Super-League-Start 2018/19: Mit gutem Tuning zum Spielverderber
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Super-League-Start 2018/19Mit gutem Tuning zum Spielverderber

Den Meistertitel werden YB und Basel wohl unter sich ausmachen. Aber das ist kein Grund, die Saison jetzt abzuhaken!

von
E. Tedesco
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Raphael Wicky (41) übernahm den FC Basel im Sommer 2017 von Urs Fischer.

Raphael Wicky (41) übernahm den FC Basel im Sommer 2017 von Urs Fischer.

Keystone/Anthony Anex
Marc Schneider (37) ist seit Sommer 2017 Cheftrainer des FC Thun.

Marc Schneider (37) ist seit Sommer 2017 Cheftrainer des FC Thun.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Maurizio Jacobacci (55) übernahm den FC Sion im Februar 2018 und hält sich bei CC nunmehr seit über 5 Monaten.

Maurizio Jacobacci (55) übernahm den FC Sion im Februar 2018 und hält sich bei CC nunmehr seit über 5 Monaten.

Keystone/Patrick Huerlimann

32 Jahre mussten sich die YB-Fans gedulden, ehe die Berner wieder den Meisterpokal in die Höhe stemmen konnten. Von 2010 bis 2017 kannten die Anhänger der heimischen Liga keinen anderen Champion als den FC Basel. Experten und Fans sind sich auch jetzt einig: YB und der FCB werden wohl auch in der anstehenden Meisterschaft den Titel unter sich ausmachen. Aber das ist für Fans einiger anderer Teams kein Grund, die Meisterschaft noch vor dem Start abzuhaken, denn es gibt Mannschaften mit Spielverderber-Potenzial wie den FCZ.

Der FCZ «mutig», «variabel» und «mit Spass»

Der amtierende Cupsieger zeigte im Endspiel gegen den gelb-schwarzen Meister eine Qualität, die viel verspricht und vor allem den Vorstellungen von Ludovic Magnin immer mehr entspricht. Der FCZ-Trainer und Nachfolger von Uli Forte will attraktiven Fussball mit einer jungen Mannschaft spielen. «Mutig», «variabel» und «mit Spass» soll seine Mannschaft auftreten. Der FCZ unter Magnin war in der Endphase der letzten Saison auf gutem Weg dahin. Im Sommer hatte Magnin mehr Zeit, dem Team seine Philosophie noch näherzubringen und noch mehr Spieler, die zu seiner Idee passten, ins Boot zu holen. Nach dem Abstieg vor zwei Jahren hat der FCZ wieder grosse Ziele und die Rolle des Spielverderbers liegt den Stadtzürchern – nicht nur in Cup-Endspielen.

Sion ist und bleibt eine Wundertüte

Sion ist und bleibt eine Wundertüte, die zuletzt meist unter Wert klassiert war. Auch, weil Präsident Christian Constantin getrieben von Ungeduld oft falsche Entscheidungen getroffen hatte. Diesmal lief die CC-Posse vor dem Start in die Saison: Jacobacci war schon weg, weil er zu hohe Gehaltsforderungen hatte, ist aber nun doch noch da. Wenn der Trainer es schafft, aus seinen Individualisten ein Team zu formen und CC bei Laune zu halten, ist für die Walliser vieles möglich. Zwar hat CC mit Matheus Cunha (10 Tore) und Marco Schneuwly (7) zwei seiner besten Torschützen aus der letzten Saison verkauft, aber mit Aimery Pinga (Jahrgang 1998), Philippe (2000), Yassin Fortune, Moussa Djitté (beide 1999) und dem lettischen Internationalen Roberts Uldrikis (1998) lauert eine junge und wilde Offensive auf ihre Chance. CC hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit Trouvaillen überrascht, an die vor der Saison nur wenige glaubten.

Der FCL-Trainer als Ass im Ärmel

Der FCL ein Spielverderber? Unvorstellbar? Natürlich haben die Zentralschweizer mit Stammgoalie Jonas Omlin und Regisseur Hekuran Kryeziu gewichtige Abgänge zu verzeichnen, aber mit Trainer René Weiler ein Ass aus dem Ärmel gezogen. Dem 44-Jährigen ist es mit seinen letzten Teams (Schaffhausen, Aarau, Nürnberg und Anderlecht) stets gelungen, zu überraschen und erfolgreiche Arbeit abzuliefern.

Omlin wurde durch den Basler Mirko Salvi ersetzt, der bei Lugano bereits als Stammkeeper in der Super League Erfahrung gesammel hatte. Für Regisseur Kryeziu und im Sturm soll Weiler neues Personal erhalten. Zudem ist Weiler bekannt dafür, dass er seine Teams an die Leistungsgrenzen führen und Spieler entwickeln und besser machen kann. Auch wenn er sagt, «ich kann aus einem VW keinen Ferrari machen», um Grosse zu ärgern und um einen Europacup-Platz mitzuspielen, reicht auch ein gutes Tuning.

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