Hirscher, Maze, Gut: Mit einem Privatteam zum Erfolg
Aktualisiert

Hirscher, Maze, GutMit einem Privatteam zum Erfolg

Sie gehen ihre eigenen Wege: Nicht nur Österreichs neuer Volksheld Marcel Hirscher setzt auf ein Privatteam.

von
Marcel Allemann
Schladming

Marcel Hirscher und Tina Maze führen souverän im Gesamtweltcup und haben an der WM in Schladming je drei Medaillen erobert. Eine weitere Gemeinsamkeit: Sie fahren zwar für ihren Landesverband, unterhalten aber ein eigenes Privatteam. Hirscher fährt «eine Extrawurst», wie er selber sagt. Trainer und Ansprechpartner ist Vater Ferdinand. Dazu kommen Technik-Betreuer Michael Pircher und Servicemann Edi Unterberger. In Schladming wohnte Hirscher nicht mal im offiziellen ÖSV-Teamhotel.

2008 hat sich Maze von Slowenien gelöst. Ihre fünfköpfige Belegschaft nennt sich «Team to aMaze». Diesem steht ihr Lebensgefährte Andrea Massi als Manager und Trainer vor. «Es kann nicht funktionieren, wenn eine Tina Maze das gleiche Trainingsprogramm abspulen muss wie die Nummer 35 im Team», sagt der Italiener und kritisiert die nationalen Verbände: «Sie haben nicht begriffen, dass Ski ein Individualsport ist.»

Privatteams haben im Skizirkus Tradition: Schon Marc Girardelli, Alberto Tomba, Anja Pärson und Sonja Nef hatten ihr eigenes Trainingsumfeld. Andere wie Bode Miller oder Lindsey Vonn sind in früheren Jahren eigene Wege gegangen, inzwischen aber ins US-Team zurückgekehrt.

Team Gut und Swiss Ski haben weg gefunden

Die einzige aktuelle Schweizer WM-Medaillengewinnerin Lara Gut fährt sei ein Extra-Züglein. Die Beziehung zwischen ihrem Team Gut und Swiss Ski gestaltete sich noch vor zwei Jahren überaus schwierig. Inzwischen wurde ein Konsens gefunden. Wohl auch dank Frauen-Cheftrainer Hans Flatscher. Schliesslich hatte seine Ehefrau Sonja Nef zu Aktivzeiten mit Sepp Brunner ebenfalls ihren Privatcoach. Für Flatscher ist der entscheidende Punkt: «Wir wollen alle das Gleiche – dass Lara so oft wie möglich siegt.»

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