütze diese Lernart «auf jeden Fall», weil man so an die Wirklichkeit angelehnte Dialoge lerne. «Grammatik und Wortschatz erweitert man so auf unterhaltsame Weise», so Plikat.

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