Fan-Umfrage: Mit Fakten Fan-Debatte entschärfen
Aktualisiert

Fan-UmfrageMit Fakten Fan-Debatte entschärfen

Die Fanarbeit fühlt den Anhängern den Puls: Eine grosse Fanumfrage soll Fakten schaffen und Vorurteile abbauen.

von
Adrian Müller
YB-Fanarbeiter Lukas Meier hofft auf möglichst viele Umfrage-Teilnehmer.

YB-Fanarbeiter Lukas Meier hofft auf möglichst viele Umfrage-Teilnehmer.

Würden Sie Ihren 15-jährigen Sprössling alleine in die Fankurve schicken? Was denken Sie über die Verwendung von Pyro-Fackeln an Fussballspielen? Wie viele Becher Bier konsumieren Sie an einem YB-Spiel? Mit einer grossen, rund 20 Minuten dauernden Umfrage fühlt die Fanarbeit Bern in Zusammenarbeit mit YB und der Uni Bern den Puls der Matchbesucher im Stade de Suisse. Seit Umfragestart letzten Freitag haben bereits 1700 Leute den Online-Fragebogen ausgefüllt.

«Die Umfrage soll eine solide Faktengrundlage schaffen und zeigen, wie die Fankurve von Match-Besuchern wahrgenommen wird», sagt Fanarbeiter Lukas Meier.

Es ist das erste Mal in der 114-jährigen YB-Geschichte, dass der Verein die Fans wissenschaftlich befragt. «Wir wollen wissen, was unseren Anhängern am Herzen liegt», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann. Falls sich etwa – wider Erwarten – Leute im Stadion unsicher fühlen würden, würde man sofort reagieren.

Für die Fanarbeit sollen die Umfrage-Ergebnisse ein wichtiges Argumentations-Instrument in der emotional geführten Fan-Debatte werden: «Wir sind sehr gespannt, welchen Standpunkt die Zuschauer etwa in der Pyro-Frage vertreten», so Meier. Bis Ende Jahr sollten die Ergebnisse vorliegen.

Fakten statt Polemik

In der Skylounge des Stade de Suisse fand am Montagabend vor 140 Gästen aus Politik, Polizei und Sport das erste YB-Fansymposium statt. Gegen die geplante Verschärfung des Hooligan-Konkordates, das etwa unbegründete Kontrollen im Intimbereich durch private Sicherheitsdienste ermöglichen würde, wehrten sich die Fanvertreter: «Die Gewalt in den Stadien sinkt seit Jahren, die neuen Regelungen sind unverhältnismässig», sagt Adrian Werren. Anders sieht es Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei Bern: «Eine Bewilligungspflicht für Spiele ist nicht einfach Schikane. Sie würde vielmehr der Polizei bei der Einsatzplanung helfen.» (am)

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