Aktualisiert 30.06.2020 12:31

Lohnunterschied

Das ist die neue Webseite gegen Lohndiskriminierung

Vorbildliche Unternehmen, die für Lohngleichheit stehen, kommen auf die weisse Liste. So wollen Arbeitnehmer und Gewerkschaften Lohndiskriminierung bekämpfen.

von
Fabian Pöschl
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Noch immer verdienen Frauen in der Schweiz durchschnittlich weniger als Männer.

Noch immer verdienen Frauen in der Schweiz durchschnittlich weniger als Männer.

KEYSTONE
Der Lohnunterschied ist potentielle Diskriminierung, wie der Arbeitnehmer-Dachverband Travail.Suisse schreibt.

Der Lohnunterschied ist potentielle Diskriminierung, wie der Arbeitnehmer-Dachverband Travail.Suisse schreibt.

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Gegen die Diskriminierung helfen soll die neue Plattform respect8-3.ch.

Gegen die Diskriminierung helfen soll die neue Plattform respect8-3.ch.

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Darum gehts

  • Die neue Plattform respect8-3.ch soll Lohndiskriminierung aufzeigen.
  • Auf einer weissen Liste sind vorbildliche Unternehmen, später soll auch eine schwarze Liste dazukommen.
  • Travail.Suisse und Gewerkschaften stellen das Projekt im Livestream vor.

Im Durchschnitt verdienen Frauen in der Schweiz jährlich 7700 Franken weniger als Männer – für gleichwertige Arbeit. Dieser Lohnunterschied ist potentielle Diskriminierung, wie der Arbeitnehmer-Dachverband Travail.Suisse in einer Mitteilung schreibt.

Die Revision des Gleichstellungsgesetzes geht für Travail.Suisse nicht weit genug (siehe Box). Die Gewerkschaft lanciert gemeinsam mit angeschlossenen Verbänden die neue Plattform respect8-3.ch. Darauf können sich Unternehmen registrieren, die eine Lohnanalyse durchgeführt haben.

Post und Lidl als Vorreiter

Unternehmen auf der Liste, die schneller als vom Gesetz vorgesehen für Lohngleichheit einstehen, könnten sich als Vorreiter positionieren. Ausserdem lasse sich so Druck ausüben auf Unternehmen, die sich noch nicht auf der Liste befinden, wie Travail.Suisse-Projektleiter Gabriel Fischer während der Präsentation des Projekts am Dienstagmorgen sagte.

Bereits etliche Unternehmen sind auf der Liste präsent, darunter etwa die Post oder Lidl Schweiz. Die Detailhändlerin erreichte bei der vergangenen Lohnanalyse einen Wert von 1,5 Prozent Lohnunterschied zwischen Mann und Frau. Der Bund verlangt eine maximale Grenze von 5 Prozent.

In einem nächsten Schritt soll es auch eine Liste mit Unternehmen geben, die sich nicht an die Vorgaben halten. Angestellte sind angehalten, ihren Arbeitgeber auf der Plattform zu melden, wenn dieser die Lohnanalyse noch nicht durchgeführt hat.

LOHNUNTERSCHIED FRAUEN UND MÄNNER

Firmen müssen ab Juli die Lohngleichheit kontrollieren

Ab dem 1. Juli tritt das geänderte Gleichstellungsgesetz in Kraft. Dann müssen die grössten Unternehmen (ab 100 Beschäftigten) die Löhne ihrer angestellten Frauen und Männer auf Diskriminierung kontrollieren. Dafür haben sie ein Jahr Zeit. Das vom Parlament verabschiedete Gesetz sieht aber keine Sanktionen vor.

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29 Kommentare
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Simon

30.06.2020, 08:45

Zur Erinnerung: Der angebliche Lohnunterschied von 7.4% wurde längst wiederlegt. Der wichtigste Faktor, die tatsächliche lohnrelevante Berufserfahrung blieb bei der Studie des Bundes unbeachtet.

Frau

30.06.2020, 08:37

100 Punkte für die Website! Das wird interessant.

Diskriminierter

30.06.2020, 08:31

Gibt es auch eine Website, die sich um die Diskriminierung von Männern kümmert? Wehrpflicht, Scheidungsrecht, Rentenalter wären ein paar Themen. Unglaublich, dass die Schweiz die Menschen immer noch nach Geschlecht anders behandelt.