Unvergessene Erfolge: Mit Erfindung zu Weltmeistertiteln
Aktualisiert

Unvergessene ErfolgeMit Erfindung zu Weltmeistertiteln

Denise Biellmann eroberte die Sportwelt im Sturm – als Amateurin. Dann wechselte sie zu den Profis und startete richtig durch.

von
Reto Fehr

Die Biellmann-Pirouette.

Vielleicht war es ein Zeichen. Als Denise Biellmann am 11. Dezember 1962 in Zürich auf die Welt kam, gefror der Zürichsee. Niemand hätte damals wohl erahnen können, dass sie sich wenige Jahre später auf dem Eis so wohl fühlte wie kaum jemand und dem Sport noch ein neues Element schenken würde.

Bereits als Achtjährige siegte Biellmann in Belgien bei einem internationalen Wettkampf erstmals. Es sollte der Anfang einer glorreichen Karriere sein. Mit elf holte sie sich den ersten Schweizer Juniorentitel. Nur fünf Jahre später beherrschte die junge Eiskunstläuferin Dreifachsprünge. Als erste Frau überhaupt, beherrschte die Zürcherin den dreifachen Lutz.

Die Biellmann-Pirouette

Zu Weltruhm führte sie aber eine neue Erfindung: Die Biellmann-Pirouette. Diese gehört noch heute zum Wertesystem des internationalen Verbandes. Dabei beginnt man mit der aufrechten Pirouette, streckt sich nach hinten über die Schulter, fasst die Kufe des freien Fusses und dehnt sich in Richtung Decke aus. Das Element – welches höchste Beweglichkeit verlangt - wurde gar von den Männern übernommen. Jewgeni Pljuschtschenko nahm die Biellmann-Pirouette als erster in sein Programm auf.

Noch immer als Amateurin räumte Biellmann ab 1980 und den Olympischen Spielen ab. Sie holte sich Gold in der Kür. Ein Jahr später durfte sie sich dreifache Schweizer Meisterin, Europameisterin (in Innsbruck) und Weltmeisterin (in Hartford) nennen. Das spiegelte sich auch in Ehrungen wieder: Von 1979 bis 1981 wurde sie zur Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt.

Letzter WM-Titel mit 35 Jahren

Kein Wunder wechselte Biellmann zu den Profis. Und natürlich startete sie auch dort durch. Insgesamt gehören ihr elf Goldmedaillen an Profiweltmeisterschaften. Die letzte gewann sie 1998 in Jaca mit 35 Jahren. Als 37-Jährige sicherte sie sich bei ihren letzten Weltmeisterschaften noch Silber – und das in einem Sport, bei dem heute kaum eine Athletin über 25 Jahren mehr zur Weltelite gehört. So viele Erfolge mussten gewürdigt werden. 1995 wählte die Schweiz die Eisprinzessin zur Schweizer Sportlerin des Jahrhunderts.

Mit ihren Erfolgen und dem guten Aussehen schaffte die Blondine auch neben dem Eis den Durchbruch. Auftritte mit berühmten Künstlern oder Musikern, gehörten genauso dazu wie ein Auftritt im Film Piratensender Powerplay.

Denise Biellmanns Auftritt bei der WM 1981

40 Jahre Sporthilfe

Die Stiftung Schweizer Sporthilfe hilft seit 40 Jahren Schweizer Talenten, ihren Traum vom Spitzensport zu verwirklichen. Zum Jubiläum setzen sich 40 Sportgrössen als Botschafter für den Nachwuchssport ein. 20 Minuten Online stellt bis Ende 2010 wöchentlich mit der Serie «Unvergessene Erfolge» einen dieser grossen Schweizer Sportler seit 1970 vor.

Wettbewerb

Gleichzeitig mit der Serie läuft auf Sporthilfe.ch wöchentlich ein Wettbewerb mit einer Frage zur vorgestellten Person.

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