Aktualisiert 16.05.2010 16:55

Perfektion & LockerheitMit Effizienz Ziele erreichen

Wer den Fokus nur auf die Perfektion richtet, steht immer mit einem Bein am Abgrund und gefährdet damit sich und vor allem andere.

von
Gabriel Aeschbacher

Suzanne T.* wurde früher von Klassenkameraden und ihren Lehrpersonen als totale Chaotin bezeichnet, die es zu nichts bringen würde. Umso stolzer ist die Mittdreissigerin heute darauf, dass sie es eben doch zu etwas gebracht hat: Sie ist Grafikerin mit eigenem Studio – und von Berufes wegen zu täglichem Chaos gezwungen. «In einem total klinischen Zimmer kann ich unmöglich zur Höchstform auflaufen», lässt sie durchschimmern und räumt ein, dass ihr Büro nicht immer ein perfekt aufgeräumter Arbeitsplatz sei.

Da sieht es bei Christian I.* ganz anders aus. Er sei zwar nicht nur ein rational denkender Zahlenmensch, müsse aber eine gewisse Ordnung spüren, damit er effizient arbeiten könne. Der neutrale Betrachter bemerkt die perfekte Ausrichtung seiner Büroutensilien und fragt sich, wo der goldene Mittelweg liegt. Psychologin Karin Doppmann meint dazu: «Wie viel Ordnung ein Mensch am Arbeitsplatz braucht und nach welchem System er sich strukturiert, ist sehr individuell. Bei vielschichtiger und unübersichtlicher Aufgabenstruktur kann es zum Beispiel hilfreich sein, mit einer Pendenzenliste und einem klugen Ordnungssystem zu arbeiten.» Wichtig sei auch, die anfallenden Aufgaben nach Wichtigkeit sowie Dringlichkeit einzustufen. Logisch sei deshalb, die unwichtigen Arbeiten nach hinten zu schieben oder eben auch mal nicht zu erledigen.

Personen wie Barbara S.* jedoch sind eher auf dem Holzweg. Die Lehrerin ist total darauf fixiert, dass die Hefte ihrer Schüler auch nicht die kleinste Unreinheit aufweisen. Damit terrorisiere sie nicht nur diese, sondern vor allem auch sich selbst, meint ein Lehrerkollege, «denn es ist eine Illusion, alle auf perfektem Niveau zuhaben». Für Suzanne S. steht fest, dass sie ohne Chaos nicht dort stünde, wo sie heute ist. Ihr ist aber auch klar geworden, dass es in der Korrespondenz mit Kunden keine Halbheiten geben kann. «Wer eine Offerte verlangt, muss diese pünktlich und perfekt gelayoutet bekommen», gibt sie zu bedenken und schiebt nach, dass sie diesbezüglich alles andere als eine Chaotin sei. Entscheidend sei, die Kombination zwischen Professionalität und Lockerheit zu finden, resümiert sie und fügt lachend hinzu, dass sie punkto Sternzeichen eben ein klassischer Zwilling sei.

*Namen der Redaktion bekannt

www.seminare.ch/arbeitsplatzorganisation-info.html

www.suva.ch

www.weka.ch

www.spduri.ch

Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz

-Hohe Leistungsbereitschaft ja, totale Perfektion nein

-Ziele setzen und darauf fokussieren

-Unangenehmes zuerst erledigen

-Richtige Arbeit in angemessener Qualität durchführen

-Persönliche Leistungskurve berücksichtigen

-Vergessen Sie das Lachen nicht

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.