Mit Hetzkampagne gegen geplantes Tram Bern West

Aktualisiert

Mit Hetzkampagne gegen geplantes Tram Bern West

Zwangsarbeiter werden ausgepeitscht, während Stadtrat Daniele Jenni den Gleisbau inspiziert: Mit dieser Karikatur steigen die Gegner des Trams Bern West in den Abstimmungskampf.

«Das ist geschmacklos. Ich weiss nicht, womit ich so viel Hass auf mich gezogen habe», reagiert Daniele Jenni (GPB) bestürzt. Er sei zur Zielscheibe geworden, ohne sich für das Tram Bern West exponiert zu haben. Schockiert hat Jenni auch, dass sich die Gegner über Arbeitslager lustig machen: «Das sagt einiges über ihre Mentalität aus.» Trotzdem verzichtet er auf rechtliche Schritte.

«Wir zeigen nur, wie es wirklich ist», sagt Erich Hess (SVP) vom Komitee gegen das Tram Bern West. Schliesslich werde dem Volk das Tram regelrecht aufgezwungen. «Ein Bümplizer Bürger hat uns den Comic zur Verfügung gestellt, weitere Ausgaben sind schon geplant», so Hess. Sein Komitee habe knapp genug Geld, um den Strip auf 10000 Flugblätter zu drucken.

Auf der Gegenseite stiegen die Tram-Befürworter mit 65000 Franken in den Abstimmungskampf. «Dieses Geld kommt indirekt von der Stadt und von Unternehmen, die mit Aufträgen beim Tram-Bau rechnen», behauptet Hess. Doch Peter Gysi vom Pro-Komitee entgegnet: «Ich garantiere, dass für unsere Kampagne keine Steuergelder eingesetzt werden». Das hohe Budget widerspiegle nur die breite Unterstützung für das Projekt.

Patrick Marbach

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