«Not Love Capitalism»: Mit einem Flashmob gegen das WEF

Aktualisiert

«Not Love Capitalism»Mit einem Flashmob gegen das WEF

Eine Gruppe von rund 50 Personen hat am Samstag in Davos gegen das World Economic Forum demonstriert. Der Protest richtete sich gegen den «Politfilz, der den Klub der Superreichen hofiere.»

Berner Aktivisten haben eine neue Form für ihren traditionellen Anti-WEF-Protest gefunden. Sie machten am Samstag mit Flashmobs - kurzzeitigen Menschenaufläufen - auf sich aufmerksam. Dazu versammelte sich eine Gruppe von rund 50 Personen hat sich am Samstagnachmittag auf dem Rathausplatz von Davos.

Zur Kundgebung aufgerufen haben die Grünen Davos und die Juso-Regionalgruppe. Der Protest richtet sich gegen das WEF, den Kapitalismus und «den Politfilz, der den Klub der Superreichen hofiere», wie ein Sprecher an der Demonstration sagte. Am WEF würden rauschende Partys auf Kosten der Ausgebeuteten gefeiert.

Demo war bewilligt

Die erste Aktion stieg kurz nach 14.00 Uhr im Hauptbahnhof. Aus dem Nichts heraus ertönte plötzlich der Slogan «Wipe out WEF» aus der Bahnhofshalle, dazu regnete es Papierschnitzel aus dem ersten und zweiten Stock. Einige Aktivisten befestigten zudem ein Transparent mit dem Text «Still Not Love Capitalism» am Geländer des obersten Geschosses.

Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort, die bewilligte Platzdemonstration verlief aber ohne Zwischenfälle. Der Spuk hatte nach etwa zwei Minuten ein Ende; die Aktivisten verschwanden, und die Polizei hing das Transparent ab.

«Siks for Justice»

Unmittelbar neben dem Rathausplatz demonstrierte gleichzeitig eine Gruppe «Siks for Justice». Die Mitglieder der indischen Religionsgemeinschaft forderten, dass der indische Minister Kamal Nath, der am WEF teilnimmt, wegen Verbrechen an Siks im Jahr 1984 zur Verantwortung gezogen wird.

Sie werfen Nath vor, in die Pogrome gegen Siks nach der Ermordung von Premierministerin Indira Gandhis verwickelt gewesen zu sein. Bei den möglicherweise von Mitgliedern der regierenden Kongresspartei orchestrierten und von der Polizei gedeckten Ausschreitungen wurden damals über 3000 Siks in Delhi und anderen Städten umgebracht. (sda)

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