Aktualisiert 25.08.2015 17:56

Kapo AargauMit «Geisterautos» Einbrecher abschrecken

Im Aargau parkiert die Polizei unbemannte Autos in Quartieren mit erhöhter Einbruchsgefahr – quasi als Vogelscheuchen. In Zürich hat man eine andere Präventionsstrategie.

von
ced
In Untersiggenthal AG steht seit Tagen ein herrenloses Polizeiauto auf dem Besucherparkplatz.

In Untersiggenthal AG steht seit Tagen ein herrenloses Polizeiauto auf dem Besucherparkplatz.

Auf einem Besucherparkplatz in einer Wohnsiedlung in Untersiggenthal AG steht seit einigen Tagen ein leeres Polizeiauto. Anwohner sind verwundert: Wurde es gestohlen? Oder einfach nur vergessen? Weder noch – es handelt es sich um ein «Geisterauto».

Dieses erfülle einen ähnlichen Zweck wie Vogelscheuchen, die Krähen vom Feld fernhalten sollen. Nur hat es die Polizei in diesem Fall nicht auf Vögel, sondern auf Einbrecher abgesehen.

«Müssen uns etwas anderes überlegen»

Als Teil der normalen Strategie gegen Einbrüche werden in gewissen Quartieren hin und wieder ältere Dienstfahrzeuge abgestellt, bestätigt Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau, einen Bericht von Radio SRF. So wolle man Präsenz markieren und potentielle Täter abschrecken. Zum Einsatz kommt die Methode hauptsächlich in Regionen, in denen das Computersystem Precobs zuvor vor Einbrüchen gewarnt hat.

Seit Herbst 2014 werden die Geisterautos bereits eingesetzt. Das Vorgehen gehört zu einem Paket von Präventionsmassnahmen. Dass es nun an die Öffentlichkeit dringt, findet Pfister kritisch. Einerseits begrüsse er hohe Transparenz. «Andererseits müssen wir uns jetzt vielleicht etwas anderes überlegen, da Einbrecher über unsere Absichten im Klaren sind.»

Zürich setzt auf bemannte Fahrzeuge

Die Strategie der Kapo Aargau ist auch in Zürich bekannt. «Wir wissen, dass andere Kantone Geisterautos einsetzen», sagt Beat Jost, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. Selbst setze man jedoch auf bemannte Fahrzeuge. «In Gebieten mit erhöhter Einbruchgefahr führen wir dann einfach öfter Patrouillen durch.»

Bei der Stadtpolizei Zürich verfährt man gleich. Sprecher Marco Bisa: «Auch wir benutzen die Software Precobs. Steigt in einem Gebiet die Einbruchswahrscheinlichkeit, erhöhen wir die Polizeipräsenz vor Ort.»

Keine neue Idee

Auf die Idee, ein unbemanntes Polizeiauto in Quartieren zu platzieren, kam bereits vor zwei Jahren eine Luzerner Garage. Sie vermietet ihren Kunden ein selbst gestaltetes Polizeiauto. Was zu Beginn nur als Scherz gedacht war, stiess in der Bevölkerung rasch auf Anklang und ist heute ein etablierter Geschäftszweig der Garage.

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