Maps-Update: Mit Google kann man sich jetzt selbst stalken

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Maps-UpdateMit Google kann man sich jetzt selbst stalken

Mit der neuen Google-Maps-App für Android wird der Dienst zum Stalking-Tool für einen selbst. Doch das Tracking lässt sich abstellen.

von
tob
Mit der neuen Funktion «Your Timeline» werden in den letzten Jahre besuchte Orte direkt in der Android-App angezeigt. (Foto: Google)

Mit der neuen Funktion «Your Timeline» werden in den letzten Jahre besuchte Orte direkt in der Android-App angezeigt. (Foto: Google)

Google weiss, wo Sie vor einem Jahr – oder selbst vor drei Jahren – in den Sommerferien waren. Ganz genau. Möglich macht dies die Funktion «Your Timeline», die mit dem Update der Google-Maps-App für Android ausgerollt werden soll. Dort lassen sich nämlich neu das eigene Bewegungsprofil und die Orte, an denen man sich aufgehalten hat, minutiös anzeigen.

Vorausgesetzt, man hat GPS-Daten bis anhin Google zugänglich gemacht. Ganz neu ist die Funktion nicht. Wer wollte, konnte den Standortverlauf auch schon im Browser abrufen. Die Funktion war allerdings etwas versteckt. Mit der Version 9.12 von Google Maps kommt der Dienst nun auf Android-Smartphones.

Protokolliert wird aber nicht nur das Bewegungsprofil, sondern auch, ob man an dem Ort etwa in einem Restaurant gegessen hat, wie lange man sich da aufhielt und ob man zu Fuss, mit dem Velo oder per Auto oder ÖV unterwegs war. Praktisch: Your Timeline lässt sich auch als Ferientagebuch verwenden. Nutzt man den Dienst mit Fotos, werden die auf den Google-Servern gespeicherten Bilder direkt mit den Standortdaten verknüpft und auf der Karte angezeigt.

Your Timeline verdeutlicht auch, wie viel Daten in der Cloud landen, wenn man die Dienste nutzt. Der Konzern versichert aber, dass nur der Nutzer selbst auf die Informationen zugreifen kann. Zudem lassen sich einzelne Orte oder auch der ganze Verlauf direkt im Browser oder in der neuen App löschen. Wie das geht, erklärt Google hier. Den Standortverlauf verwalten kann man hier. Verhindern lässt sich auch, dass der Standort weiterhin erfasst wird. In den Android-Einstellungen > Standort > Google Standortverlauf lässt sich das GPS-Tracking an- und abschalten.

Die persönliche Timeline protokolliert Orte, die man besucht hat und zeigt sie direkt in der Android App an. (GIF: Google)

Tracking mit dem iPhone

Zwar kann man den Standortverlauf auf einem iPhone (noch) nicht mit der Google-Maps-App anzeigen. Sich selbst etwas stalken, kann man aber auch mit iOS. So lassen sich häufig besuchte Orte auf einer Karte anzeigen. Die Funktion ist etwas versteckt in den Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste > Systemdienste > Häufige Orte. Dort lässt sich das Tracking ebenfalls deaktivieren und der Verlauf löschen. (tob)

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