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«Nicht so schlimm»Mit gebrochener Nase zur besten Saisonleistung

Eishockeyspieler sind hart im Nehmen. So auch Matt Niskanen, der nach einer Verletzung besonders motiviert aufläuft.

von
Carlo Emanuele Frezza

Matt Niskanen: «Ich weiss es sieht schlimm aus. Doch es ist alles nicht so dramatisch.» (Video: Twitter/Flyers Puck)

Die Debatte, ob jetzt Eishockey der härtere Sport ist als Fussball, oder doch andersrum, hat jeder schon geführt. Ganz einig wird man sich da nie. Was am Freitagabend in der NHL geschehen ist, spricht jedenfalls für die Eishockey-Befürworter.

In der Begegnung zwischen den Philadelphia Flyers und den Detroit Red Wings sorgte ein Mann für ordentlich Schlagzeilen: Matt Niskanen. Kurz vor Ende des ersten Drittels wurde der Verteidiger der Flyers von einem Puck mitten im Gesicht getroffen. Aus seiner Nase strömte Blut, das sich auf dem Eisfeld verteilte. Glück für ihn und die Flyers, dass die Scheibe nach seinem Ablenker nicht den Weg ins eigene Tor fand, sondern lediglich den Pfosten traf. Das Spiel schien für den US-Amerikaner jedenfalls gelaufen.

Doch völlig unerwartet kehrte Niskanen zu Beginn des zweiten Drittels auf das Eis zurück. Fünfzehn Stiche hatte er sich an seiner Nase über sich ergehen lassen müssen. Doch das schien ihn nicht zu bremsen – im Gegenteil. Mit einer Vollgesichtsmaske sorgte er mit seinem zweiten Assist an diesem Abend für das zwischenzeitliche 3:1. Bereits beim ersten Tor war er der entscheidende Passgeber gewesen.

«Alles nicht so schlimm»

Mit einer Spielzeit von etwas mehr als siebzehn Minuten – so wenig wie noch nie in der laufenden Saison –, zwei Assists und einer Plus-4-Bilanz war es Niskanens beste Partie der aktuellen NHL-Saison. Gleichzeitig war es auch sein bester Match für die Philadelphia Flyers, für die er seit diesem Jahr aufläuft. Das alles mit einer gebrochenen Nase.

Doch es war nicht nur der Spielverlauf, den Matt Niskanen zum Helden des Abends machte. Im TV-Interview unmittelbar nach der Begegnung verharmloste er die Verletzung: «Es ist alles nicht so schlimm, wie es aussieht. Das Atmen war in der neuen Maske etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch nicht der Rede wert.» Worte, die das Herz eines Eishockeyfans höher schlagen lassen.

Die Philadelphia Flyers bezwangen die Red Wings aus Detroit letztlich 6:1 und behaupten sich damit im oberen Bereich der Tabelle. Am Samstag geht es für die Flyers nach Montreal, wo sie auf die Canadiens treffen. Detroit dagegen spielt zuhause gegen die Washington Capitals.

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