Aufgepasst: Mit falschem Goldschmuck betrogen
Aktualisiert

AufgepasstMit falschem Goldschmuck betrogen

Dreiste Gauner jubeln Laien und sogar Edelmetallhändlern gefälschten Goldschmuck unter. Gegen ihre zunehmend geschickten Methoden helfen nur Vorsicht und sorgfältiges Prüfen.

von
Janko Skorup
Bei Fabio Luraschi wollen zwei bis drei Kunden täglich falsche Goldringe eintauschen.

Bei Fabio Luraschi wollen zwei bis drei Kunden täglich falsche Goldringe eintauschen.

Die Masche ist simpel: Die Betrüger stehen «verzweifelt» vor Billettautomaten am Bahnhof. Weil sie angeblich kein Geld für ein Zugticket haben, bieten sie Passanten ihren «wertvollen» Goldring für läppische 50 Franken an. Doch der Ring ist eine Fälschung, wertloses Messing statt Gold. Münzhändler Fabio Luraschi berichtet von zwei bis drei Kunden täglich, die solche Ringe in seinem Geschäft in ­Bares umtauschen wollen. Noch vor einem halben Jahr sei das etwa zweimal pro Monat vorgekommen.

Auch Ketten oder Armbänder sind immer beliebtere Fälschungsobjekte. Dort ist die Fälschungsqualität sogar markant besser geworden, sagt Goldhändler Bruno Lütolf von der Firma Goldrausch: «Die Betrüger überziehen das Stück mit immer dickeren Echtgoldschichten.» Seit ein paar Monaten versuchen sie es mit ihren Profi-Fälschungen sogar direkt bei den Händlern. «Unser Prüfungsaufwand hat sich verdoppelt. Wir müssen die Dichte physisch prüfen und können nicht mehr einfach einen Abrieb testen», so Lütolf. Falsche Goldringe erkenne man meist schneller: «Die Fälschungen enthalten zwei Feinheitsprägungen, meist ‹18K› und ‹750› anstatt einer Feinheits- und einer Herstellerprägung».

Bei der Polizei melden sich die Opfer höchst selten: «Sie schämen sich», sagt Werner Schaub von der Kapo Zürich. Deshalb dürfe man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Die Berner Kapo rät, Schmuck nur in offiziellen Verkaufsgeschäften sowie bei Schmuckhändlern zu kaufen – nicht auf offener Strasse.

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