Vergleichen lohnt sich: Mit diesen Tricks sparen Sie beim Online-Einkauf
Aktualisiert

Vergleichen lohnt sichMit diesen Tricks sparen Sie beim Online-Einkauf

Viele Online-Händler passen ihre Preise je nach Kunde, Uhrzeit oder Nachfrage laufend an. Das sollten Konsumenten deshalb beachten.

von
F. Lindegger
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Beim Einkaufen im Netz muss man auf ständig wechselnde Preise gefasst sein.

Beim Einkaufen im Netz muss man auf ständig wechselnde Preise gefasst sein.

Keystone/Gaetan Bally
Der Online-Händler Amazon etwa passt die Preise laufend an.

Der Online-Händler Amazon etwa passt die Preise laufend an.

AP/Ross D. Franklin
Dei Preisunterschiede sind teilweise beträchtlich, wie eine Untersuchung der Preisvergleichsfirma Minderest zeigte: Der Preis für eine Spiegelreflexkamera schwankte etwa innerhalb von 36 Stunden zwischen 700 und 1690 Euro.

Dei Preisunterschiede sind teilweise beträchtlich, wie eine Untersuchung der Preisvergleichsfirma Minderest zeigte: Der Preis für eine Spiegelreflexkamera schwankte etwa innerhalb von 36 Stunden zwischen 700 und 1690 Euro.

AP/Ross D. Franklin

Die Waren im Supermarkt haben Preisschilder und sind jederzeit und für alle Kunden gleich teuer. Im Internet-Handel ist das jedoch nicht der Fall. So ist es möglich, dass jemand, der mit dem neusten iPhone in einem Webshop surft, höhere Preise bezahlen muss als jemand, der sich mit einem alten Windows-Laptop dieselben Produkte anschaut.

Als Vorreiter von dynamischen Preisen gilt die Airline-Branche. Je nach Zeitpunkt und Nachfrage ändern sich die Preise für Flüge. Inzwischen wird das Prinzip aber von vielen Online-Händlern verwendet. Amazon etwa passt seine Preise laufend an, wobei laut dem Unternehmen die von den Kunden verwendeten Geräte keinen Einfluss haben sollen.

Diese Tipps helfen Kunden beim Umgang mit dynamischen Preisen:

Vergleichen Sie die Angebote. Je nach Portal, Gerät oder Tageszeit unterscheiden sich die Preise.

• Die Preise können variieren, je nachdem, ob über einen Browser oder per App gekauft wird. Vor allem beim Buchen von Flügen oder Hotels gibt es zwischen App und Browser teilweise beträchtliche Unterschiede, wie ein Test des deutschen Fernsehsenders WDR zeigte. Zudem kann es eine Rolle spielen, ob die Seite per PC, Mac oder Smartphone aufgerufen wird.

• Auch der Zeitpunkt des Kaufs kann einen Einfluss auf den Preis haben. Prüfen Sie deshalb das Angebot zu verschiedenen Tageszeiten und Wochentagen. Oft sind Preise abends und am Wochenende, wenn viele Zeit für Online-Einkäufe und Buchungen haben, höher als werktags am Morgen.

• Webshops und Buchungsplattformen versuchen die Kunden einem eindeutigen Profil zuzuordnen. Sie nutzen dazu beispielsweise Cookies, die Nutzern über verschiedene Websites hinweg folgen. Auf diese Weise kann auch festgestellt werden, ob ein Kunde sich während einer kurzen Zeit mehrmals für ein spezifisches Angebot interessiert: Will beispielsweise jemand unbedingt einen Flug für eine bestimmte Strecke buchen, ist die Person eher bereit, einen höheren Preis dafür zu bezahlen. Um den Anbietern weniger Informationen über seine Absichten zu liefern, kann es helfen, im Browser Cookies und Cache zu löschen, im Inkognito- oder privaten Modus zu surfen oder Erweiterungen wie NoScript, ScriptSafe oder Disconnect zu installieren.

• Wer auf Google ein Produkt sucht und via einer Anzeige in einem Webshop landet, bekommt teilweise einen tieferen Preis offeriert als jemand, der direkt im Shop nach dem Artikel sucht. Das zeigte eine Untersuchung von SWR.

• Es gibt spezialisierte Programme wie Pricezombie, die Preise für einzelne Produkte über längere Zeit registrieren. Nutzer erhalten so Anhaltspunkte, in welchem Rahmen sich die Preise bewegen. Dabei können einzelne Onlineshops oder Angebote zwischen verschiedenen Anbietern verglichen werden. Auch lassen sich Benachrichtigungen abonnieren, für den Fall, dass ein Produkt plötzlich deutlich billiger wird. Vergleichsportale für Flüge kennen ebenfalls solche Benachrichtigungsfunktionen.

Trotz all dieser Massnahmen ist es aber keineswegs sicher, dass ein soeben gekauftes Produkt wenige Augenblicke später nicht deutlich billiger angeboten wird. Bei Schweizer Anbietern sind dynamische Preise allerdings noch nicht im selben Masse verbreitet wie etwa in den USA. Dort ist diese Praxis längst die Norm. Wer ein Baseballspiel der San Francisco Giants besuchen will, bezahlt je nach Sitzplatz, Wetter, Nachfrage oder Attraktivität des Gegners unterschiedlich viel. Und auch in Supermärkten wird in verschiedenen Ländern bereits mit ständig wechselnden Preisen und Aktionen, die nur wenige Stunden gültig sind, experimentiert.

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