Henan – Mit Gesichtserkennung fahndet China gezielt nach ausländischen Journalisten
Publiziert

Henan Mit Gesichtserkennung fahndet China gezielt nach ausländischen Journalisten

Die chinesische Provinz Henan will mit einem neuen System zur automatisierten Gesichtserkennung «verdächtige» Personen wie ausländische Journalisten und Studenten aufspüren. Die Firma, die dahinter steckt, will sich dazu nicht äussern.

1 / 3
Videoüberwachung ist in China allgegenwärtig. Nun soll in der Provinz Henan mit Gesichtserkennung auch nach Reportern und Studenten gefahndet werden.

Videoüberwachung ist in China allgegenwärtig. Nun soll in der Provinz Henan mit Gesichtserkennung auch nach Reportern und Studenten gefahndet werden.

REUTERS
Die Gesichtserkennung muss auch dann genau sein, wenn beobachtete Personen Gesichtsmasken oder Brillen tragen.

Die Gesichtserkennung muss auch dann genau sein, wenn beobachtete Personen Gesichtsmasken oder Brillen tragen.

REUTERS
Bei der Überwachungssoftware gebe für es für Journalisten sogar eine Kategorie «Entsorgung».

Bei der Überwachungssoftware gebe für es für Journalisten sogar eine Kategorie «Entsorgung».

REUTERS

Darum gehts

  • Mit einem perfiden Überwachungssystem will China Reporter und Studenten verfolgen.

  • Die Gesichtserkennung funktioniert auch, wenn die überwachte Person eine Maske trägt.

  • Heikel dürfte es für jene Journalisten werden, die in der Kategorie «Entsorgung» landen.

Eine chinesische Provinz baut ein Überwachungssystem mit Gesichtserkennung auf, um ausländische Journalisten und Studenten sowie andere verdächtige Personen verfolgen zu können. Wie aus der Dienstag vorliegenden Ausschreibung der Provinz Henan hervorgeht, sollen 3000 Kameras mit nationalen und regionalen Datenbanken verbunden werden. Auch soll beispielsweise ein Alarm gegeben werden, wenn sich eine der betreffenden Personen im Hotel registriert, ein Flugticket kauft oder die Provinzgrenze überschreitet. Das Verfolgungssystem soll von 2000 Polizisten betrieben werden.

Unklar, ob System auch in anderen Provinzen zum Einsatz kommt

Journalisten werden in drei Kategorien nach Ampelfarben Rot, Gelb und Grün eingeteilt – um die Dringlichkeit der Nachverfolgung zu kennzeichnen. Die Gesichtserkennung muss laut Ausschreibung auch dann genau sein, wenn beobachtete Personen Gesichtsmasken oder Brillen tragen. Das Überwachungssystem sei «anders als alles», was Forscher bisher entdeckt hätten, berichtete die in den USA ansässige Forschungsfirma für Überwachungstechnologie IPVM, die auch die Ausschreibung online entdeckt hatte. Es gebe für Journalisten sogar eine Kategorie «Entsorgung».

Den Zuschlag für das Projekt, das schon im Juli ausgeschrieben worden war, habe im September das chinesische Software- und IT-Unternehmen Neusoft erhalten, berichtete IPVM weiter. Mehrfache Versuche, eine Stellungnahme der Firma zu bekommen, blieben demnach erfolglos. Ob auch andere Provinzen ähnliche Überwachungssysteme aufbauen oder vielleicht schon betreiben, ist nicht bekannt.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(DPA/kle)

Deine Meinung

0 Kommentare