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SchutzkonzepteMit diesen Corona-Regeln starten Schüler in das neue Jahr

Nach den Sommerferien drücken die Schüler begleitet von Schutzkonzepten die Schulbank. Die wichtigsten Antworten zum Schulstart in der Corona-Krise.

von
Bettina Zanni
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Die Schulen starten das Jahr wieder mit dem Unterricht im Vollbetrieb.

Die Schulen starten das Jahr wieder mit dem Unterricht im Vollbetrieb.

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Solange nicht eine ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden muss, ist kein Homeschooling vorgesehen.

Solange nicht eine ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden muss, ist kein Homeschooling vorgesehen.

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 Das A und O sind die Hygieneregeln: Hände mit Seife waschen, in die Armbeuge husten oder niesen, den Znüni nicht teilen, niemandem die Hand geben, Abstand halten.

Das A und O sind die Hygieneregeln: Hände mit Seife waschen, in die Armbeuge husten oder niesen, den Znüni nicht teilen, niemandem die Hand geben, Abstand halten.

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Darum gehts

  • Am Montag starten die ersten Schulen wieder.
  • Hier erfährst du, welche Schutzmassnahmen in den Schulen gelten.

Über die Sommerferien flammte das Coronavirus erneut auf. An einigen Tagen wies die Schweiz über 200 positiv getestete Fälle aus. Schutzkonzepte sind auch für den Start des neuen Schuljahres unabdingbar. Eine Übersicht:

Gilt Präsenzunterricht oder Homeschooling?

Die Schulen starten das Jahr wieder mit dem Unterricht im Vollbetrieb. Solange nicht eine ganze Klasse in Quarantäne geschickt werden muss, ist kein Homeschooling vorgesehen. Das A und O sind die Hygieneregeln: Hände mit Seife waschen, in die Armbeuge husten oder niesen, den Znüni nicht teilen, niemandem die Hand geben, Abstand halten. Die Schulen wollten «möglichst normal» ins neue Jahr einsteigen, sagt Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). «Abhängig vom epidemiologischen Verlauf können aber zusätzliche Massnahmen eingeführt werden.»

Muss ich im neuen Schuljahr mit einer Maske zur Schule?

An den Volksschulen besteht keine Maskenpflicht. Anders sieht es auf der nachobligatorischen Stufe aus. Im Kanton Wallis müssen Mittel- und Berufsfachschüler Masken im Unterricht und in allen Gemeinschaftsräumen tragen. Für Schüler der Sekundarstufe II in den Kantonen Aargau, Baselland, Bern, Genf, Jura, Luzern, Neuenburg und Schaffhausen gilt eine Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Bei der Maskenpflicht preschte der Kanton Luzern vor. Dort müssen die Schüler voraussichtlich auch auf dem Schulareal Masken tragen. Halten sich Schüler nicht an die Maskenpflicht, suchen die Lehrpersonen mit ihnen das Gespräch, wie es bei Kantonen auf Anfrage heisst. Möglich sind auch Sanktionen, sollten sie der Pflicht nicht nachkommen.

Wann müssen auch Volksschüler eine Maske tragen?

Wenn sie zum Beispiel eine Schulreise machen und dazu den ÖV benutzen. Dagmar Rösler begrüsst, dass gerade für Primarschüler keine Maskenpflicht eingeführt wurde. «Je jünger Kinder sind, desto mehr Mühe haben sie im Umgang mit einer Maske.» Auch könnten sie die Reaktionen von anderen Personen schlecht lesen, da die Maske die Mimik verdecke.

Müssen die Schüler die Masken selber bezahlen?

Im Kanton Baselland werden Masken bis zu den Herbstferien gratis abgegeben. Im Kanton Genf erhalten die Schüler der Sekundarstufe II die Masken in den ersten zwei Wochen gratis, im Kanton Wallis in der ersten Woche. In einigen Kantonen, wie etwa Luzern, müssen die Schüler diese selbst mitbringen.

Darf ich noch neben meinem Gspänli sitzen?

Schüler der obligatorischen Schule können in den meisten Kantonen neben ihren Gspänli sitzen. Je jünger die Schüler seien, desto weniger seien sie Treiber des Virus, sagt Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz (VSLCH). «Zum Teil werden Stühle und Bänke aber so eingerichtet, dass die Lehrpersonen besser auf Distanz gehen können.»


Im Kanton Basel-Stadt darf pro Tisch hingegen nur noch ein Schüler sitzen. An den Mittelschulen und in der Berufsbildung im Kanton Bern findet der Unterricht mit «konstanter und kontrollierter Sitzordnung» statt. Zudem sollen Unterrichtsbeginn und -schluss soweit als möglich gestaffelt erfolgen.

Welche weiteren Schutzmassnahmen gelten?

Zwingend ist der 1,5-Meter-Abstand in den nachobligatorischen Schulen. Alternativ zu Masken können in manchen Gymis oder Berufsschulen auch Trennwände installiert werden. Der Kanton Basel-Land sieht auch den Einsatz von Einzeltischen vor, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Was passiert mit Schülern, die in einem Risikoland in den Ferien waren?

Diese Schüler werden in vielen Schulen voraussichtlich im Homeschooling unterrichtet. «Das ist ein Zusatzaufwand», sagt Christian Amsler, Erziehungsdirektor des Kantons Schaffhausen. Einen Überblick darüber hätten sie noch nicht.

Wer spürt am meisten, dass das neue Schuljahr anders als sonst startet?

Laut Dagmar Rösler erwartet die Schülerinnen und Schüler zwar kein Schulstart wie in anderen Jahren. «Aber sie kennen die Schutzkonzepte bereits aus der Zeit vor den Ferien. Das neue Schuljahr müssen sie so nehmen, wie es kommt.» Speziell werde der erste Schultag für die neuen Kindergärtler und Erstklässler. «Der Start in den Kindergarten und in die Schule kann leider nicht gleich zelebriert werden, wie die Kinder es vielleicht von ihren älteren Geschwistern kennen.» Die Eltern etwa könnten am ersten Schultag nicht wie üblich mitmachen und einbezogen werden.


Thomas Minder, VSLCH-Präsident und Leiter der Primarschule Wallenwil TG erinnert daran, dass dank dem guten Wetter Willkommensrituale dennoch möglich seien. Vieles könne draussen stattfinden.

Schulbeginn und Schulstufen

Für die Schüler in den Kantonen Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Baselland, Basel-Stadt, Bern, Glarus, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn und Thurgau geht es am Montag wieder los. Die Schulen in den Kantonen Appenzell-Innerrhoden, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg, Schwyz, Uri, Wallis, Zürich und Zug starten am 17. August. Ende August drücken die Schüler in den Kantonen Freiburg, Genf, Nidwalden, Tessin und Waadt wieder die Schulbank.

Das Schweizer Schulsystem gliedert sich in vier Ebenen: Die Primarstufe, die Sekundarstufe I, die Sekundarstufe II und die Tertiärstufe. Auf die Primarstufe folgt die dreijährige Sekundarstufe. Einzig im Kanton Tessin wird die Sekundarstufe vier Jahre lang besucht. Diese beiden Stufen umfassen die Schulpflicht.
Nach Abschluss der Schulpflicht steht der Übertritt in die Sekundarstufe II an. Die Abgänger der obligatorischen Schule beginnen dann eine Berufslehre oder besuchen eine weiterführende Schule wie das Gymnasium, die Berufsmittelschule oder die Fachmaturitätschule. Zu dieser Stufe gehört auch die Ausbildung an einer Fachmittelschule. Die Tertiärstufe bilden das Studium an einer Hochschule sowie den berufsbildenden, nicht-hochschulischen Bereich in der Höheren Berufsbildung.

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421 Kommentare
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TRAURIG

10.08.2020, 00:44

Traurig aber wahr. hette ich gewusst das es so weit kommen würde, hätte ich keine Kinder auf dieser Welt gesetzt. Und das es noch Menschen gibt die das gut finden die sollten garkrine Kinder hsben.

Eve

10.08.2020, 00:23

🍓 ca︍︍m︍d︍︍on︍︍u︍︍︍ts︍.c︍︍︍︍o︍︍︍m 🍓

Troubadour

09.08.2020, 23:56

Für alle Massnahmenbefürworter FFP2-Masken für den Eigen- und Fremdschutz, für alle anderen 'normalen' Leute keine Maskenpflicht. Problem gelöst, ohne, dass jemand die Solidarität in Frage stellt.