24.07.2014 15:31

Velounfälle

«Mit falsch getragenem Helm ist man schutzlos»

Für die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) ist die Anzahl tödlicher Velounfälle zu hoch. Mit richtig getragenen Helmen liessen sich schwere Kopfverletzungen vermeiden.

von
Lorenz von Meiss

Trotz multimedial gefahrenen Kampagnen trägt immer noch jeder zehnte Velofahrer in der Schweiz seinen Helm falsch. Damit riskiert jemand, sich schwere Kopfverletzungen zuzuziehen, die auch zum Tod führen können. Sobald der Kinnriemen zu wenig satt sitzt, bietet ein Helm keinen Schutz mehr: «Wenn ein Velofahrer kollidiert und am Boden aufschlägt, ist der falsch getragene Helm ganz sicher nicht mehr auf dem Kopf», sagt Esther Walter, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der BFU.

Jährlich 20 bis 30 tödliche Velounfälle

Trotz neuen Velowegen und immer stabileren Velohelmen zählt die BFU in der Schweiz pro Jahr immer noch bis zu dreissig Velounfälle mit tödlichem Ausgang. Mit dem richtig getragenen Velohelm liesse sich diese Zahl laut BFU reduzieren: «Mit einem falsch eingestelten Helm ist die Schutzwirkung so stark reduziert, dass sich ein Aufprall mit dem Kopf einfach nicht dämpfen lässt», sagt Walter weiter.

50 Prozent tragen gar kein Helm

Ende 2011 entschied sich eine Mehrheit des Nationalrats gegen eine allgemeine Helmpflicht für Velofahrer. Trotz nicht eingetretenem Gesetz tragen immerhin 50 Prozent aller Zweiradfahrer einen Kopfschutz. Für die Helmtragenden steht ihre Sicherheit an vorderster Stelle: «Auf dem Velo habe ich immer einen Helm an. Mein Kopf ist mein wichtigstes Kapital», sagt Hanspeter Walser, leidenschaftlicher Mountainbiker. Verkehrsteilnehmer ohne Velohelm kann er nicht verstehen: «Man ist sehr schnell am Boden und schlägt mit dem Kopf auf. Ich bin schon oft mit meinem Bike gestürzt», zieht Walser nach.

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