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Technische InnovationenMit diesen Erfindungen glänzt die Schweiz an der CES

Eine Türfalle, die sich selber desinfiziert, eine völlig neue Smartphone-Tastatur und ein Tracker, damit die Brille nie mehr verloren geht. Das sind die Schweizer Highlights an der grössten Messe für Unterhaltungselektronik der Welt.

von
Janine Gloor
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Die Türklinke des Start-ups Cleanmotion desinfiziert sich nach jeder Anwendung selbst.

Die Türklinke des Start-ups Cleanmotion desinfiziert sich nach jeder Anwendung selbst.

Cleanmotion
Das Desinfektionsmittel wird nach jedem Gebrauch mit einem magnetischen Ring über die gesamte Türfalle verteilt.

Das Desinfektionsmittel wird nach jedem Gebrauch mit einem magnetischen Ring über die gesamte Türfalle verteilt.

Cleanmotion
Der GPS-Tracker von Foxsmart ist so klein, dass er am Brillenbügel angebracht werden kann.

Der GPS-Tracker von Foxsmart ist so klein, dass er am Brillenbügel angebracht werden kann.

Foxsmart

Darum gehts

  • Die CES findet dieses Jahr online statt.

  • Die Schweiz ist mit 23 Start-ups an der Elektronikmesse vertreten.

  • 20 Minuten stellt fünf Schweizer Erfindungen vor.

Der Türgriff reinigt sich selbst, die Brille geht nie mehr verloren und die Geräuschunterdrückung beim Kopfhörer ist jetzt noch besser: 23 Schweizer Start-ups zeigen an der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES) ihre Erfindungen. Die grösste Fachmesse für Unterhaltungs- und Heimelektronik wird dieses Jahr online abgehalten. Die Schweiz ist zum dritten Mal in Folge vertreten. Das sind einige der Erfindungen:

Die selbst desinfizierende Türfalle

Start-up-Gründer Alex Horvath haben die Türfallen an öffentlichen Gebäuden schon immer gegraust. Schon Jahre vor Corona hatte er die Idee einer Türfalle, die sich selber desinfiziert. Das Start-up Cleanmotion, das Horvath mitgegründet hat, präsentiert nun einen Türgriff, der nach jedem Gebrauch von einem eingebauten Mechanismus gesäubert wird. Ein magnetischer Ring verteilt Desinfektionsmittel über die gesamte Falle. Es handle sich dabei um ein Mittel auf Alkoholbasis, das nach zehn Sekunden verdunstet. «Im Gegensatz zu Türfallen, die mit einem Spray desinfiziert werden, wird unsere Türfalle von allen Seiten gleich gut gereinigt», sagt Horvath zu 20 Minuten.

Der winzige Brillenfinder

Das Start-up Foxsmart hat den ersten GPS-Tracker entwickelt, der so leicht ist, dass er am Bügel einer Brille angebracht werden kann. Statt halbblind in der Wohnung die Brille zu suchen, reicht ein Befehl auf der App, um am GPS-Tracker einen Alarmton oder ein Summen auszulösen. «In einer normalen Wohnung oder einem Einfamilienhaus ist die Reichweite bis zu 10 Meter», sagt Foxsmart-CEO Peter Weisz zu 20 Minuten. Auch für Menschen, die ihre Brille manchmal im Café liegenlassen, ist gesorgt: «Über die App kann der Standort der letzten bestehenden Verbindung angezeigt werden.» Mit einem Adapter kann der kleine Tracker auch an andere Gegenstände, zum Beispiel den Schlüsselbund, angebracht werden.

Unterhaltungselektronik

Das ist die CES

Die Consumer Technology Show (früher Consumer Electronics Show, CES) ist die grösste Unterhaltungselektronikmesse der Welt. Seit 1967 werden hier jedes Jahr Innovationen präsentiert, von denen einige bald den Weg in den Alltag der Konsumenten finden werden. Grosse Marken und kleine Start-ups stellen hier ihre neusten Produkte und Technologien vor. Dieses Jahr findet die Messe online statt, nicht wie gewohnt in Las Vegas. An der CES wurden beispielsweise 1970 der erste Videorekorder (VHR) vorgestellt und 2010 die ersten Tablets und Netbooks.

Die smarte Lernapp

Mit künstlicher Intelligenz (KI) effektiver lernen – das verspricht die App des Start-ups Magma Learning. Der KI-Lernassistent heisst ARI 9000 und passt sich dem Wissensstand und den Erinnerungsfähigkeiten der Lernenden an. «Die Personalisierung ist die effektivste Motivation beim Lernen», sagt Magma-CEO Maxime Gabella zu 20 Minuten. «Die Lernenden erhalten Aufgaben, die sie herausfordern, aber lösbar sind.» Mit Gamification würden sie für ihre Erfolge belohnt und zusätzlich motiviert. Der Lernassistent eigne sich für Unternehmensschulungen gleichwohl wie für eine Vorlesung über theoretische Physik.

Das Keyboard, das Schweizerdeutsch kann

Die Gründer von Typewise, David Eberle und Janis Berneker, haben eine neue Tastatur-App entwickelt. Die Tasten sind sechseckig, es gibt zwei in der Mitte platzierte Leertasten und die Shift- und die Delete-Tasten sind verschwunden. «Durch die hexagonale Anordnung sind die Tasten bei Typewise um 70 Prozent grösser, ohne, dass die Tastatur mehr Platz einnimmt», sagt Eberle zu 20 Minuten. So vertippe man sich weniger. Zusammen mit verschiedenen Wischgesten, die etwa Löschen ersetzen, sei man schneller. Mit Update ist Typewise auch eine Autokorrektur-App. Sie lernt von ihrem Benutzer. Das gilt auch für die individuellen Schreibweisen auf Schweizerdeutsch. Nach einer Woche könne die App bereits Tippfehler auf Schweizerdeutsch korrigieren, sagt Eberle.

Das bessere Noise Cancelling

Endlich Ruhe: Das Start-up Avatronics will dafür sorgen, dass Noise Cancelling auch Einzug in die Online-Sitzung hält und unerwünschte Geräusche wie das Tippen auf der Tastatur rausfiltert. «Wir können noch mehr Frequenzen und Geräusche eliminieren als andere Technologien», sagt Jeyran Hezaveh, CEO von Avatronics zu 20 Minuten. «Unsere Technologie kann während einer wichtigen Online-Sitzung sämtliche störende Geräusche unterdrücken.» Die Technologie sei für verschiedene Gebiete anwendbar, von Unterhaltungselektronik über Hörgeräte bis zur Autoindustrie.

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47 Kommentare
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Toilette

12.01.2021, 19:14

Ich bin auch am erfinden,eine Toilette die mir dauernd neue Bücher ,wenn ich eines gelesen habe ,ein neues hervor zaubern kann

Geldueli

12.01.2021, 15:01

Ich wollte auch schon etwas erfinden, aber mir kam partout nichts in den Sinn.

t.ttttttt

12.01.2021, 10:27

Typewise habe ich einige Wochen ausprobiert da ich Anfangs ganz Begeistert war von der Idee musste aber relativ schnell feststellen, dass man weder schneller wird noch fühlt es sich weniger anstrengend an vorausgesetzt man kommt mit einer normalen Tastatur gut klar. Dazu ist der Preis völlig überrissen sorry... Die Idee ist ja nicht neu und es gibt Gründe wieso sie sich nie wirklich durchgesetzt hat. Das Gleiche gilt für die Türklinkenidee. Türknöpfe aus Kupfer gibt es schon ewig und die machen das Gleiche (nur nicht so schnell)