Cablecom: Mit drei Buchstaben gegen mieses Image
Aktualisiert

CablecomMit drei Buchstaben gegen mieses Image

Tausende Kunden ärgern sich über Cablecom. Die Rede ist von endlosen Warteschleifen bei Anrufen, von verschlampten Adressänderungen und Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen. Nun prüft die Kabelnetzbetreiberin eine Namensänderung.

von
sas/scc

Das Image von Cablecom ist angekratzt. Nun denkt das Unternehmen laut über eine Namensänderung nach. Im Vordergrund steht der Name des Mutterhauses UPC Broadband. Die Marke UPC ist in 10 europäischen Märkten präsent, darunter in Holland, Belgien und Österreich, und gehört zu Liberty Global, einem der weltgrössten Breitbandanbieter. Nur in der Schweiz tritt UPC mit der Marke Cablecom auf.

Imagepolitur ist nicht die Absicht

«In Sachen Namensänderung ist noch gar nichts entschieden», sagt Cablecom-Sprecherin Deborah Bucher. Und auch zu einem möglichen Zeitpunkt will sich Cablecom nicht äussern. «Das Rebranding ist allenfalls im Hinblick auf die Lancierung der sogenannten Fiber-Power-Produkte wie noch schnelleres Internet und TV auf Abruf sinnvoll.» Fiber Power ist eine Marke der UPC. Dass die Cablecom mit einer allfälligen Namensänderung ihr angekratztes Image aufpolieren will, dementiert Bucher: «Das ist bestimmt nicht unsere Absicht. Wir machen den Kunden nichts vor.» Den Kundendienst will die Kabelnetzbetreiberin aber weiterhin verbessern.

Ein einzelner Name ist längerfristig günstiger

Namenswechsel sind laut dem Markenexperten Thomas Ramseier von der Agentur Brandpulse in der Zeit von Fusionen und Firmenübernahmen an der Tagesordnung. «Im Normalfall werden einzelne Marken aufgekauft und schliesslich zu Gunsten der Hausmarke umgetauft.» Laut Ramseier ist ein Namenswechsel bei der negativ belasteten Marke Cablecom sinnvoll. «Grundsätzlich hat ein Rebranding den Ursprung aber in einer strategischen Korrektur und bringt Synergien.» Jede einzeln geführt Marke verursache hohe Kosten, da komme ein einmaliges Rebranding – obwohl auch mit Ausgaben verbunden – längerfristig günstiger.

Schlechte Nachrichten vergrössern Bekanntheit

Ramseier geht nicht davon aus, dass das europäische Mutterhaus den Namen Cablecom wegen der schlechten Reputation ändern will. «Durch das angekratzte Image und die schlechten Nachrichten wird der Entscheid aber sicher begünstigt.» Dass auch negative Schlagzeilen die Bekanntheit vergrössern – wie beispielsweise im Festina-Dopingskandal - bejaht der Markenexperte. «Das Image ist deswegen aber noch lange nicht besser.»

Ein grosses Rebranding im Telekommunikationsbereich ging 2001 über die Bühne. Nach der Fusion von Sunrise und Diax verschwand der Name Diax vom Markt. Erst kürzlich vollzogen zwei Schweizer Stromanbieter eine Namensänderung. Aus Atel und EOS wurde der Energiekonzern Alpiq.

Deine Meinung