Lausanne: Mit geheimem Trick Bancomaten geplündert
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LausanneMit geheimem Trick Bancomaten geplündert

Ein Mann wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte bei Bancomaten einen technischen Fehler provoziert und dann das Geld geklaut. Wie, ist bis heute unklar.

von
vro
Der 39-Jährige schaffte es, die Bancomaten zu manipulieren.

Der 39-Jährige schaffte es, die Bancomaten zu manipulieren.

Keystone/Christian Beutler

Insgesamt rund 300'000 Franken hat ein Algerier bei Bancomaten von Raiffeisen und der Crédit Lyonnais erbeutet. Wie er das angestellt hatte, wollte er vor dem Strafgericht nicht sagen. Er selbst plädierte auf unschuldig, schreibt 20 minutes.

Bekannt ist, dass er von Freunden, die pleite waren, Bankkarten mitsamt Pinnummer kaufte. Einige wurden auch als gestohlen gemeldet. Schliesslich hat er die Karten in fünf Monaten 74-mal in einen Bancomaten im Kanton Waadt eingeschoben. Während die Maschine das Geld ausspuckte, schaffte es der Algerier, eine Panne zu verursachen. Wie, ist bis heute nicht bekannt.

«Die ganze Welt gegen mich»

Die Noten konnte er dann jeweils dem Ausgabefach entnehmen. Der Bancomat registrierte dabei zwar, dass weniger Geld als angegeben im Auswurf lag, das Konto wurde aber nicht belastet. Auf diese Weise konnte der 39-Jährige 200'000 Franken erbeuten. Als der Trick in der Schweiz nicht mehr funktionierte, machte er sich in Frankreich mit Schweizer Postcards ans Werk. Dort ergaunerte er nochmals 100'000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung verlangte einen Freispruch. «Ich will mit diesem Albtraum abschliessen. Ich bin unschuldig und die ganze Welt hat sich gegen mich gestellt», sagte der Angeklagte am Mittwoch vor Gericht. Doch die Richter glaubten ihm nicht und verurteilten ihn zu drei Jahren Gefängnis.

Mit gefälschten Papieren unterwegs

Der Mann war nicht nur als Bancomatendieb unterwegs. In Belgien soll er sich falsche Papiere mit dem Namen eines gesuchten Terroristen gekauft haben. Damit wurde er im vergangenen Januar im Wallis erwischt. Dabei hatte er auch eine gefälschte Versicherungskarte, einen falschen Führerausweis und eine falsche Bankkarte.

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