«Ich bin nicht die ‹gäbige› Ella!»: «Mit Fritz würde ich sogar ohne Klopapier in Quarantäne»
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«Ich bin nicht die ‹gäbige› Ella!»«Mit Fritz würde ich sogar ohne Klopapier in Quarantäne»

Fritz schreibt Ella und will sie «zum Essen einladen». Essen und Sex, da ist Ella eigentlich immer dabei. Das Problem: Fritz ist zu perfekt für eine random Affäre – und mehr will er nicht.

von
Ella
viv
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Fritz erwidert Ellas Liebe nicht so, wie sie sich das vorstellt. Obwohl es schmerzt, zieht sie nun den Schlussstrich.

Fritz erwidert Ellas Liebe nicht so, wie sie sich das vorstellt. Obwohl es schmerzt, zieht sie nun den Schlussstrich.

Illu: Anna Deér
Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Deér
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Ella erlebte viele schöne, romantische und freundschaftliche Momente mit Fritz.

  • Sie war schon immer etwas in love mit ihm, eine Beziehung wollte er aber nicht eingehen.

  • Um Liebeskummer zu vermeiden, hat sie sich nun dazu entschlossen, sich nicht mehr mit ihm zu treffen.

FRITZ! Das ist kein Name, das ist eine Verheissung: Ein F wie ein Seidenlaken auf einem prallen Po. Ein rollendes R wie ein Latino mit Rose im Mund. Und das Z eine Prosecco-Perle im Bauchnabel, nicht wahr? In Wahrheit frage ich mich, was Eltern am Ende eines Jahrtausends dazu getrieben hat, in der Mottenkiste aussortierter Namen zu stöbern und sich dann für Fritz zu entscheiden. Schwangerschaftshormone vielleicht. Würde irgendwie passen, denn Hormonstrudel sind es auch, die Fritz in mir auslöst. Auslöste. Denn ich bin jetzt über ihn hinweg. Glaub ich.

Fritz war perfekt. Perfekt heisst, er war sehr lustig, sehr (sehr sehr!) gescheit, hatte das Herz am richtigen Ort, kochte gut und wenn er Witze machte, balancierte er seine Zigi so geschickt im Mundwinkel, er könnte in den Zirkus damit. Das viele Lachen, das viele Rauchen und die zehn Jahre Altersunterschied sah man ihm an, aber der Mann war so toll, dass ich jede einzelne Falte unter seiner Glatze super fand. Fritz und ich hatten immer wieder Phasen, in denen wir dateten und meistens machten wir dann so Pärli-Zeug: Wir kochten und gönnten uns dabei das erste Glas Wein. Wir machten Ausflüge, tranken im verschneiten Wald Tee aus der Thermoskanne. Wir lasen uns aus Büchern vor und verbrachten ganze Sonntage im Bett mit Netflisexen.

«Er war nicht so into me wie ich into him»

Ich war irgendwie immer schon in love mit Fritz. Das mit dem Sex übrigens: Andere Liebhaber waren kreativer, zärtlicher, ausdauernder auch. Aber da ich ja unsporty Ella bin, auch im Reiten, halt ich an diesem Punkt schnell die Klappe. Sex mit Fritz war nämlich trotz allem wunderschön. Eine zarte Verschmelzung. Und ich weiss, das klingt jetzt nach Praliné-Werbung. Gefühle halt. Ich. Wollte. Fritz! Als Freund, Mann und sogar in Scheissmomenten, zum Beispiel in Quarantäne ohne Klopapier oder beim Ausfüllen der Steuererklärung. Bloss war das umgekehrt nicht so. Nicht falsch verstehen, Fritz fand mich ganz gut.

Ich merkte es, wenn wir zusammen spazierten, dass er irgendwie stolz war, diese rothaarige Gazelle am Arm zu halten. Dass er es mochte, mit einer Frau zu diskutieren, die mithalten kann und nichts auf sich sitzen lässt. Die gut kocht und genauso leidenschaftlich isst, wie sie Sex hat. Und – das ist jetzt vielleicht neu für euch – die ziemlich caring sein kann und ihrem Liebsten Schnittwunden versorgt oder Magentee braut (relaxed euch, Schwestern: er hat mir die Dusche entstopft, es ist einigermassen ausgeglichen alles). Ich war ganz gäbig für Fritz, kein Zweifel. Aber er war einfach nicht so into me wie ich into him.

Adieu Fritz

Das schmerzte so verdammt fest. Jedes Mal, wenn ich mich wieder auf eine Episode Fritz einliess und mich daran freute, wie gut wir matchten und hoffte, dass es dieses Mal ernst würde, kam danach sein Rückzug und mein Liebeskummer. Natürlich hatten wir darüber auch schon gesprochen. Er könne grad noch nicht, meinte er jedes Mal. Er sei noch nicht ready, ich wisse ja, seine Ex, das müsse noch verheilen etc. Diese Platte kennen wir alle, right.

Und deshalb musste ich Fritz absagen, als er vor ein paar Monaten wieder schrieb. Liebeskummer in einer Pandemie – das wollte ich mir nicht antun. Seine Nachricht habe ich so oft gelesen, ich kann sie auswendig: «Ma petite lionne, unsere Losung liegt in meinem Kühlschrank: Artischocken mit zarten Herzen in stacheligem Kleid. Mascarpone, ein Strauss Petersilie und eine Flasche Epesses. Bist du dabei, ce soir? 20 Uhr. Bisous.» Versteht ihr? Das war die perfekte Ella-Rumkrieg-Nachricht. Artischocken + romantische Note + französisches Gesäusel + eine Prise Bestimmtheit. Ich konnte eigentlich nicht «Nein» sagen, aber ich musste. Ich will nicht die gäbige Ella sein.

Adieu, Fritz, je t’aime forever. Heul. Schluchz. Sniff.

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Liebe Leser*innen, wir verwenden den Genderstern, um in Personenbezeichnungen neben männlichen und weiblichen auch alle anderen Geschlechtsidentitäten sichtbar zu machen.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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