Mit Togg wollen die Türken den Markt aufmischen
Die Studie Smart Device des türkischen Herstellers Togg wurde von Pininfarina gestaltet.

Die Studie Smart Device des türkischen Herstellers Togg wurde von Pininfarina gestaltet.

Togg
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Togg Smart DeviceMit dieser Limousine wollen die Türken den Markt aufmischen

An der CES 2022 zeigt Togg eine Elektrolimousine als Studie. Die Markteinführung des ersten Serienmodells wurde nach hinten verschoben.

von
Dave Schneider

Nenn mir einen türkischen Autohersteller. Bei dieser Quizfrage würden wohl die meisten hängen bleiben, denn so wenig glanzvolle Namen wie Devrim oder Tüvasaş sind nicht jedem geläufig – und die Hersteller längst nicht mehr im Geschäft. Doch halt, seit einiger Zeit macht eine neue türkische Automarke von sich reden: Togg, kurz für «Türkiye'nin Otomobili Girişim Grubu». Das 2018 als Joint Venture mehrerer türkischer Grosskonzerne gegründete Unternehmen will aber nicht einfach ein Autohersteller sein, sondern als Technologieanbieter verstanden werden. Togg will die Batterieproduktion für seine Elektroautos zusammen mit einem Partner selbst in die Hand nehmen und sich auch als Anbieter von Batterie- und Energiespeichersystemen im nicht-automobilen Bereich etablieren.

Ambitionierte Pläne

Die Pläne von Togg-Chef Gürrcan Karakas sind ambitioniert. In etwas mehr als einem Jahr soll das erste Serienfahrzeug auf den Markt kommen. Bis 2030 wollen die Türken eine Million Elektroautos in fünf verschiedenen Segmenten produziert haben, die sich die Plattform «Smart Life» teilen. Und vertrieben werden sollen die Fahrzeuge international: Es wurde bereits die Togg Europe mit Sitz in Stuttgart gegründet – von dort aus soll zunächst der Vertrieb in Deutschland erfolgen. Weitere europäische Länder sollen folgen, doch welche und in welchem Zeitrahmen ist noch unbekannt.

Die Serienversion eines SUV wurde bereits vorgestellt – sie soll mit zwei Batteriegrössen sowie mit Heck- oder Allradantrieb kommen.

Die Serienversion eines SUV wurde bereits vorgestellt – sie soll mit zwei Batteriegrössen sowie mit Heck- oder Allradantrieb kommen.

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Um diese Ambitionen zu untermauern, hat Togg an der CES in Las Vegas ein Concept Car namens Smart Device vorgestellt. Die Elektrolimousine basiert auf der gleichen modularen Plattform, auf der auch die Serienmodelle geplant sind – ein komplett eigens entwickelter Baukasten, wie der Hersteller betont. Gestaltet wurde die Fliesshecklimousine vom italienischen Spezialisten Pininfarina, die Design-Sprache teilt sich die Studie mit dem bereits vorgestellten Serien-SUV. Als besonderes Schmankerl hat das Concept Car gegenläufig öffnende Türen, auf eine B-Säule wurde verzichtet.

Ein eckiges Lenkrad

Auch der Innenraum gleicht dem des SUVs sehr. In beiden Modellen zieht sich eine Display-Landschaft quer durch das Cockpit, wie man es bereits vom chinesischen Hersteller Bayton her kennt. Hinzu kommt ein weiterer Bildschirm in der Mittelkonsole. Das runde Lenkrad wurde in der Studie durch ein eckiges Modell ersetzt. Vier Einzelsitze mit integrierten Sicherheitsgurten und Kopfstützen erzeugen einen hochwertigen Eindruck.

Das in Las Vegas gezeigte Concept Car hat gegenläufig öffnende Türen und verzichtet auf B-Säulen.

Das in Las Vegas gezeigte Concept Car hat gegenläufig öffnende Türen und verzichtet auf B-Säulen.

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Schicke Details: Das Lichtspiel im Grill ist ein Blickfang, das Logo auf der Fronthaube ist beleuchtet.

Schicke Details: Das Lichtspiel im Grill ist ein Blickfang, das Logo auf der Fronthaube ist beleuchtet.

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Quer durch das Cockpit zieht sich eine Display-Landschaft. Zudem gibt es einen weiteren Bildschirm in der Mittelkonsole.   

Quer durch das Cockpit zieht sich eine Display-Landschaft. Zudem gibt es einen weiteren Bildschirm in der Mittelkonsole.

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Zum Antrieb des Smart Device macht der Hersteller keine Angaben. Da sich die Studie die Plattform mit dem SUV teilt, könnte auch die Limousine wahlweise mit einem 147 kW (200 PS) starken Heckantrieb oder einem Allradantrieb mit 297 kW (404 PS) kommen. Der SUV soll mit zwei Batteriegrössen angeboten werden, die Reichweiten sollen zwischen 300 und rund 500 Kilometer liegen. Zudem verspricht der Hersteller eine 80-Prozent-Ladung an einem Schnelllader in einer halben Stunde.

Wann das erste Togg-Modell erhältlich sein wird, ist noch nicht ganz klar. Ursprünglich peilte das türkische Unternehmen eine Markteinführung Ende 2022 an, dieser Termin wurde aber nach hinten verschoben auf irgendwann in 2023.

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