Zerr-Lauf: «Mit einigen Eltern geht der Ehrgeiz durch»
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Zerr-Lauf«Mit einigen Eltern geht der Ehrgeiz durch»

Bilder wie vom Linzer Juniorenmarathon kennen hiesige Organisatoren nicht – auch weil viele bewusst auf Ranglisten verzichten.

von
ann
Solche Bilder, wie dieses hier aus Linz, kennen Schweizer Veranstalter nicht.

Solche Bilder, wie dieses hier aus Linz, kennen Schweizer Veranstalter nicht.

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Die Szenen des Linzer Juniormarathons lassen nicht nur Kommentarschreiber in sozialen Netzwerken erschauern. Fragt man bei den Organisatoren der hiesigen Läufe nach, sind sie überrascht über die Aufnahme. «Solche Bilder kennen wir nicht», sagt etwa Andreas Grüter, Geschäftsleiter des Luzerner Stadtlaufs.

Er kann sich zwar erinnern, dass es ganz früher vereinzelt zu ähnlichen Szenen mit ein paar ehrgeizigen Vätern gekommen ist. «Doch seit wir die Zeit zwar messen, die Leute aber nur noch mit Namen und ohne Rangliste aufführen, hat das aufgehört.» Seither seien Mitmachen und Dabeisein das Wichtigste und die Teilnehmerzahlen in den Familienkategorien extrem angestiegen.

«Nicht so schöne Szenen auf der Laufstrecke»

Ähnliches verlautet von den Verantwortlichen des Grandprix in Bern, wo man ebenfalls nur eine alphabetische Auflistung statt einer Rangliste führt. «Die Freude und der Spass am Rennen stehen im Vordergrund», sagt Geschäftsführerin Beatrice Fuchs. Darum bekämen auch alle Teilnehmer den gleichen Preis: eine Medaille und ein T-Shirt.

Am Zürcher Silvesterlauf hingegen verzichtet man noch nicht auf Podest, Rangverkündigung und -liste. Organisator Bruno Lafranchi weiss, dass es darum eine kleine Minderheit von Eltern gibt, die mühsam sind und übertreiben: «Mit denen geht der sportliche Ehrgeiz etwas durch.» Er habe schon gehört, dass es deshalb auf der Laufstrecke zu unschönen Szenen gekommen sei.

«Bei Szenen wie in Linz würden wir über die Bücher gehen»

«Die grosse Mehrheit der Eltern läuft aber mit ihren Kindern in deren Tempo und hat den Plausch.» Weil die Rangverkündigung auch für die gewinnenden Kinder ein nachhaltiges Erlebnis sei, wolle man derzeit an der Rangliste festhalten. «Falls wir aber solch grobe Szenen und Bilder wie in Linz hätten, würden wir wohl über die Bücher gehen», so Lafranchi.

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