Sean Simpson: «Mit einigen Leuten bin ich nicht so zufrieden»
Aktualisiert

Sean Simpson«Mit einigen Leuten bin ich nicht so zufrieden»

Die Zeiten, in denen die Nati eine knappe 0:1-Niederlage gegen eine schwedische Superstar-Truppe akzeptiert, sind vorbei. Trainer Sean Simpson spricht Klartext.

von
Marcel Allemann
Sotschi

«Man kann dem Team eigentlich keinen Vorwurf machen. Es hat mit einer unglaublichen schwedischen Mannschaft auf Augenhöhe mitgespielt und die Chance gehabt, dieses Spiel zu gewinnen», erklärte Simpson. Und trotzdem wird er diese Partie detailliert analysieren und hinsichtlich der morgigen Parte um den zweiten Gruppenplatz gegen Tschechien wohl Änderungen vornehmen.

Schlechtes Backchecking von Romy

Unzufrieden war Simpson über die Art und Weise des Gegentors. Aber nicht wegen Goalie Reto Berra. Dieser sah nach einem zuvor grandiosen Match nicht gut aus, da er mit einem unnötigen Abpraller die Vorlage für das Tor von Daniel Alfredsson lieferte. Simpson fand das zwar «unglücklich», primär sauer war er aber über das schlechte Backchecking: «Einer der Stürmer hat auf den Puck statt auf den Mann geschaut, deshalb kam Alfredsson so frei zum Abschluss.» Dieser «jemand» war Kevin Romy.

Es war nicht die einzige Szene des Spiels, welche Sean Simpson nicht gefiel. «Mit einigen Leuten bin ich nicht so zufrieden», sprach der Kanadier Klartext. Und damit meint er die Torimpotenz des Teams im Generellen und der beiden Kreativ-Sturmlinien (Brunner, Romy, Wick; Suri, Cunti, Hollenstein) im Speziellen: «Wir brauchen diese Leute, um zu Toren zu kommen. Wir werden das Schweden-Spiel genau analysieren und womöglich einige Umstellungen vornehmen.» Denn für die Partie gegen Tschechien steht für Simpson im Zentrum, «dass wir einen Weg finden, dass die kleinen Details auf unsere Seite kippen».

Brunner: «Ich stehe jetzt in der Verantwortung»

Bislang brachten die Schweizer in zwei Spielen noch kein einziges richtiges Tor zu Stande, der bislang einzige Turniertreffer beim 1:0-Sieg gegen Lettland war ein Eigentor. «Das müssen wir schleunigst ändern», fordert Stürmer Denis Hollenstein, «wir müssen noch direkter aufs Tor ziehen und den Puck einfach mal reindrücken».

Einer der angesprochenen Kreativspieler, von dem man sich viel erhofft hat, der aber noch ohne Skorerpunkt da steht, ist Damien Brunner. «Ich stehe jetzt in der Verantwortung, darüber brauchen wir gar nicht erst zu diskutieren», sagt der Stürmer der New Jersey Devils und ehemalige NLA-Topskorer. «Wir haben so viele Chancen, jetzt müssen wir endlich auch damit, beginnen, sie rein zu hauen.» Zu den Gründen, weshalb es noch nicht geklappt hat, meint Brunner: «Ich denke, wir müssen unsere Angriffe mit etwas mehr Ruhe vortragen.» Nervös macht ihn die Torflaute jedoch noch nicht: «Jetzt sind wir im Turnier drin und es geht gegen Tschechien um den zweiten Rang in unserer Gruppe. Für uns ist weiterhin alles möglich.»

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