Ukraine-Krieg: Mit diesen Billigdrohnen macht die Ukraine Jagd auf russisches Kriegsgerät
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Ukraine-KriegMit diesen Billigdrohnen macht die Ukraine Jagd auf russisches Kriegsgerät

Die ukrainische Einheit Aerorozvidka (Luftaufklärung) wirft mit handelsüblichen Drohnen Granaten auf russische Einheiten ab. Gewisse Teile an den Granaten kommen aus dem 3D-Drucker.

von
Florian Osterwalder
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Eine solche Drohne kostet etwa 85’000 Dollar. Im Gegensatz zur türkischen Drohne Bayraktar, die etwa zwei Millionen Dollar pro Stück kostet, ist sie geradezu ein Schnäppchen.  

Eine solche Drohne kostet etwa 85’000 Dollar. Im Gegensatz zur türkischen Drohne Bayraktar, die etwa zwei Millionen Dollar pro Stück kostet, ist sie geradezu ein Schnäppchen.  

Armee Ukraine
Ein Video auf Twitter zeigt, wie eine Drohne über eine russische Stellung fliegt und die Granate runterfallen lässt.

Ein Video auf Twitter zeigt, wie eine Drohne über eine russische Stellung fliegt und die Granate runterfallen lässt.

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Wenig später detoniert die RPG-3-Granate neben dem russischen Militärfahrzeug. 

Wenig später detoniert die RPG-3-Granate neben dem russischen Militärfahrzeug. 

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Darum gehts

  • Die Aerorozvidka besteht hauptsächlich aus ein paar wenigen Freiwilligen.

  • Die Einheit besteht aus IT-Experten und Ingenieuren, Geld bekommen sie aus Spenden. 

  • Die Spezialität der Truppe ist handelsübliche Drohnen in todbringende Kampfmaschinen umzubauen.

Die ukrainische Einheit Aerorozvidka (Luftaufklärung) ist gefürchtet unter den russischen Truppen. Sie hat schon unzählige Transportfahrzeuge und anderes Kriegsgerät angegriffen und zerstört. In den vergangenen Tagen und Wochen sind immer wieder Bilder und Videos aufgetaucht, auf denen man sieht, wie Granaten, modifiziert mit einer sogenannten Finne, von Drohnen taumelnd Richtung Boden fallen und dort explodieren.  

Die Aerorozvidka besteht hauptsächlich aus ein paar wenigen Freiwilligen. Gegründet wurde die Einheit 2014 und ist nur spärlich an die ukrainische Armee gebunden, wie t-online schreibt. Die Gruppe besteht aus Ingenieuren und IT-Experten, ihr Geld bezieht sie aus Spenden. Die Einheit spielt jedoch in der Kriegsführung der Ukraine eine wichtige Rolle. Bereits bei den Kämpfen um Kiew konnten sie den russischen Truppen erheblichen Schaden zuführen. Die Spezialität der Truppe: Handelsübliche Drohnen in todbringende Kampfmaschinen umzubauen. Kostenpunkt: Etwa 85’000 Franken pro Stück. Im Gegensatz zur Bayraktar-Drohne, welche die Ukraine üblicherweise einsetzt und etwa zwei Millionen Franken kostet, ist die Billigdrohne ein Schnäppchen. 

Aus rund 300 Meter Höhe ein ein Meter grosses Ziel getroffen

Die ukrainische Einheit greift bei der Bewaffnung der Drohnen auf alte sowjetische Granaten zurück. Die alte Granate des Typs RKG-3 hat schon lange keine Bedeutung mehr bei den modernen Armeen. Vereinzelt benutzen islamistische Gruppierungen die Granaten im Irak – sie verwendeten sie als Sprengfallen gegen die US-Army. Grundsätzlich gilt die Granate aber nicht als effektiv gegen Panzer, man müsste viel zu nahe an das Objekt und würde sich unnötig in Gefahr bringen.

Die Aerorozvidka (Luftaufklärung) benutzen dafür ein stabilisierendes Element, eine sogenannte Finne. Diese kommt bei der RKG-3 an den Stiel. Nachdem sie die Finne im 3D-Drucker hergestellt haben, statten sie die Granate damit aus. Der Militärexperte Chris Owen schreibt auf Twitter: «Die Veränderungen an der Granate sind einfach, aber sie geben ihr gute aerodynamische Eigenschaften und eine hohe Präzision. Drohnen sind jetzt in der Lage, Soldaten und Gerät mit hoher Genauigkeit abzuschiessen.»  

Owen schreibt weiter, dass bei Übungseinsätzen die Drohnenpiloten aus rund 300 Meter Höhe ein circa ein Meter grosses Objekt getroffen hätten. Aus dieser Höhe seien die Drohnen auch nicht mehr zu hören, die Soldaten müssen nun also Tag und Nacht und bei fast jedem Wetter mit einem Angriff rechnen.   

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