Grenzen, Massentests, Bussen: Mit diesen Massnahmen will Berset mutiertes Virus bremsen

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Grenzen, Massentests, BussenMit diesen Massnahmen will Berset mutiertes Virus bremsen

In der Schweiz breiten sich die mutierten Virus-Varianten rasant aus. Der Bundesrat berät am Mittwoch über neue Massnahmen.

von
Daniel Waldmeier
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Corona-Tests an Schulen sollen zur Routine werden. 

Corona-Tests an Schulen sollen zur Routine werden.

20min/Marco Zangger
In einem Brief fordern die Parteipräsidenten den Bundesrat auf, dass Touristen und Reiserückkehrer einen negativen Corona-Test vorlegen und sich dazu in  Quarantäne begeben.

In einem Brief fordern die Parteipräsidenten den Bundesrat auf, dass Touristen und Reiserückkehrer einen negativen Corona-Test vorlegen und sich dazu in Quarantäne begeben.

Police cantonale valaisanne
Nur so könne die Schweiz die Gesundheit der Bevölkerung und die Wirkung der Massnahmen schützen, sagt Jürg Grossen, GLP-Präsident und Initiator des Briefs.

Nur so könne die Schweiz die Gesundheit der Bevölkerung und die Wirkung der Massnahmen schützen, sagt Jürg Grossen, GLP-Präsident und Initiator des Briefs.

Jürg Grossen

Darum gehts

  • Statt mit neuen Lockdown-Massnahmen will der Bundesrat Infektionsketten mit vermehrten Tests unterbrechen.

  • Auch an der Grenze könnten Tests zur Pflicht werden.

  • Verstösse gegen die Corona-Regeln sollen unbürokratisch gebüsst werden können.

Die Corona-Fallzahlen und die Spitaleinweisungen in der Schweiz sind in den letzten Tagen rückläufig. Laut Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), «stimmt die Richtung, beim Tempo hapert es aber noch ein bisschen». Grosse Sorge bereiten Mathys die neuen Corona-Mutationen. Es seien bereits über 1100 Fälle in der Schweiz nachgewiesen worden.

Auch Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Covid-Taskforce des Bundes, warnte vor Euphorie. Er geht davon aus, dass die britische Variante schon im März dominant sein werde. Da sie ansteckender sei, könne sie zu einem erneuten Anstieg der Fallzahlen führen.

Testen und isolieren statt noch mehr Schliessungen

Der Bundesrat beschäftigt sich am Mittwoch erneut mit der Corona-Strategie. Neben der Abkürzung der Quarantäne auf sieben Tage mit einem Test stehen diverse Massnahmen zur Debatte, welche die Ausbreitung der neuen Variante bremsen sollen.

Grenze: Bundesrat Alain Berset plant, dass Einreisende aus Risikogebieten neu einen PCR-Test vorweisen müssen. Dafür soll die Quarantäne nur noch sieben Tage dauern, wenn dann ein erneuter negativer Test vorliegt. Die Massnahme unterstützten sämtliche grösseren Parteien von Grünen bis SVP. Sie gehen noch einen Schritt weiter als der Bundesrat und wollen auch Tests für Grenzgänger vorschreiben. Das sorgt jedoch in Grenzkantonen für rote Köpfe.

Massentests: Es wird angenommen, dass mehr als die Hälfte der Covid-Übertragungen durch asymptomatische Personen stattfinden, die gar nicht merken, dass sie infiziert sind. Der Bund will nun die Teststrategie ändern. Er möchte regelmässige Tests bei Mitarbeitern von Spitälern oder Altersheimen fördern und die Kosten dafür übernehmen, ebenso für präventive Tests an Schulen oder Betrieben. Massentests sollen auch möglich sein, um einen Hotspot zu kontrollieren, etwa in Dörfern oder im Umfeld von Hotels. Hier könnten die Behörden auch Leute büssen, die nicht zum Test erscheinen.

Schulen: Die Primarschulen sollen nach dem Willen der kantonalen Erziehungsdirektoren auf jeden Fall offen bleiben. Der Bund arbeitet aber ein Konzept für den Fall aus, dass sich die epidemiologische Lage verschlechtern sollte. Im Zentrum stehen Halbklassen-Unterricht und in einem zweiten Schritt die Umstellung auf Fernunterricht, vor allem an Gymnasien, wie ihn bereits erste Kantone verfügt haben.

Bussen: Verstösse gegen die Covid-Regeln sollen unbürokratisch geahndet werden können. Der Bundesrat dürfte darum die Verordnung anpassen. Wer etwa an einer privaten Party mit mehr als fünf Personen teilnimmt, soll eine Busse von 100 Franken kriegen, der Organisator eine Busse von 200 Franken. Bis jetzt mussten Polizisten jeden Fall zur Anzeige bringen, was ein aufwändiges Verfahren nach sich zog.

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