07.02.2020 10:58

Schnell auf die Piste

Mit drei Klicks Ski und Helm mieten

Mit der App Hyll können Ski bald unkompliziert gemietet und ohne Wartezeit abgeholt werden. Ein Pilotversuch im Berner Oberland läuft bereits.

von
B. Scherer
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In der Skiregion Männlichen BE befindet sich der erste smarte Ski-Schrank von Hyll. Die App bietet eine schnelle und einfach Skimiete ohne Wartezeit an.

In der Skiregion Männlichen BE befindet sich der erste smarte Ski-Schrank von Hyll. Die App bietet eine schnelle und einfach Skimiete ohne Wartezeit an.

Marcel Egger
Kunden können über die App Hyll Ski, Helm und Schuhe vorab mieten und dann das Material selbstständig vor Ort aus dem Ski-Schrank holen.

Kunden können über die App Hyll Ski, Helm und Schuhe vorab mieten und dann das Material selbstständig vor Ort aus dem Ski-Schrank holen.

20 Minuten
Dafür müssen nur einige persönliche Daten wie Gewicht, Grösse, Level und Zahlungsdaten angegeben werden.

Dafür müssen nur einige persönliche Daten wie Gewicht, Grösse, Level und Zahlungsdaten angegeben werden.

20 Minuten

Wer keine eigene Skiausrüstung besitzt, kann nicht sofort auf die Piste. Denn bei der Miete im Sportgeschäft geht meist wertvolle Zeit verloren. Das soll sich ändern: Mit nur ein paar wenigen Klicks stehen Ski, Helm und Schuhe sofort parat. Die Schweizer App Hyll bietet eine schnelle Miete ohne Wartezeit an.

«Das Mieten von Wintersportausrüstung soll so einfach sein wie bei den E-Scootern und E-Bikes in den Städten», sagt Michael Koch, Co-Gründer und CEO von Hyll, zu 20 Minuten. Dabei müssen Kunden über die Hyll-App ihre persönlichen Daten wie Gewicht, Grösse und Zahlungsdaten angeben.

Am ausgewählten Zielort werden dann Ski reserviert und vor Ort in eine smarte Pick-up-Station gestellt. Diese kann mit der App entriegelt werden. Die Bindungen sind montiert und auf den Fahrer abgestimmt, wie die «Handelszeitung» schreibt.

Nur so viel zahlen, wie gefahren wird

Lange fahren, um die Miete rauszuholen, ist dabei nicht nötig: Der Mietpreis wird auf die Minute genau abgerechnet. «Allerdings wird es eine Minimal-Mietdauer geben», sagt Koch auf Anfrage. Noch sei nicht klar, wie lange diese sei: «Wir rechnen im Moment mit 2 bis 4 Stunden.» So kostet die Miete pro Stunde für Ski 5 Franken, für die Schuhe 2 Franken und für den Helm 1 Franken. Zum Vergleich: Beim Sportartikelhändler Intersport kostet die Skimiete pro Tag zwischen 37 und 58 Franken.

Wer nicht mehr weiterfahren will, kann das Material dann unten oder oben am Berg abgeben. «Weil bei einer Reservation die Ski oben am Berg bereitstehen, werden die privaten Gegenstände, etwa Schuhe, nach Bedarf zweimal am Tag zum Depot in der Talstation gebracht», so Koch. So können die Kunden noch eine letzte Abfahrt machen, bevor sie das Material wieder abgeben und nach Hause fahren.

Erste Filiale bietet schnelle Miete

Um das Ganze zu realisieren, arbeitet das Start-up Hyll mit Intersport zusammen. Dieser stellt das Material zur Verfügung. Allerdings befindet sich das Projekt noch in der Testphase. Bislang gibt es nur eine Filiale, die mit der App Hyll arbeitet: der Intersport-Shop im Berner Skigebiet Männlichen.

Seit rund einer Woche können Kunden dort im Laden an der Bergstation Ski, Schuhe und Helme reservieren und selbstständig aus einem Depot holen. Es befindet sich in der Filiale: «So können die Schuhe bequem im Warmen angezogen werden», sagt Marcel Egger, Mitglied der Geschäftsleitung des Shops, zu 20 Minuten. Das Depot werde bereits genutzt und viele Kunden hätten positive Rückmeldungen gegeben.

Zwei bis drei Dutzend Personen haben die App in der ersten Woche genutzt, wie Hyll-CEO Michael Koch sagt. Nur in zwei Fällen war eine Interaktion mit dem Personal notwendig: In beiden Fällen musste etwas an der Ausrüstung angepasst werden. Genau aus diesem Grund sollen die Pick-up-Stationen immer in einer Filiale liegen: «So können die Kunden bei Bedarf trotzdem noch auf die Beratung von Fachpersonal zurückgreifen.»

Mehr Leute auf die Piste locken

Schnell und einfach sowie mieten statt kaufen – das sei allgemein in der Tourismus-Branche ein grosses Thema, wie Dominik Knaus, Experte für Service-Entwicklung am Institut für Tourismus an der Fachhochschule Graubünden, sagt. Daher könnte die neue App vermehrt Menschen auf die Piste locken. «Ich denke, das System ist vor allem für Leute, die wenig in den Bergen sind oder aus dem Ausland stammen, interessant», so Knaus.

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