Appenzell Ausserrhoden: Mit Frau als Kühlerfigur durch die Radarfalle
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Appenzell AusserrhodenMit Frau als Kühlerfigur durch die Radarfalle

Eine Kühlerfigur der besonderen Art hat die Ausserrhoder Kantonspolizei auf dem Foto eines Temposünders entdeckt. Auf der Haube des Autos lag eine Frau – festgezurrt mit einem Band. Lieferte Hollywood das Drehbuch zur Aktion?

So etwas hat Willi Moesch «absolut noch nie erlebt». Der Sprecher der Kantonspolizei Appenzell-Ausserrhoden spricht denn auch von einer «halsbrecherischen Aktion» - und das auf einer kurvenreichen Strecke.

In der Nacht vom 6. Juli um 1 Uhr nachts blitzte die Radarfalle der Kapo zwischen Rehtobel und Heiden in Richtung Grub ein Auto mit einer ungewöhnlichen Kühlerfigur. Auf der Haube des Kleinwagens lag eine 21-jährige Frau - «gesichert» nur mit einem Seil. «Das weisse Band war in der Autotüre eingeklemmt. Die Frau hat es nur mit der linken Hand gehalten», sagt der Sprecher der Kantonspolizei Appenzell-Ausserrohden.

Rechnung ohne die Polizei gemacht

In dieser Position rasten die Frau und der 22-jährige Fahrer, beides Schweizer, innerorts mit 86 km/h in die Radarkontrolle. Absichtlich. Vorher schraubten die beiden noch die Kontrollschilder ab. Sie dachten, dass sie so unerkannt bleiben würden.

Doch die beiden Schweizer machten die Rechnung ohne die Polizei. In «aufwendiger Kleinarbeit» konnte sie das Rätsel, das in Heiden fotografiert worden war, lösen und die Akteure stellen: «Wie wir den beiden auf die Schliche kamen, bleibt geheim», sagt Moesch.

Laut Moesch war «die Beweislast» gegen die beiden aber «erdrückend». Offenbar «aus Kalberei», wie Moesch sagt, wagten die beiden die halsbrecherische Fahrt. Die Frau, Besitzerin des Kleinwagens, habe freiwillig mitgemacht. Das Drehbuch zur «Kalberei» könnte allerdings der Regisseur Quentin Tarantino geliefert haben. In seinem letzten Film «Death proof» schnallt sich eine Frau in der exakt gleichen Art auf die Kühlerhaube. Bei der Frau im Film handelt es sich allerdings um eine Stuntfrau.

«Wir sind nicht so einfach zu linken»

Die beiden aus der Region stammenden Personen müssen nun mit einer saftigen Busse rechnen. Ein Strafverfahren sei eingeleitet. Den Führerausweis mussten sie abgeben.

Willi Moesch ist jetzt erstmal froh, dass die beiden zur Rechenschaft gezogen werden können. «Wir wollen mit der Veröffentlichung des Falles auch zeigen, dass die Polizei nicht so einfach zu linken ist.»

(meg)

Diente der Action-Streifen «Death Proof» als Vorbild? In einer Szene rast Stuntfrau Zoë Bell selbstmörderisch auf der Kühlerhaube eines Wagens mit - genau wie die 21-Jährige Appenzellerin. $$VIDEO$$(Quelle: Youtube)

Vorreiter eines solch gefährlichen Schwachsinns gibt es haufenweise$$VIDEO$$

(Quelle: YouTube) (dapd)

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