Internet: Mit Highspeed zum Breitbandnetz
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Der Ausbau des Glasfasernetzes in Zürich erfolgt rund dreimal schneller als geplant. Um Doppelspurigkeiten und damit unsinnige Investitionen zu verhindern, hat die Stadt Zürich jetzt mit der Swisscom Verhandlungen aufgenommen.

2007 bewilligte das Zürcher Stimmvolk 200 Millionen Franken für den Bau eines öffentlich zugänglichen Glasfasernetzes in Zürich. Die bis 2013 geplanten 15 000 bis 18 000 Anschlüsse der ersten Etappe werden bereits Ende 2009 erreicht, wie das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) an einer Medienkonferenz am Montag mitteilte.

Verhandlungen mit dem Ex-Monopolisten

Inzwischen baut die Swisscom ebenfalls an einem eigenen Glasfasernetz. Der Aufbau von zwei parallelen Netzen mache volkswirtschaftlich keinen Sinn, betonte Stadtrat Andres Türler. Deshalb habe die Stadt die Initiative ergriffen, mit der Swisscom auf oberster Ebene Gespräche zu führen.

Die Arbeitsgruppe wolle noch vor den Sommerferien eine Lösung finden. Dabei stelle sich die Stadt Zürich auf den Standpunkt, dass ein einziger Glasfaserstrang ausreichende Kapazitäten bieten würde. Eine zentrale Frage ist denn laut Türler auch, ob gleichzeitig eines oder mehrere Glasfaserkabel verlegt werden.

Bei der Inhausverkabelung hat sich die Stadt kürzlich mit dem Hauseigentümerverband auf vier Glasfasern geeinigt. Letztere bestanden auf dieser Lösung, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein und die «vollumfängliche Wahlfreiheit» zu garantieren. Zu den Gesprächen mit Swisscom wollte sich Türler nicht festlegen, er gehe aber davon aus, dass man einen guten Weg finde.

Volle Unterstützung für die städtische Strategie für ein einziges, diskriminierungsfrei zugängliches Netz erhielt Türler an der Medienkonferenz vom Sunrise-CEO Cristoph Brand. Es bestehe die Gefahr, dass in Zürich parallel zwei Glasfasernetze gebaut würden. Damit hätte der Ex-Monopolist gegenüber seinen Konkurrenten bereits wieder einen strukturellen Vorteil, kritisierte Brand.

Dreimal schneller

Bis Ende 2013 sollen im Rahmen des ewz.zürinet rund 50 000 Firmen und Private angeschlossen sein, rund 4500 Gebäude. Grund für den dreimal schnelleren Aufbau der Zürcher Datenautobahn seien die technischen Fortschritte in der Glasfasertechnologie, sagte Peter Messmann, Projektverantwortlicher für das ewz.zürinet.

Gleichzeitig herrsche seit 2009 ein eigentlicher Run auf das Netz, das einen diskriminierungsfreien Zugang zu gleichen Bedingungen garantiert. Zurzeit bieten elf Service-Provider, darunter auch Schwergewichte wie Sunrise oder Orange, ihre Dienstleistungen an - laut Messmann ein klares Zeichen, dass das neue Netz als attraktives Angebot wahrgenommen wird. (sda)

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