Aktualisiert 11.05.2017 10:52

EnergiegesetzMit Gülsha, Atombaron und Bier auf Stimmenfang

Im Abstimmungs-Endspurt machen die Jungparteien mobil: Die Junge SVP warnt vor Stromlücken, die Grünliberalen lancieren ein Anti-AKW-Game.

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pam
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Droht mit dem neuen Energiegesetz warmes Bier? Diesem Szenario hat sich jedenfalls die Junge SVP in einem Video gewidmet. Auch andere Jungparteien machen kurz vor der Abstimmung am 21. Mai mobil.

Droht mit dem neuen Energiegesetz warmes Bier? Diesem Szenario hat sich jedenfalls die Junge SVP in einem Video gewidmet. Auch andere Jungparteien machen kurz vor der Abstimmung am 21. Mai mobil.

JSVP
So etwa die Jungen Grünliberalen. Sie lancieren das Smartphone-Spiel «Atom Baron 2». Ziel der App ist es, als CEO eines Schweizer AKW möglichst viel Geld zu verdienen. «Du bleibst länger am Netz, wenn du bei der Sicherheit sparst», heisst es in der Spielanleitung.

So etwa die Jungen Grünliberalen. Sie lancieren das Smartphone-Spiel «Atom Baron 2». Ziel der App ist es, als CEO eines Schweizer AKW möglichst viel Geld zu verdienen. «Du bleibst länger am Netz, wenn du bei der Sicherheit sparst», heisst es in der Spielanleitung.

Junge Grünliberale
Pascal Vuichard von den Jungen Grünliberalen betont, dass der «Atom-Baron» die Alternative der Energiegesetz-Gegner offenlege: den «gefährlichen und wirtschaftlich sinnlosen Weiterbetrieb der Schweizer AKW». Das revidierte Energiegesetz sieht dagegen ein Verbot von neuen Kernkraftwerken vor.

Pascal Vuichard von den Jungen Grünliberalen betont, dass der «Atom-Baron» die Alternative der Energiegesetz-Gegner offenlege: den «gefährlichen und wirtschaftlich sinnlosen Weiterbetrieb der Schweizer AKW». Das revidierte Energiegesetz sieht dagegen ein Verbot von neuen Kernkraftwerken vor.

Junge Grünliberale

Der Abstimmungskampf um das Energiegesetz geht in die heisse Phase. Um noch unentschlossene Stimmbürger von ihrer Parole zu überzeugen, mobilisieren nun die Jungparteien. Die Mitglieder der Jungen SVP etwa erhalten in einem selbstgedrehten Video warmes Bier vorgesetzt («Versorgungsengpass!»). Gleichzeitig warnen die Jungen Grünliberalen mit einer App vor dem rücksichtslosen «Atom-Baron», der den Profit über die Sicherheit seiner Kraftwerke stellt («Neustes Update: Setze oxidierte Brennstäbe ein!»).

«Wir Junge haben keine Millionen für den Abstimmungskampf, aber mit unserer selbstgemachten App versuchen wir der Atom-Lobby einen Strich durch die Rechnung zu machen», erklärt Pascal Vuichard von den Jungen Grünliberalen das Spiel «Atom-Baron 2».

Das Spiel «Atom-Baron» soll Alternativlosigkeit aufzeigen

Ziel der App ist es, als CEO eines Schweizer AKW möglichst viel Geld zu verdienen. «Du bleibst länger am Netz, wenn du bei der Sicherheit sparst», heisst es in der Spielanleitung. Die erste Version des Spiels lancierten die Grünliberalen zur Atomausstiegs-Initiative letzten Herbst.

Vuichard betont, dass der «Atom-Baron» die Alternative der Energiegesetz-Gegner offenlege: den «gefährlichen und wirtschaftlich sinnlosen Weiterbetrieb der Schweizer AKW». Das revidierte Energiegesetz sieht dagegen ein Verbot von neuen Kernkraftwerken vor.

Auf Unzulänglichkeiten der Nein-Kampagne will auch Ex-Joiz-Moderatorin Gülsha in einem Video der Befürworter hinweisen: Sie wärmt dabei ein Abstimmungs-Plakat, das eine frierende Frau unter der Dusche zeigt. «Niemand muss kalt duschen – das ist so, wie wenn jemand sagen würde, Igel-Frisuren seien noch im Trend», tröstet Gülsha. «Es ist schwierig, wenn sie immer lügen.»

JSVP-Video: «Ist das Glühbier, oder was?»

Doch die Junge SVP, die das revidierte Energiegesetz bekämpft, schlägt in einem eigenen Video zurück. «Ist das Glühbier hier, oder was?», ruft der Berner Co-Präsident Nils Fiechter aus, nachdem ihm der Kellner – den sein adrett gekleideter Parteikollege Adrian Spahr mimt – ein warmes Bier in einer improvisierten Gartenbeiz serviert hat. Darauf klagt auch der Kellner: «Seit der Energiestrategie steigt dauernd die Kühlanlage aus!» Fiechter zählt nun eins und eins zusammen: «Dann hätten wir Nein stimmen müssen!»

Droht mit der Energiestrategie kaltes Bier?

Die Junge SVP warnt in einem Video vor Versorgungsengpässen bei der Stromversorgung.

Andreas Gerber, Generalsekretär der Jungen SVP, erklärt die Beweggründe für das Video so: «Wir versuchen die realen Gefahren durch Stromschwankungen, bis zur Möglichkeit eines höchst gefährlichen Blackouts, aufzuzeigen.»

Wirtschaftskomitee setzt auf Erklärvideo

Nicht einstimmen in saloppe Video- und Game-Kampagnen kurz vor der Abstimmung möchte das Komitee «Wirtschaft gegen das Energiegesetz». Stattdessen referiert ein über die «grossen Stromlücken» besorgter Experte des Industrieverbands Swissmem vor einem Flipchart über die «Auswirkungen der Energiestrategie». Deshalb auch sein nicht erstaunliches Fazit nach sechs Folien: Die Energiestrategie sei ein Etikettenschwindel.

«Energiestrategie ist ein Etikettenschwindel»

Der Industrieverband Swissmem erklärt, warum er das neue Energiegesetz ablehnt.

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