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Konsumenten-SorgenMit diesen Tipps sparst du dir viel Frust

Nervige Callcenter-Anrufe oder zu hohe Krankenkassenprämien: Es gibt einige Ärgernisse im Alltag der Schweizer. So gehst du am besten damit um.

von
B. Scherer

So können Schweizer mit den grössten Ärgernissen im Alltag umgehen. (Video: 20 Minuten)

Mit dem falschen Billett im Zug sitzen und eine teure Busse zahlen, darüber ärgern sich viele Schweizer. Aber auch wenn die online bestellte Ware zu spät kommt, ist das nervenaufreibend, wie die Ärgerliste 2019 der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen zeigt. Genauso mühsam empfinden die Schweizer ständige Callcenter-Anrufe. Doch fast jedes Ärgernis kann mit dem richtigen Vorgehen beseitigt werden.

Das neu gekaufte Produkt ist defekt

Wer kaputte Ware gekauft hat, sollte den Defekt sofort beim Verkäufer melden, rät Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Auch muss auf eine Garantieleistung bestanden werden. «Es wäre sinnvoll, sich vor dem Kauf zu informieren, wie Garantiefälle gehandhabt werden», so Stalder. Oftmals werde die Ware einfach repariert. «Das kann sehr lange gehen und schliesst einen erneuten Defekt nicht aus.» Muss die Ware zum zweiten oder dritten Mal repariert werden, rät Stalder den Kunden, auf eine andere Lösung zu bestehen: Entweder müsse die Ware ersetzt oder das Geld zurückgefordert werden.

Die Online-Bestellung kommt zu spät oder gar nicht an

«Ist die Lieferung zu spät, muss der Kunde dem Vertreiber eine Nachlieferfrist setzen», erklärt Stalder. Diese neue Frist sollte aus Beweisgründen mit einem eingeschriebenen Brief gefordert werden. Ist keine Adresse auffindbar, muss die Forderung per E-Mail gestellt werden. «Die E-Mail sollte unbedingt aufbewahrt werden.» Wer bereits bezahlt hat, wird Schwierigkeiten haben, sein Geld zurückzuerhalten. Deshalb sollten Waren auf Rechnung bestellt werden. Wurde per Kreditkarte bezahlt, muss die Kreditkartenfirma informiert werden, damit die Zahlung gestoppt wird.

Callcenter nerven mit aufdringlichen Werbeanrufen

Swisscom und Sunrise bieten dafür einen Callfilter. Auf manchen Handys wird zudem angezeigt, wenn der Verdacht besteht, dass es sich bei einem Anruf um Spam handeln könnte. Und: «Schon bald werden die Werbeanruffilter für alle Anbieter gesetzlich obligatorisch», sagt Sara Stalder. Bis es so weit ist, bleibt denjenigen ohne Filter aber zurzeit nicht viel anderes übrig, als das Telefon nicht abzunehmen.

Der Telecom-Anbieter verlangt Gebühren für Papierrechnungen

Laut Stalder ist es schwierig, gegen Telecom-Anbieter vorzugehen. Um Gebühren zu umgehen, müssen Kunden von der Papierrechnung dann einfach auf die Online-Rechnung umstellen. Bei falschen Telefonrechnungen sollten sich die Betroffenen als Erstes mit den Anbietern in Kontakt setzen. «Kann keine Lösung gefunden werden, kann man sich an die Schlichtungsstelle für Telekommunikation Ombudscom wenden.»

Auf eine nicht bezahlte Rechnung folgt eine Zahlungsaufforderung mit Inkasso-Gebühren

Diese Zusatzgebühren müssen nicht bezahlt werden, denn sie sind rechtlich nicht haltbar. «Lediglich der Rechnungsbetrag und die Verzugszinsen müssen eingezahlt werden», erklärt Stalder. Inkassounternehmen drohen dann gern mit einer Betreibung, doch davon dürfe man sich nicht einschüchtern lassen.

Krankenkassenprämien werden immer teurer

Deshalb müssen die Angebote der Kassen verglichen werden. Ein Wechsel zu einer neuen Krankenkasse in der Grundversicherung kann sich je nachdem lohnen, sagt Sara Stalder. Auch sollte die Franchise angepasst werden. Wenn beispielsweise eine grosse Operation ansteht, lohne sich eine tiefe Franchise.

Falsches ÖV-Ticket gelöst

Wer versehentlich ein falsches Billett löst und damit fährt, kann gebüsst werden. «Dann sollte man sich direkt an die zuständigen Bahnbetreiber wenden und reklamieren», sagt Stalder. Weist der Betreiber die Beschwerde zurück, können sich Konsumenten auch an eine der vier Ombudsstellen für öffentlichen Verkehr wenden.

Produkte gehen schnell kaputt

Ware, die nach kurzem Gebrauch auseinander fällt, kann meist repariert werden. Dafür hat der Konsumentenschutz sogenannte Repair Cafés gegründet. Dort helfen Freiwillige Betroffenen beim Reparieren ihrer Produkte.

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